Es ist kein alltägliches Erlebnis, dem Deutschen Bundespräsidenten die Hand zu schütteln und einen Plausch mit ihm zu halten. Zu diesem „erlauchten“ Kreis zählen nun auch Mitglieder der TG Herford. Zu Recht. Der höchste Repräsentant unseres Staates verlieh den Herfordern nämlich Anfang des Jahres höchstpersönlich den „Goldenen Stern des Sports“ und „adelte“ sie so quasi zu Staatsgästen. Die Geste ist angemessen angesichts der Initiative der TG. „Vereinsheld 2025 – unsere Zukunft ist Ehrenamt“: So lautete das innovative Projekt, das durch kostenlose Qualifizierungsangebote, eine „Heldenakademie“ und monatliche Treffen das Ehrenamt für junge Menschen attraktiv macht. Einer Jugend, die sich laut der Jugendstudie 2026 im Dauerkrisenmodus erlebt, bietet der Sportverein damit echte Perspektiven. Das ist bitter nötig, denn Studienleiter Simon Schnetzer stellt fest: „Die Ergebnisse der Trendstudie zeigen auf dramatische Weise, wie sehr die Belastungen der letzten Jahre den jungen Menschen zusetzen – in Form von Stress, Erschöpfung und wachsender Perspektivlosigkeit.“
TG-Mitglied Maximilian „Maxi“ Schulze kennt die Sorgen seiner Generation. „Stress gibt es in vielen Bereichen“, konstatiert der 20-Jährige, „das bekomme ich aus meinem Umfeld mit.“ Die größte Belastung sei die Zukunftsunsicherheit, bemerkt er: „Wie ist das mit der Rente, die ganzen Kriege? Die Welt spannt sich immer mehr an und man muss ja trotzdem alles andere im Griff haben.“ Zumindest Maximilian hat seine nahe Zukunft im Griff. Er ist in einer Berufsausbildung und
engagiert sich in seinem Verein im Jugendvorstand. „Das ist ein guter Ausgleich zum Alltag. Ich bin dann unter
Leuten, die dasselbe teilen, wo man sich wohlfühlt“, sagt er. Zudem betreut er Kinder bei Aktionen und Ferienspielen. „Es macht mich glücklich, ihren Spaß zu sehen bei den Sachen, die wir vorbereitet haben.“
Mentaler Stress präge die Lebenslage vieler junger Menschen, so die Studie. Der Anteil jener, die angeben, psychologische Unterstützung zu benötigen, erreiche mit 29 Prozent sogar einen neuen Höchstwert. Fast jeder vierte Jugendliche habe Schulden, jeder fünfte erwägt Deutschland zu verlassen. Dieser Bestandsaufnahme stellt Katja van Steenwijk, eine interessante Beobachtung gegenüber. Sie ist Jugendwartin des Anrather Tischtennis-Klub Rot-Weiß, mit 240 Mitgliedern einer der größten Tischtennisvereine in NRW. „Die Jugendlichen suchen Gemeinschaft, vor allem seit Corona, und wollen, dass auch im Verein was gemacht wird“, erzählt sie. Die Folge: „Die Mitgliederzahl ist gestiegen und unsere außersportlichen Angebote werden extrem gut angenommen, mit deutlich mehr Teilnehmenden als früher.“ Besonders freut van Steenwijk: „Von unseren Jugendlichen höre ich dabei, dass man sich nirgendwo so beteiligen könne wie hier.“
Es gibt immer eine Chance
Hannah Stein, die 15-Jährige ist bereits Sporthelferin und will weitere Kursangebote der TG Herford nutzen
Studienergebnisse
„Jugend in Deutschland 2026“
(repräsentative Befragung von 2.012 14- bis 29-Jährigen Anfang 2026)
Seine Jugendgruppe widerlege die ganze Studie
irgendwie, sagt Trainer Michael Fröhlke vom
TSV Viktoria. Kein Wunder, wer im Sportverein aktiv
ist, wie hier beim Badminton, findet dort einen
guten Ausgleich zu den beschriebenen Problemen.
„Vereinsheld 2025
unsere Zukunft ist Ehrenamt“
Initiative der TG Herford zur
Förderung jungen Engagements

Heldenakademie
Etat für Fortbildungen wurde
verdoppelt, zum Beispiel zur Übungsleiter*in
und Sporthelfer*in, Zusatzqualifikation

Impulse für Helden
Kurz und Gut-Seminare
und Erste-Hilfe-Kurse

Helden +
Aufklärung über Aus- und
Fortbildungsetat und weitere Vorteile
des Ehrenamts

Nextgen Stipendium
Sprungbrett für 13- bis 18-jährige durch diverse
vollfinanzierte Qualifikationen und Zusatzlizenzen

