Begegnung auf Augenhöhe: Die Bedeutung guter Trainer*innen und Übungsleitungen für den Sportnachwuchs kann man kaum überschätzen. Sie vermitteln nicht nur Technik und Regeln, sie wecken oftmals auch die Begeisterung für den Sport.
Die Sporthelfer*innen-Ausbildung für 13- bis 17-Jährige
ist oftmals der Einstieg in eine Tätigkeit als Übungsleitung.
Die entsprechenden Kurse gibt es regelmäßig überall in NRW.
Wird die Nachfrage knapper, muss das Angebot attraktiver werden. Umfassende Informationen, um die Anziehungskraft eines Vereins zu stärken, bieten die Seiten:

Hier finden sich gebündelt attraktive und niederschwellige Aus- und Fortbildungsangebote für zukünftige und aktive Übungsleiter*innen, Trainer*innen und Vereinsmanager*innen. Über das persönliche Sportkonto erhalten sie direkten Zugang zur Lernplattform und damit sofort zu kostenfreien Lernangeboten.

go.lsb.nrw/vibss-neue-engagierte
VIBSS.de ist der Wissensfundus für alle, die Verantwortung in Sportvereinen übernehmen, dazu gehören natürlich auch Tipps zur Gewinnung und Bindung von Engagierten, sowohl inner- als auch außerhalb des eigenen Vereins.

Hier gibt es ganz unterschiedliche Materialien,
um für das Ehrenamt im Sport zu werben, zum
Beispiel über die Social-Media-Kanäle des Vereins.
ḕ Mehr dazu auch in dieser Ausgabe hier

Sie gehören zum Lebenselixier des Sports: Übungsleiter*innen und Trainer*innen. Ohne sie keine Sportpraxis, kein Vereinssport, kein Nutzen für die Gesellschaft. Dann bleibt die Halle leer. Die Suche, Bindung und Ausbildung dieser Expert*innen ist eine immerwährende Aufgabe. Eine Aufgabe, die Vereine bisweilen an ihre Grenzen bringt. Der SSB Remscheid hat jetzt öffentlich Alarm geschlagen, weil dort wichtige Sportgruppen nicht mehr stattfinden können. WirimSport hat nachgefragt und wirft ein Streiflicht auf den aktuellen Stand im Dauerthema „Übungsleiter*innen-Mangel“.
Social Media nutzen
Mit Suchanzeigen und guten ÜL-Geschichten

Einstieg erleichtern
Als Co-Trainer, Helfer, Schnupperphasen, Mentoren

Flexiblere Einsatzmodelle
z.B. Wechselnde Verantwortlichkeiten

Wertschätzung zeigen
z.B. durch systematisches Ehrenamtsmanagement

Die Forschung weiß: Je früher Kinder mit
Sport in Kontakt kommen, je größer ist die Chance, dass sie ihm ein Leben lang treu bleiben.
Mitglieder gezielt und
persönlich ansprechen
Eltern, ehemalige jugendliche Mitglieder, aktive Sportler, Ältere

Junge Menschen gewinnen
Im Training, in Schulen

Aus- und Fortbildung finanzieren
Die Kosten für die Übungsleiter-C-Lizenz übernehmen, Aufwandsentschädigungen anbieten

Für mehr als jeden zehnten Sportverein in NRW stellt die mangelnde Bindung bzw.
Gewinnung von Trainer*innen und Übungsleiter*innen eine Existenzbedrohung dar. Sportentwicklungsbericht für NRW,
Befragung 2023
Der Bedarf an Übungsleitungen trifft
auf Anstieg an Mitgliederzahlen
Dabei müssten Interessierte dem Sport eigentlich die Türen einrennen. Denn Ehrenamt bietet Erfüllung. So geben die meisten Trainer*innen und Übungsleiter*innen laut Sportentwicklungsbericht an, ihr Engagement mit Spaß auszuüben, gerne Wissen zu vermitteln und einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.
Dennoch hat der Sport zwischen 2014 und 2019 rund eine Million ehrenamtlich Engagierte über 14 Jahre verloren, so der Sportentwicklungsbericht. So sind die Übungsleiter*innen „alter Schule“, die ihr Leben lang im Verein aktiv waren, förmlich in die Jahre gekommen und beenden ihre Tätigkeit. Lebensverhältnisse haben sich geändert. Ehrenamtliche engagieren sich lieber projektbezogen oder zeitlich begrenzt, vieles kommt zusammen.
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) stellt fest: „Bürokratie, Zeitdruck und fehlende Wertschätzung
sind zentrale Probleme und erfordern neue Lösungen.“ Gleichzeitig trifft der Bedarf an Übungsleitungen auf einen wiederum erfreulichen Anstieg an Mitgliederzahlen, der auf neuestem Höchststand ist. Ein doppeltes Dilemma sozusagen.
Doch Vereine können durchaus ihre Chancen erhöhen, Interessierte für sich zu gewinnen. Das Vereins-, Informations- und Schulungssystem
VIBSS.de des LSB und dessen Webseite
sportehrenamt.nrw haben umfassende Tipps zusammengestellt, wie man einen Verein fit macht, um seine Anziehungskraft zu erhöhen.
Auf
meinsportnetz.nrw finden Vereine zudem niedrigschwellige Einstiegsangebote ins Lizenzsystem, die es leichter machen, neue Übungsleiter*innen zu gewinnen. Das reicht von einem klaren Profil über ein wertschätzendes Ehrenamtsmanagement. Über meinsportnetz.nrw werden dafür eigene Ehrenamtsmanager*innen ausgebildet, die sich um die gezielte Ansprache potenzieller Ehrenamtlicher kümmern – im Verein und darüber hinaus.
Ein Schlüssel: Wertschätzung
Vielleicht ist letzteres einer der Gründe, warum der SV Blau-Weiß Aasee aus Münster so erfolgreich ist. „Klar sind wir ständig auf der Suche nach Trainer*innen, aber ich kann nicht klagen. Wir finden aus dem Verein heraus genug Nachwuchs, auch Eltern“, berichtet Vorsitzender Hugo Domin, dessen SV unter anderem mit rund 20 Fußball- und 30 Volleyballmannschaften einen großen Bedarf hat.
Aus seinen Worten klingt Wertschätzung: „Vielleicht liegt es an den Personen, die jemanden ansprechen. Wir haben einen gut aufgestellten Vorstand, deren Mitglieder offenbar mein „Begeisterungsgen“ in sich tragen, so dass sie selbst Unentschlossene gewinnen können“, schmunzelt der langjährige Vereinsvorsitzende.
Fakt ist: Übungsleiter*innen und Trainer*innen legen
sehr wohl Wert auf das Gefühl, ein Teil des Vereins zu sein, so die Aussagen im Sportentwicklungsbericht. Und sie legen Wert auf gute Qualifizierung. Nicht umsonst wird das Qualifizierungssystem des LSB kontinuierlich fortentwickelt und in dessen Qualitätsstandard investiert. Und um auf die veränderten Lebensverhältnisse zu reagieren, hat der LSB bereits nach der Coronakrise die „ÜL“-Qualifizierung modifiziert, modular aufgebaut und digital erweitert, um sie flexibler auf die individuellen Lebensbedingungen der Interessierten auszurichten.
Inzwischen gibt es auf der eigenen Lernplattform von meinsportnetz.nrw immer mehr digitale und hybride Angebote, auf die Vereine und Interessierte jederzeit über ihr persönliches Sportkonto zugreifen können. Darüber hinaus ergänzt eine neu entwickelte Qualifizierung zur „Übungsleiter-Assistent*in“ den Anspruch, einen niedrigschwelligen Zugang zu dieser Schlüsseltätigkeit zu sichern.
„Gemeinsam. Bilden. Stärken.“: So lässt sich vielleicht das Erfolgsrezept zusammenfassen, um potenzielle Einsteiger*innen zu gewinnen und langfristig an Bord zu halten. Sei es der Einstieg als Sporthelfer*in an der Schule oder eine neue „Balltalente“-Gruppe, wie sie der SV Blau-Weiß Aasee ins Leben gerufen hat.
„Mitmachen lassen“, lautet hier die Devise. „Der hauptverantwortliche Übungsleiter, Nils Kaufmann, ist eine Kapazität im Volleyball und hat neben der Schulung der Kinder als zweitwichtigste Aufgabe die Schulung von Übungsleitern“, berichtet Hugo Domin. Ihm zur Seite ständen zurzeit etwas mehr als ein Dutzend jugendlicher Mädchen. „Wir hoffen natürlich, dass sie im Verein in ein paar Jahren als „richtige“ Trainerinnen im Einsatz sind.“
Einen ähnlichen Weg hat der TTV Hervest-Dorsten beschritten. Der Tischtennisclub am Rand des Ruhrgebiets nutzt ein Ausbildungskonzept des Westdeutschen Tischtennisverbandes WTTV, um Jungen und Mädchen ab 14 Jahre durch „Mitmachen lassen“ zu begeistern. Es nennt sich STARTTER (mit zwei T, wie bei Tischtennis) und wird dezentral als Wochenendseminar im Verein durchgeführt. „Das kostet uns etwas Geld, aber danach können die Jugendlichen bei uns im Training als Assistent*innen mitmachen“, berichtet TTV-Vorsitzender Andre Funcke: „Unser Jugendwart hat ein Auge darauf, wen man dann für den nächsten Schritt als C-Trainer*in gewinnen kann.“