Nextgen Heroes
Doppelte Mittel für Jugendgremien schafft
nachhaltige Strukturen und ganzjährige
Coachings für junges Engagement. Mitbestimmung junger Menschen im Verein wird gestärkt

Heldentreff
Monatliche Events in vielen Kategorien

tgherford.de/abteilungen/vereinsheld

„Die Welt spannt sich an“
Beteiligung und Gemeinschaft als Ausgleich zu psychischem Stress? Die Forschung trifft dazu eine klare Aussage: „Es zeigt sich, dass unter den Vereinsmitgliedern Stress, Ermüdungs- oder Sorgengefühle seltener erlebt werden und eine höhere Lebenszufriedenheit besteht als bei Nichtmitgliedern.“ So ein Ergebnis des MOVE FOR HEALTH-Forschungsprojekts unter Beteiligung der Deutschen Sportjugend dsj. Dennoch meint van Steenwijk: „Mein Eindruck ist, dass sich die Jugend heute mehr Gedanken über die Zukunft macht als früher.“ Sie sollte es wissen. Mit mehr als drei Jahrzehnten Erfahrung in ihrem Ehrenamt überblickt die Jugendwartin einen langen Zeitraum.
Wie unmittelbar junge Menschen mit der Weltlage konfrontiert werden, zeigt ein Beispiel des SV Herongen. Vor Beginn einer Fahrt zu einem Turnier in Barcelona wurde eine Fußball-Truppe C- und B-Jugendlicher vom Ausbruch des Irankriegs überrascht. „Natürlich haben wir uns Sorgen gemacht: Können wir reisen? Klappt das alles?“, erinnert sich Trainerin
Corinna Born an die Aufregung. „Letztlich wir haben uns davon nicht unterkriegen lassen, sind gefahren und die Jugendlichen haben das gut weggesteckt.“ Gemeinschaft gewinnt …
Auswandern als Lösung?
Apropos Barcelona: Ab in ein leichteres Leben im sonnigen Süden? Mitnichten. Neben Spanien gehören ausgerechnet „kühlere“ Gebiete wie Skandinavien oder Nachbarländer wie die Schweiz zu den Orten, wo die junge Generation bessere Lebensbedingungen vermutet. Für Maximilian von der TG Herford ist Auswandern indes keine Option: „Jedenfalls nicht, weil ich Deutschland schlecht finde, das tue ich nicht. Höchstens weil ich mal woanders leben will. Ich glaube, Social Media macht vieles kaputt, dieses ewige Schlechtreden und Propagieren“, merkt er kritisch an. Wie viele Jugendliche letztlich ernst machen mit ihren Auswanderungsplänen, bleibt abzuwarten. Sportwissenschaftler Prof. Christian Gaum, Uni Bochum, ist skeptisch. „Ich sehe darin eher die pessimistische Einschätzung einer ungewissen Zukunft, deren Probleme diese Jugendlichen entkommen möchten.“ (ḕ Siehe Interview)
„Sport bietet mit seinen
Angeboten Antworten auf viele
gesellschaftliche Probleme“
In Herford tut man jedenfalls das Beste, um Jugendliche im Land zu halten, ohne dass das eine erklärte Absicht gewesen wäre. Man leistet einfach gute Arbeit.„NextGen Heroes“ und „NextGen Stipendium“ nennen sich u.a. Projektteile ihrer „Vereinshelden“-Initiative. Sie haben es in sich. Der Verein hat den Etat für Fortbildungen verdoppelt, viele Qualifizierungen sind vollfinanziert und bieten so optimale Einstiegsmöglichkeiten sich weiterzuentwickeln. Auch Maximilian hat bereits davon profitiert. Er ist angetan von diesen Förderungen: „Mir gefällt, dass dadurch auch Jugendliche aus finanziell schwächeren Familien Angebote wahrnehmen können.“ Laura Hantke, stellvertretende
Vorsitzende der Sportjugend NRW, unterstreicht: „Sport kann mit seinen Angeboten Antworten auf viele gesellschaftliche Probleme bieten.“ Dennoch würden bestimmte Gruppen oft nicht genügend erreicht. „Um sie besser zu erreichen, braucht es zum einen mehr gegenseitige Offenheit und Beteiligung,“ ermuntert sie, „andererseits stärkere politische Unterstützung und ein größeres gesellschaftliches Bewusstsein für die Bedeutung des Sports.“
Eines Sports, der für Vielfalt, Toleranz und demokratische Mitmenschlichkeit steht. Denn auch das ist ein Ergebnis der Jugendstudie: Es gibt eine deutliche Verschiebung hin zu den politischen Rändern. Studienautorin Nina Kolleck warnt: „Der Protest der Jugend ist nicht laut, aber unter der Oberfläche braut sich etwas zusammen, was langfristig Wirtschaft, Regionen und soziale Sicherungssysteme gefährden kann.“ Vielleicht auch den Sport? Für Michael Fröhlke, Jugendtrainer der Abteilung Badminton des TSV Viktoria in Mülheim, ist das derzeit keine Frage: „Wenn ich jetzt schätzen müsste, würde ich sagen, irgendwie widerlegt meine Jugendgruppe die ganze Studie.“
Studie
Gemeinschaft gewinnt, weiß man bei SV Herongen.
Die Spieler der C- und B-Jungen wissen, wie es ist, mit der Weltlage konfrontiert zu werden. Sie finden aber auch eine gesunden Weg, damit umzugehen.
Mein Leben mit Schule, Sport und Ehrenamt füllt mich so aus, dass ich versuche, mich nicht sehr auf die aktuellen Probleme einzulassen. Von Social Media wird man ja teilweise überflutet, da weiß man ja gar nicht, wohin mit all dem.
Emma Overkamp (17)
Jugendwartin bei TV Westfalia Epe

Vorteil Sportverein
Vereinssport erfüllt gleichzeitig mehrere zentrale Bedürfnisse junger Menschen:

Gemeinschaft und Zugehörigkeit: Schafft stabile soziale Räume durch regelmäßige Begegnungen, gemeinsame Ziele und verlässliche Strukturen

Mentale Gesundheit und Prävention: Bewegung,
soziale Einbindung und positive Erlebnisse wirken stabilisierend und vorbeugend

Selbstwirksamkeit und Beteiligung: Vielfältige Möglichkeiten für Engagement und Verantwortungsübernahme ermöglichen direkte Erfolgserlebnisse

Fördert zentrale Zukunftskompetenzen
wie Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen
und Zuverlässigkeit

Weitere Infos:
Es ist kein alltägliches Erlebnis, dem Deutschen Bundespräsidenten die Hand zu schütteln und einen Plausch mit ihm zu halten. Zu diesem „erlauchten“ Kreis zählen nun auch Mitglieder der TG Herford. Zu Recht. Der höchste Repräsentant unseres Staates verlieh den Herfordern nämlich Anfang des Jahres höchstpersönlich den „Goldenen Stern des Sports“ und „adelte“ sie so quasi zu Staatsgästen. Die Geste ist angemessen angesichts der Initiative der TG. „Vereinsheld 2025 – unsere Zukunft ist Ehrenamt“: So lautete das innovative Projekt, das durch kostenlose Qualifizierungsangebote, eine „Heldenakademie“ und monatliche Treffen das Ehrenamt für junge Menschen attraktiv macht. Einer Jugend, die sich laut der Jugendstudie 2026 im Dauerkrisenmodus erlebt, bietet der Sportverein damit echte Perspektiven. Das ist bitter nötig, denn Studienleiter Simon Schnetzer stellt fest: „Die Ergebnisse der Trendstudie zeigen auf dramatische Weise, wie sehr die Belastungen der letzten Jahre den jungen Menschen zusetzen – in Form von Stress, Erschöpfung und wachsender Perspektivlosigkeit.“
TG-Mitglied Maximilian „Maxi“ Schulze kennt die Sorgen seiner Generation. „Stress gibt es in vielen Bereichen“, konstatiert der 20-Jährige, „das bekomme ich aus meinem Umfeld mit.“
Es gibt immer eine Chance
Hannah Stein, die 15-Jährige ist bereits Sporthelferin und will weitere Kursangebote der TG Herford nutzen
Studienergebnisse
„Jugend in Deutschland 2026“
(repräsentative Befragung von 2.012 14- bis 29-Jährigen Anfang 2026)
Weitere Infos:
Seine Jugendgruppe widerlege die ganze
Studie irgendwie, sagt Trainer Michael Fröhlke vom TSV Viktoria. Kein Wunder, wer im Sportverein aktiv ist, wie hier beim Badminton, findet dort einen guten Ausgleich zu den beschriebenen Problemen.
„Vereinsheld 2025
unsere Zukunft ist Ehrenamt“
Initiative der TG Herford zur
Förderung jungen Engagements

Heldenakademie
Etat für Fortbildungen wurde
verdoppelt, zum Beispiel zur Übungsleiter*in
und Sporthelfer*in, Zusatzqualifikation

Impulse für Helden
Kurz und Gut-Seminare
und Erste-Hilfe-Kurse

Helden +
Aufklärung über Aus- und
Fortbildungsetat und weitere Vorteile
des Ehrenamts

Nextgen Stipendium
Sprungbrett für 13- bis 18-jährige durch diverse
vollfinanzierte Qualifikationen und Zusatzlizenzen

Nextgen Heroes
Doppelte Mittel für Jugendgremien schafft
nachhaltige Strukturen und ganzjährige
Coachings für junges Engagement. Mitbestimmung junger Menschen im Verein wird gestärkt