Obwohl der Verein im Großen und Ganzen seinen Bedarf an Trainier*innen bisher auch durch solche Maßnahmen decken konnte, ist Funcke nur bedingt zufrieden. „Wir wollen unsere Nachwuchstalente qualitativ noch besser fördern, dazu bräuchten wir einfach noch ein oder zwei Trainer pro Trainingstag mehr.“ Das habe man sich jetzt als Ziel gesetzt. Sein Fazit: „Man muss einfach am Ball bleiben.“
Am Ball bleibt auch der organisierte Sport. So hat sich ebenfalls der DOSB des Themas angenommen. Anfang des Jahres hat er eines der größten Reformprojekte im Bereich der Qualifizierung von Trainer*innen, Übungsleiter*innen, Vereinsmanager*innen und Jugendleiter*innen seit zwei Jahrzehnten auf den Weg gebracht. Bis 2028 soll diese Ausbildungsreform das gesamte DOSB-Lizenzsystem modernisieren. Es bleibt das Beste zu hoffen. Für den Vereinssport und in der Folge für die Gesellschaft als Ganzes.
Die Nachricht ließ aufhorchen. „Sportbund schlägt Alarm: Gibt es bald keine Kurse mehr für Kinder oder Herzkranke?“ So titelte Mitte Juni eine Lokalzeitung in Remscheid. Und berichtete über eine „Übungsleiter*innenkrise“ in der Stadt im Bergischen Land. Ein Sportverein, der just auf den Namen „Frisch Auf" hört, habe sich deshalb sogar schon aufgelöst. Brandherd Remscheid? „Eigentlich wollten wir nur für unsere Qualifizierungen werben“, relativiert Jonas Pyschny, Fachreferent Breitensport beim Stadtsportbund Remscheid. Deshalb habe man Kontakt zur Presse aufgenommen. „Aber ich finde, dass der Titel ein guter Weckruf ist. Denn
in der Tat ist die Lage in einigen Bereichen sehr ernst.“
Vor allem wenn Kindersportgruppen wegen fehlender Übungsleitungen nicht zustande kämen. „Das ist doch bitter“, zeigt sich Pyschny berührt, „für die Kinder, aber auch für den Sport insgesamt. Gerade dort wird doch die Grundlage gelegt für eine lebenslange Verbundenheit zum Sporttreiben und zum Vereinssport.“ Nicht weniger schockierend sei, dass in der Stadt keine einzige Herzsportgruppe stattfinde. „Eine echte medizinische Versorgungslücke“, beklagt er.
„Immer wieder ein Thema“
Weniger dramatisch präsentiert sich neunzig Kilometer weiter die Lage im KSB Siegen-Wittgenstein. „Natürlich ist der Mangel an Übungsleiter*innen immer wieder ein Thema, aber aktuell habe ich keine besonderen Rückmeldungen aus den Vereinen“, berichtet Geschäftsstellenleiter Christian Janusch. Eine Handvoll Suchen listet die Jobbörse des KSB auf. Klingt nicht nach allgemeiner Notlage. Im Einzelfall ist die Lage dann aber doch drastisch.
Nachwuchsabteilung auf der Kippe
Nachgefragt bei Sabine Kaulen, Vorstandsmitglied im Eiserfelder Turnverein. Der TV sucht über die Börse für seine Mädchen-Turngruppe DRINGEND eine/n Turntrainer*in – in Großbuchstaben sozusagen. „In der Vergangenheit hat sich kurz vor Toresschluss immer noch jemand gemeldet“, sagt sie. „Jedes Mal dachte ich dann: Boah, haben wir das doch noch mal hinbekommen." Jetzt verliere sie erstmals ein wenig die Hoffnung. Man spürt, wie sehr sie mit dem Herzen dabei ist: „Im schlimmsten Fall müssen wir die Abteilung schließen“, sagt sie: „Was gibt es Schlimmeres, als eine Nachwuchsabteilung zumachen zu müssen?“
Dabei habe man alle Hebel in Bewegung gesetzt. Über Facebook, Tiktok und Instagram gesucht, sich im Verein umgehört, die Jobbörse bemüht, Elternbrief verschickt, an die Schulen gegangen. Resultat: „Eine Frau kam zum Probetraining. Sie hat mich später informiert, dass sie ein besseres Angebot hat.“
Sabine Kaulen ist nicht allein mit ihren Herausforderungen. Laut Sportentwicklungsbericht für NRW stellt die Bindung bzw. Gewinnung von Trainer*innen und Übungsleiter*innen für gut elf Prozent der Sportvereine eine Existenzbedrohung dar (Befragung aus dem Jahr 2023). Dabei ist der NRW-Sport kein Einzelfall. Es ist ein bundesweites Problem. Bezogen auf alle ehrenamtlichen Funktionen gehen bundesweit sogar 17,6 Prozent der Vereine von einer existenziellen Bedrohung aus.
Nicht umsonst haben politische Kernforderungen des DOSB ihren Weg in den Koalitionsvertrag der Bundesregierung gefunden haben. Dazu gehört auch eine Bildungsoffensive für mehr Trainer*innen: „Um als Gesellschaft wieder mehr in Bewegung zu kommen und insbesondere unsere Kinder und Jugendlichen ans lebenslange Sporttreiben und auch Spitzenleistung heranzuführen, brauchen wir erstklassig ausgebildete Übungsleiter*innen“, so die Absicht. Problem immerhin erkannt...
Konkret hat die Landesregierung NRW Nägel mit Köpfen gemacht. Im Zusammenhang mit der Olympiabewerbung KölnRheinRuhr hat sie eine erneute Übungsleitungs-Offensive beschlossen. Wer 2026 eine entsprechende Lizenz erwirbt, kann sich die Ausbildung mit bis zu 500 Euro bezuschussen lassen. „Dass die Mittel bereits nach drei Monaten überzeichnet waren, ist ein klares Signal dafür, welch enormer Bedarf besteht“, unterstreicht Marion Kubitza, Ressortleiterin Bildung und Qualifizierung im LSB: „Der Mangel an Übungsleitungen und Trainer*innen ist eklatant.“
Über den „ÜL-Mangel“
Dann bleibt
die Halle leer
Begegnung auf Augenhöhe: Die Bedeutung guter Trainer*innen und Übungsleitungen für den Sportnachwuchs kann man kaum überschätzen. Sie vermitteln nicht nur Technik und Regeln, sie wecken oftmals auch die Begeisterung für den Sport.
Die Sporthelfer*innen-Ausbildung für 13- bis 17-Jährige ist oftmals der Einstieg in eine Tätigkeit als Übungsleitung.
Die entsprechenden Kurse gibt es regelmäßig überall in NRW.
Wird die Nachfrage knapper, muss das Angebot attraktiver werden. Umfassende Informationen, um die Anziehungskraft eines Vereins zu stärken, bieten die Seiten:

Hier finden sich gebündelt attraktive und niederschwellige Aus- und Fortbildungsangebote für zukünftige und aktive Übungsleiter*innen, Trainer*innen und Vereinsmanager*innen. Über das persönliche Sportkonto erhalten sie direkten Zugang zur Lernplattform und damit sofort zu kostenfreien Lernangeboten.

go.lsb.nrw/vibss-neue-engagierte
VIBSS.de ist der Wissensfundus für alle, die Verantwortung in Sportvereinen übernehmen, dazu gehören natürlich auch Tipps zur Gewinnung und Bindung von Engagierten, sowohl inner- als auch außerhalb des eigenen Vereins.

Hier gibt es ganz unterschiedliche Materialien,
um für das Ehrenamt im Sport zu werben, zum
Beispiel über die Social-Media-Kanäle des Vereins.
ḕ Mehr dazu auch in dieser Ausgabe hier

Sie gehören zum Lebenselixier des Sports: Übungsleiter*innen und Trainer*innen. Ohne sie keine Sportpraxis, kein Vereinssport, kein Nutzen für die Gesellschaft. Dann bleibt die Halle leer. Die Suche, Bindung und Ausbildung dieser Expert*innen ist eine immerwährende Aufgabe. Eine Aufgabe, die Vereine bisweilen an ihre Grenzen bringt. Der SSB Remscheid hat jetzt öffentlich Alarm geschlagen, weil dort wichtige Sportgruppen nicht mehr stattfinden können. WirimSport hat nachgefragt und wirft ein Streiflicht auf den aktuellen Stand im Dauerthema „Übungsleiter*innen-Mangel“.
Social Media nutzen
Mit Suchanzeigen und guten ÜL-Geschichten

Einstieg erleichtern
Als Co-Trainer, Helfer, Schnupperphasen, Mentoren

Flexiblere Einsatzmodelle
z.B. Wechselnde Verantwortlichkeiten

Wertschätzung zeigen
z.B. durch systematisches Ehrenamtsmanagement

Die Forschung weiß: Je früher Kinder mit
Sport in Kontakt kommen, je größer ist die Chance, dass sie ihm ein Leben lang treu bleiben.
Mitglieder gezielt und
persönlich ansprechen
Eltern, ehemalige jugendliche Mitglieder, aktive Sportler, Ältere

Junge Menschen gewinnen
Im Training, in Schulen

Aus- und Fortbildung finanzieren
Die Kosten für die Übungsleiter-C-Lizenz übernehmen, Aufwandsentschädigungen anbieten

Social Media nutzen
Mit Suchanzeigen und guten ÜL-Ge
Für mehr als jeden zehnten Sportverein in NRW stellt die mangelnde Bindung bzw.
Gewinnung von Trainer*innen und Übungsleiter*innen eine Existenzbedrohung dar. Sportentwicklungsbericht für NRW, Befragung 2023
Konkret hat die Landesregierung NRW Nägel mit Köpfen gemacht. Im Zusammenhang mit der Olympiabewerbung KölnRheinRuhr hat sie eine erneute Übungsleitungs-Offensive beschlossen. Wer 2026 eine entsprechende Lizenz erwirbt, kann sich die Ausbildung mit bis zu 500 Euro bezuschussen lassen. „Dass die Mittel bereits nach drei Monaten überzeichnet waren, ist ein klares Signal dafür, welch enormer Bedarf besteht“, unterstreicht Marion Kubitza, Ressortleiterin Bildung und Qualifizierung im LSB: „Der Mangel an Übungsleitungen und Trainer*innen ist eklatant.“
Der Bedarf an Übungsleitungen trifft
auf Anstieg an Mitgliederzahlen
Dabei müssten Interessierte dem Sport eigentlich die Türen einrennen. Denn Ehrenamt bietet Erfüllung. So geben die meisten Trainer*innen und Übungsleiter*innen laut Sportentwicklungsbericht an, ihr Engagement mit Spaß auszuüben, gerne Wissen zu vermitteln und einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.
Dennoch hat der Sport zwischen 2014 und 2019 rund eine Million ehrenamtlich Engagierte über 14 Jahre verloren, so der Sportentwicklungsbericht. So sind die Übungsleiter*innen „alter Schule“, die ihr Leben lang im Verein aktiv waren, förmlich in die Jahre gekommen und beenden ihre Tätigkeit. Lebensverhältnisse haben sich geändert. Ehrenamtliche engagieren sich lieber projektbezogen oder zeitlich begrenzt, vieles kommt zusammen.
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) stellt fest: „Bürokratie, Zeitdruck und fehlende Wertschätzung
sind zentrale Probleme und erfordern neue Lösungen.“ Gleichzeitig trifft der Bedarf an Übungsleitungen auf einen wiederum erfreulichen Anstieg an Mitgliederzahlen, der auf neuestem Höchststand ist. Ein doppeltes Dilemma sozusagen.
Doch Vereine können durchaus ihre Chancen erhöhen, Interessierte für sich zu gewinnen. Das Vereins-, Informations- und Schulungssystem
VIBSS.de des LSB und dessen Webseite
sportehrenamt.nrw haben umfassende Tipps zusammengestellt, wie man einen Verein fit macht, um seine Anziehungskraft zu erhöhen.
Auf
meinsportnetz.nrw finden Vereine zudem niedrigschwellige Einstiegsangebote ins Lizenzsystem, die es leichter machen, neue Übungsleiter*innen zu gewinnen. Das reicht von einem klaren Profil über ein wertschätzendes Ehrenamtsmanagement. Über meinsportnetz.nrw werden dafür eigene Ehrenamtsmanager*innen ausgebildet, die sich um die gezielte Ansprache potenzieller Ehrenamtlicher kümmern – im Verein und darüber hinaus.
Ein Schlüssel: Wertschätzung
Vielleicht ist letzteres einer der Gründe, warum der SV Blau-Weiß Aasee aus Münster so erfolgreich ist. „Klar sind wir ständig auf der Suche nach Trainer*innen, aber ich kann nicht klagen. Wir finden aus dem Verein heraus genug Nachwuchs, auch Eltern“, berichtet Vorsitzender Hugo Domin, dessen SV unter anderem mit rund 20 Fußball- und 30 Volleyballmannschaften einen großen Bedarf hat.
Aus seinen Worten klingt Wertschätzung: „Vielleicht liegt es an den Personen, die jemanden ansprechen. Wir haben einen gut aufgestellten Vorstand, deren Mitglieder offenbar mein „Begeisterungsgen“ in sich tragen, so dass sie selbst Unentschlossene gewinnen können“, schmunzelt der langjährige Vereinsvorsitzende.
Fakt ist: Übungsleiter*innen und Trainer*innen legen
sehr wohl Wert auf das Gefühl, ein Teil des Vereins zu sein, so die Aussagen im Sportentwicklungsbericht. Und sie legen Wert auf gute Qualifizierung. Nicht umsonst wird das Qualifizierungssystem des LSB kontinuierlich fortentwickelt und in dessen Qualitätsstandard investiert. Und um auf die veränderten Lebensverhältnisse zu reagieren, hat der LSB bereits nach der Coronakrise die „ÜL“-Qualifizierung modifiziert, modular aufgebaut und digital erweitert, um sie flexibler auf die individuellen Lebensbedingungen der Interessierten auszurichten.
Inzwischen gibt es auf der eigenen Lernplattform von meinsportnetz.nrw immer mehr digitale und hybride Angebote, auf die Vereine und Interessierte jederzeit über ihr persönliches Sportkonto zugreifen können. Darüber hinaus ergänzt eine neu entwickelte Qualifizierung zur „Übungsleiter-Assistent*in“ den Anspruch, einen niedrigschwelligen Zugang zu dieser Schlüsseltätigkeit zu sichern.
„Gemeinsam. Bilden. Stärken.“: So lässt sich vielleicht das Erfolgsrezept zusammenfassen, um potenzielle Einsteiger*innen zu gewinnen und langfristig an Bord zu halten. Sei es der Einstieg als Sporthelfer*in an der Schule oder eine neue „Balltalente“-Gruppe, wie sie der SV Blau-Weiß Aasee ins Leben gerufen hat.
„Mitmachen lassen“, lautet hier die Devise. „Der hauptverantwortliche Übungsleiter, Nils Kaufmann, ist eine Kapazität im Volleyball und hat neben der Schulung der Kinder als zweitwichtigste Aufgabe die Schulung von Übungsleitern“, berichtet Hugo Domin. Ihm zur Seite ständen zurzeit etwas mehr als ein Dutzend jugendlicher Mädchen. „Wir hoffen natürlich, dass sie im Verein in ein paar Jahren als „richtige“ Trainerinnen im Einsatz sind.“
Einen ähnlichen Weg hat der TTV Hervest-Dorsten beschritten. Der Tischtennisclub am Rand des Ruhrgebiets nutzt ein Ausbildungskonzept des Westdeutschen Tischtennisverbandes WTTV, um Jungen und Mädchen ab 14 Jahre durch „Mitmachen lassen“ zu begeistern. Es nennt sich STARTTER (mit zwei T, wie bei Tischtennis) und wird dezentral als Wochenendseminar im Verein durchgeführt. „Das kostet uns etwas Geld, aber danach können die Jugendlichen bei uns im Training als Assistent*innen mitmachen“, berichtet TTV-Vorsitzender Andre Funcke: „Unser Jugendwart hat ein Auge darauf, wen man dann für den nächsten Schritt als C-Trainer*in gewinnen kann.“
Obwohl der Verein im Großen und Ganzen seinen Bedarf an Trainier*innen bisher auch durch solche Maßnahmen decken konnte, ist Funcke nur bedingt zufrieden. „Wir wollen unsere Nachwuchstalente qualitativ noch besser fördern, dazu bräuchten wir einfach noch ein oder zwei Trainer pro Trainingstag mehr.“ Das habe man sich jetzt als Ziel gesetzt. Sein Fazit: „Man muss einfach am Ball bleiben.“
Am Ball bleibt auch der organisierte Sport. So hat sich ebenfalls der DOSB des Themas angenommen. Anfang des Jahres hat er eines der größten Reformprojekte im Bereich der Qualifizierung von Trainer*innen, Übungsleiter*innen, Vereinsmanager*innen und Jugendleiter*innen seit zwei Jahrzehnten auf den Weg gebracht. Bis 2028 soll diese Ausbildungsreform das gesamte DOSB-Lizenzsystem modernisieren. Es bleibt das Beste zu hoffen. Für den Vereinssport und in der Folge für die Gesellschaft als Ganzes.
Die Nachricht ließ aufhorchen. „Sportbund schlägt Alarm: Gibt es bald keine Kurse mehr für Kinder oder Herzkranke?“ So titelte Mitte Juni eine Lokalzeitung in Remscheid. Und berichtete über eine „Übungsleiter*innenkrise“ in der Stadt im Bergischen Land. Ein Sportverein, der just auf den Namen „Frisch Auf" hört, habe sich deshalb sogar schon aufgelöst. Brandherd Remscheid? „Eigentlich wollten wir nur für unsere Qualifizierungen werben“, relativiert Jonas Pyschny, Fachreferent Breitensport beim Stadtsportbund Remscheid. Deshalb habe man Kontakt zur Presse aufgenommen. „Aber ich finde, dass der Titel ein guter Weckruf ist. Denn
in der Tat ist die Lage in einigen Bereichen sehr ernst.“
Vor allem wenn Kindersportgruppen wegen fehlender Übungsleitungen nicht zustande kämen. „Das ist doch bitter“, zeigt sich Pyschny berührt, „für die Kinder, aber auch für den Sport insgesamt. Gerade dort wird doch die Grundlage gelegt für eine lebenslange Verbundenheit zum Sporttreiben und zum Vereinssport.“ Nicht weniger schockierend sei, dass in der Stadt keine einzige Herzsportgruppe stattfinde. „Eine echte medizinische Versorgungslücke“, beklagt er.
„Immer wieder ein Thema“
Weniger dramatisch präsentiert sich neunzig Kilometer weiter die Lage im KSB Siegen-Wittgenstein. „Natürlich ist der Mangel an Übungsleiter*innen immer wieder ein Thema, aber aktuell habe ich keine besonderen Rückmeldungen aus den Vereinen“, berichtet Geschäftsstellenleiter Christian Janusch. Eine Handvoll Suchen listet die Jobbörse des KSB auf. Klingt nicht nach allgemeiner Notlage. Im Einzelfall ist die Lage dann aber doch drastisch.
Nachwuchsabteilung auf der Kippe
Nachgefragt bei Sabine Kaulen, Vorstandsmitglied im Eiserfelder Turnverein. Der TV sucht über die Börse für seine Mädchen-Turngruppe DRINGEND eine/n Turntrainer*in – in Großbuchstaben sozusagen. „In der Vergangenheit hat sich kurz vor Toresschluss immer noch jemand gemeldet“, sagt sie. „Jedes Mal dachte ich dann: Boah, haben wir das doch noch mal hinbekommen." Jetzt verliere sie erstmals ein wenig die Hoffnung. Man spürt, wie sehr sie mit dem Herzen dabei ist: „Im schlimmsten Fall müssen wir die Abteilung schließen“, sagt sie: „Was gibt es Schlimmeres, als eine Nachwuchsabteilung zumachen zu müssen?“
Dabei habe man alle Hebel in Bewegung gesetzt. Über Facebook, Tiktok und Instagram gesucht, sich im Verein umgehört, die Jobbörse bemüht, Elternbrief verschickt, an die Schulen gegangen. Resultat: „Eine Frau kam zum Probetraining. Sie hat mich später informiert, dass sie ein besseres Angebot hat.“
Sabine Kaulen ist nicht allein mit ihren Herausforderungen. Laut Sportentwicklungsbericht für NRW stellt die Bindung bzw. Gewinnung von Trainer*innen und Übungsleiter*innen für gut elf Prozent der Sportvereine eine Existenzbedrohung dar (Befragung aus dem Jahr 2023). Dabei ist der NRW-Sport kein Einzelfall. Es ist ein bundesweites Problem. Bezogen auf alle ehrenamtlichen Funktionen gehen bundesweit sogar 17,6 Prozent der Vereine von einer existenziellen Bedrohung aus.
Nicht umsonst haben politische Kernforderungen des DOSB ihren Weg in den Koalitionsvertrag der Bundesregierung gefunden haben. Dazu gehört auch eine Bildungsoffensive für mehr Trainer*innen: „Um als Gesellschaft wieder mehr in Bewegung zu kommen und insbesondere unsere Kinder und Jugendlichen ans lebenslange Sporttreiben und auch Spitzenleistung heranzuführen, brauchen wir erstklassig ausgebildete Übungsleiter*innen“, so die Absicht. Problem immerhin erkannt...
Über den „ÜL-Mangel“
Dann bleibt
die Halle leer
Begegnung auf Augenhöhe: Die Bedeutung guter Trainer*innen und Übungsleitungen für den Sportnachwuchs kann man kaum überschätzen. Sie vermitteln nicht nur Technik und Regeln, sie wecken oftmals auch die Begeisterung für den Sport.
Die Sporthelfer*innen-Ausbildung für 13- bis 17-Jährige ist oftmals der Einstieg in eine Tätigkeit als Übungsleitung. Die entsprechenden Kurse gibt es regelmäßig überall in NRW.
Wird die Nachfrage knapper, muss das Angebot attraktiver werden. Umfassende Informationen, um die Anziehungskraft eines Vereins zu stärken, bieten die Seiten:

Hier finden sich gebündelt attraktive und niederschwellige Aus- und Fortbildungsangebote für zukünftige und aktive Übungsleiter*innen, Trainer*innen und Vereinsmanager*innen. Über das persönliche Sportkonto erhalten sie direkten Zugang zur Lernplattform und damit sofort zu kostenfreien Lernangeboten.

go.lsb.nrw/vibss-neue-engagierte
VIBSS.de ist der Wissensfundus für alle, die Verantwortung in Sportvereinen übernehmen, dazu gehören natürlich auch Tipps zur Gewinnung und Bindung von Engagierten, sowohl inner- als auch außerhalb des eigenen Vereins.

Hier gibt es ganz unterschiedliche Materialien,
um für das Ehrenamt im Sport zu werben, zum
Beispiel über die Social-Media-Kanäle des Vereins.
ḕ Mehr dazu auch in dieser Ausgabe hier

Sie gehören zum Lebenselixier des Sports: Übungsleiter*innen und Trainer*innen. Ohne sie keine Sportpraxis, kein Vereinssport, kein Nutzen für die Gesellschaft. Dann bleibt die Halle leer. Die Suche, Bindung und Ausbildung dieser Expert*innen ist eine immerwährende Aufgabe. Eine Aufgabe, die Vereine bisweilen an ihre Grenzen bringt. Der SSB Remscheid hat jetzt öffentlich Alarm geschlagen, weil dort wichtige Sportgruppen nicht mehr stattfinden können. WirimSport hat nachgefragt und wirft ein Streiflicht auf den aktuellen Stand im Dauerthema „Übungsleiter*innen-Mangel“.
Die Forschung weiß: Je früher Kinder mit
Sport in Kontakt kommen, je größer ist die Chance, dass sie ihm ein Leben lang treu bleiben.
Mitglieder gezielt und
persönlich ansprechen
Eltern, ehemalige jugendliche Mitglieder, aktive Sportler, Ältere

Junge Menschen gewinnen
Im Training, in Schulen

Aus- und Fortbildung finanzieren
Die Kosten für die Übungsleiter-C-Lizenz übernehmen, Aufwandsentschädigungen anbieten

Social Media nutzen
Mit Suchanzeigen und guten ÜL-Geschichten

Einstieg erleichtern
Als Co-Trainer, Helfer, Schnupperphasen, Mentoren

Flexiblere Einsatzmodelle
z.B. Wechselnde Verantwortlichkeiten

Wertschätzung zeigen
z.B. durch systematisches Ehrenamtsmanagement

Für mehr als jeden zehnten Sportverein in NRW stellt die mangelnde Bindung bzw. Gewinnung von Trainer*innen und Übungsleiter*innen eine Existenzbedrohung dar. Sportentwicklungsbericht für NRW,
Befragung 2023
Nicht umsonst haben politische Kernforderungen des DOSB ihren Weg in den Koalitionsvertrag der Bundesregierung gefunden haben. Dazu gehört auch eine Bildungsoffensive für mehr Trainer*innen: „Um als Gesellschaft wieder mehr in Bewegung zu kommen und insbesondere unsere Kinder und Jugendlichen ans lebenslange Sporttreiben und auch Spitzenleistung heranzuführen, brauchen wir erstklassig ausgebildete Übungsleiter*innen“, so die Absicht. Problem immerhin erkannt...
Konkret hat die Landesregierung NRW Nägel mit Köpfen gemacht. Im Zusammenhang mit der Olympiabewerbung KölnRheinRuhr hat sie eine erneute Übungsleitungs-Offensive beschlossen. Wer 2026 eine entsprechende Lizenz erwirbt, kann sich die Ausbildung mit bis zu 500 Euro bezuschussen lassen. „Dass die Mittel bereits nach drei Monaten überzeichnet waren, ist ein klares Signal dafür, welch enormer Bedarf besteht“, unterstreicht Marion Kubitza, Ressortleiterin Bildung und Qualifizierung im LSB: „Der Mangel an Übungsleitungen und Trainer*innen ist eklatant.“
Der Bedarf an Übungsleitungen trifft
auf Anstieg an Mitgliederzahlen
Dabei müssten Interessierte dem Sport eigentlich die Türen einrennen. Denn Ehrenamt bietet Erfüllung. So geben die meisten Trainer*innen und Übungsleiter*innen laut Sportentwicklungsbericht an, ihr Engagement mit Spaß auszuüben, gerne Wissen zu vermitteln und einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.
Dennoch hat der Sport zwischen 2014 und 2019 rund eine Million ehrenamtlich Engagierte über 14 Jahre verloren, so der Sportentwicklungsbericht. So sind die Übungsleiter*innen „alter Schule“, die ihr Leben lang im Verein aktiv waren, förmlich in die Jahre gekommen und beenden ihre Tätigkeit. Lebensverhältnisse haben sich geändert. Ehrenamtliche engagieren sich lieber projektbezogen oder zeitlich begrenzt, vieles kommt zusammen.
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) stellt fest: „Bürokratie, Zeitdruck und fehlende Wertschätzung
sind zentrale Probleme und erfordern neue Lösungen.“ Gleichzeitig trifft der Bedarf an Übungsleitungen auf einen wiederum erfreulichen Anstieg an Mitgliederzahlen, der auf neuestem Höchststand ist. Ein doppeltes Dilemma sozusagen.
Doch Vereine können durchaus ihre Chancen erhöhen, Interessierte für sich zu gewinnen. Das Vereins-, Informations- und Schulungssystem
VIBSS.de des LSB und dessen Webseite
sportehrenamt.nrw haben umfassende Tipps zusammengestellt, wie man einen Verein fit macht, um seine Anziehungskraft zu erhöhen.
Auf
meinsportnetz.nrw finden Vereine zudem niedrigschwellige Einstiegsangebote ins Lizenzsystem, die es leichter machen, neue Übungsleiter*innen zu gewinnen. Das reicht von einem klaren Profil über ein wertschätzendes Ehrenamtsmanagement. Über meinsportnetz.nrw werden dafür eigene Ehrenamtsmanager*innen ausgebildet, die sich um die gezielte Ansprache potenzieller Ehrenamtlicher kümmern – im Verein und darüber hinaus.
Ein Schlüssel:
Wertschätzung
Vielleicht ist letzteres einer der Gründe, warum der SV Blau-Weiß Aasee aus Münster so erfolgreich ist. „Klar sind wir ständig auf der Suche nach Trainer*innen, aber ich kann nicht klagen. Wir finden aus dem Verein heraus genug Nachwuchs, auch Eltern“, berichtet Vorsitzender Hugo Domin, dessen SV unter anderem mit rund 20 Fußball- und 30 Volleyballmannschaften einen großen Bedarf hat.
Aus seinen Worten klingt Wertschätzung: „Vielleicht liegt es an den Personen, die jemanden ansprechen. Wir haben einen gut aufgestellten Vorstand, deren Mitglieder offenbar mein „Begeisterungsgen“ in sich tragen, so dass sie selbst Unentschlossene gewinnen können“, schmunzelt der langjährige Vereinsvorsitzende.
Fakt ist: Übungsleiter*innen und Trainer*innen legen
sehr wohl Wert auf das Gefühl, ein Teil des Vereins zu sein, so die Aussagen im Sportentwicklungsbericht. Und sie legen Wert auf gute Qualifizierung. Nicht umsonst wird das Qualifizierungssystem des LSB kontinuierlich fortentwickelt und in dessen Qualitätsstandard investiert. Und um auf die veränderten Lebensverhältnisse zu reagieren, hat der LSB bereits nach der Coronakrise die „ÜL“-Qualifizierung modifiziert, modular aufgebaut und digital erweitert, um sie flexibler auf die individuellen Lebensbedingungen der Interessierten auszurichten.
Inzwischen gibt es auf der eigenen Lernplattform von meinsportnetz.nrw immer mehr digitale und hybride Angebote, auf die Vereine und Interessierte jederzeit über ihr persönliches Sportkonto zugreifen können. Darüber hinaus ergänzt eine neu entwickelte Qualifizierung zur „Übungsleiter-Assistent*in“ den Anspruch, einen niedrigschwelligen Zugang zu dieser Schlüsseltätigkeit zu sichern.
„Gemeinsam. Bilden. Stärken.“: So lässt sich vielleicht das Erfolgsrezept zusammenfassen, um potenzielle Einsteiger*innen zu gewinnen und langfristig an Bord zu halten. Sei es der Einstieg als Sporthelfer*in an der Schule oder eine neue „Balltalente“-Gruppe, wie sie der SV Blau-Weiß Aasee ins Leben gerufen hat.
„Mitmachen lassen“, lautet hier die Devise. „Der hauptverantwortliche Übungsleiter, Nils Kaufmann, ist eine Kapazität im Volleyball und hat neben der Schulung der Kinder als zweitwichtigste Aufgabe die Schulung von Übungsleitern“, berichtet Hugo Domin. Ihm zur Seite ständen zurzeit etwas mehr als ein Dutzend jugendlicher Mädchen. „Wir hoffen natürlich, dass sie im Verein in ein paar Jahren als „richtige“ Trainerinnen im Einsatz sind.“
Einen ähnlichen Weg hat der TTV Hervest-Dorsten beschritten. Der Tischtennisclub am Rand des Ruhrgebiets nutzt ein Ausbildungskonzept des Westdeutschen Tischtennisverbandes WTTV, um Jungen und Mädchen ab 14 Jahre durch „Mitmachen lassen“ zu begeistern. Es nennt sich STARTTER (mit zwei T, wie bei Tischtennis) und wird dezentral als Wochenendseminar im Verein durchgeführt. „Das kostet uns etwas Geld, aber danach können die Jugendlichen bei uns im Training als Assistent*innen mitmachen“, berichtet TTV-Vorsitzender Andre Funcke: „Unser Jugendwart hat ein Auge darauf, wen man dann für den nächsten Schritt als C-Trainer*in gewinnen kann.“
Obwohl der Verein im Großen und Ganzen seinen Bedarf an Trainier*innen bisher auch durch solche Maßnahmen decken konnte, ist Funcke nur bedingt zufrieden. „Wir wollen unsere Nachwuchstalente qualitativ noch besser fördern, dazu bräuchten wir einfach noch ein oder zwei Trainer pro Trainingstag mehr.“ Das habe man sich jetzt als Ziel gesetzt. Sein Fazit: „Man muss einfach am Ball bleiben.“
Am Ball bleibt auch der organisierte Sport. So hat sich ebenfalls der DOSB des Themas angenommen. Anfang des Jahres hat er eines der größten Reformprojekte im Bereich der Qualifizierung von Trainer*innen, Übungsleiter*innen, Vereinsmanager*innen und Jugendleiter*innen seit zwei Jahrzehnten auf den Weg gebracht. Bis 2028 soll diese Ausbildungsreform das gesamte DOSB-Lizenzsystem modernisieren. Es bleibt das Beste zu hoffen. Für den Vereinssport und in der Folge für die Gesellschaft als Ganzes.
Die Nachricht ließ aufhorchen. „Sportbund schlägt Alarm: Gibt es bald keine Kurse mehr für Kinder oder Herzkranke?“ So titelte Mitte Juni eine Lokalzeitung in Remscheid. Und berichtete über eine „Übungsleiter*innenkrise“ in der Stadt im Bergischen Land. Ein Sportverein, der just auf den Namen „Frisch Auf" hört, habe sich deshalb sogar schon aufgelöst. Brandherd Remscheid? „Eigentlich wollten wir nur für unsere Qualifizierungen werben“, relativiert Jonas Pyschny, Fachreferent Breitensport beim Stadtsportbund Remscheid. Deshalb habe man Kontakt zur Presse aufgenommen. „Aber ich finde, dass der Titel ein guter Weckruf ist. Denn in der Tat ist die Lage in einigen Bereichen sehr ernst.“
Vor allem wenn Kindersportgruppen wegen fehlender Übungsleitungen nicht zustande kämen. „Das ist doch bitter“, zeigt sich Pyschny berührt, „für die Kinder, aber auch für den Sport insgesamt. Gerade dort wird doch die Grundlage gelegt für eine lebenslange Verbundenheit zum Sporttreiben und zum Vereinssport.“ Nicht weniger schockierend sei, dass in der Stadt keine einzige Herzsportgruppe stattfinde. „Eine echte medizinische Versorgungslücke“, beklagt er.
„Immer wieder ein Thema“
Weniger dramatisch präsentiert sich neunzig Kilometer weiter die Lage im KSB Siegen-Wittgenstein. „Natürlich ist der Mangel an Übungsleiter*innen immer wieder ein Thema, aber aktuell habe ich keine besonderen Rückmeldungen aus den Vereinen“, berichtet Geschäftsstellenleiter Christian Janusch. Eine Handvoll Suchen listet die Jobbörse des KSB auf. Klingt nicht nach allgemeiner Notlage. Im Einzelfall ist die Lage dann aber doch drastisch.
Nachwuchsabteilung auf der Kippe
Nachgefragt bei Sabine Kaulen, Vorstandsmitglied im Eiserfelder Turnverein. Der TV sucht über die Börse für seine Mädchen-Turngruppe DRINGEND eine/n Turntrainer*in – in Großbuchstaben sozusagen. „In der Vergangenheit hat sich kurz vor Toresschluss immer noch jemand gemeldet“, sagt sie. „Jedes Mal dachte ich dann: Boah, haben wir das doch noch mal hinbekommen." Jetzt verliere sie erstmals ein wenig die Hoffnung. Man spürt, wie sehr sie mit dem Herzen dabei ist: „Im schlimmsten Fall müssen wir die Abteilung schließen“, sagt sie: „Was gibt es Schlimmeres, als eine Nachwuchsabteilung zumachen zu müssen?“
Dabei habe man alle Hebel in Bewegung gesetzt. Über Facebook, Tiktok und Instagram gesucht, sich im Verein umgehört, die Jobbörse bemüht, Elternbrief verschickt, an die Schulen gegangen. Resultat: „Eine Frau kam zum Probetraining. Sie hat mich später informiert, dass sie ein besseres Angebot hat.“
Sabine Kaulen ist nicht allein mit ihren Herausforderungen. Laut Sportentwicklungsbericht für NRW stellt die Bindung bzw. Gewinnung von Trainer*innen und Übungsleiter*innen für gut elf Prozent der Sportvereine eine Existenzbedrohung dar (Befragung aus dem Jahr 2023). Dabei ist der NRW-Sport kein Einzelfall. Es ist ein bundesweites Problem. Bezogen auf alle ehrenamtlichen Funktionen gehen bundesweit sogar 17,6 Prozent der Vereine von einer existenziellen Bedrohung aus.
Über den „ÜL-Mangel“
Dann bleibt
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