Heldentreff
Monatliche Events in vielen Kategorien

tgherford.de/abteilungen/vereinsheld

Die größte Belastung sei die Zukunftsunsicherheit, bemerkt er: „Wie ist das mit der Rente, die ganzen Kriege? Die Welt spannt sich immer mehr an und man muss ja trotzdem alles andere im Griff haben.“ Zumindest Maximilian hat seine nahe Zukunft im Griff. Er ist in einer Berufsausbildung und
engagiert sich in seinem Verein im Jugendvorstand. „Das ist ein guter Ausgleich zum Alltag. Ich bin dann unter
Leuten, die dasselbe teilen, wo man sich wohlfühlt“, sagt er. Zudem betreut er Kinder bei Aktionen und Ferienspielen. „Es macht mich glücklich, ihren Spaß zu sehen bei den Sachen, die wir vorbereitet haben.“
Mentaler Stress präge die Lebenslage vieler junger Menschen, so die Studie. Der Anteil jener, die angeben, psychologische Unterstützung zu benötigen, erreiche mit 29 Prozent sogar einen neuen Höchstwert. Fast jeder vierte Jugendliche habe Schulden, jeder fünfte erwägt Deutschland zu verlassen. Dieser Bestandsaufnahme stellt Katja van Steenwijk, eine interessante Beobachtung gegenüber. Sie ist Jugendwartin des Anrather Tischtennis-Klub Rot-Weiß, mit 240 Mitgliedern einer der größten Tischtennisvereine in NRW. „Die Jugendlichen suchen Gemeinschaft, vor allem seit Corona, und wollen, dass auch im Verein was gemacht wird“, erzählt sie. Die Folge: „Die Mitgliederzahl ist gestiegen und unsere außersportlichen Angebote werden extrem gut angenommen, mit deutlich mehr Teilnehmenden als früher.“ Besonders freut van Steenwijk: „Von unseren Jugendlichen höre ich dabei, dass man sich nirgendwo so beteiligen könne wie hier.“
„Die Welt spannt sich an“
Beteiligung und Gemeinschaft als Ausgleich zu psychischem Stress? Die Forschung trifft dazu eine klare Aussage: „Es zeigt sich, dass unter den Vereinsmitgliedern Stress, Ermüdungs- oder Sorgengefühle seltener erlebt werden und eine höhere Lebenszufriedenheit besteht als bei Nichtmitgliedern.“ So ein Ergebnis des MOVE FOR HEALTH-Forschungsprojekts unter Beteiligung der Deutschen Sportjugend dsj. Dennoch meint van Steenwijk: „Mein Eindruck ist, dass sich die Jugend heute mehr Gedanken über die Zukunft macht als früher.“ Sie sollte es wissen. Mit mehr als drei Jahrzehnten Erfahrung in ihrem Ehrenamt überblickt die Jugendwartin einen langen Zeitraum.
Wie unmittelbar junge Menschen mit der Weltlage konfrontiert werden, zeigt ein Beispiel des SV Herongen. Vor Beginn einer Fahrt zu einem Turnier in Barcelona wurde eine Fußball-Truppe C- und B-Jugendlicher vom Ausbruch des Irankriegs überrascht. „Natürlich haben wir uns Sorgen gemacht: Können wir reisen? Klappt das alles?“, erinnert sich Trainerin
Corinna Born an die Aufregung. „Letztlich wir haben uns davon nicht unterkriegen lassen, sind gefahren und die Jugendlichen haben das gut weggesteckt.“ Gemeinschaft gewinnt …
Auswandern als Lösung?
Apropos Barcelona: Ab in ein leichteres Leben im sonnigen Süden? Mitnichten. Neben Spanien gehören ausgerechnet „kühlere“ Gebiete wie Skandinavien oder Nachbarländer wie die Schweiz zu den Orten, wo die junge Generation bessere Lebensbedingungen vermutet. Für Maximilian von der TG Herford ist Auswandern indes keine Option: „Jedenfalls nicht, weil ich Deutschland schlecht finde, das tue ich nicht. Höchstens weil ich mal woanders leben will. Ich glaube, Social Media macht vieles kaputt, dieses ewige Schlechtreden und Propagieren“, merkt er kritisch an. Wie viele Jugendliche letztlich ernst machen mit ihren Auswanderungsplänen, bleibt abzuwarten. Sportwissenschaftler Prof. Christian Gaum, Uni Bochum, ist skeptisch. „Ich sehe darin eher die pessimistische Einschätzung einer ungewissen Zukunft, deren Probleme diese Jugendlichen entkommen möchten.“ (ḕ Siehe Interview)
Studie
Gemeinschaft gewinnt, weiß man bei SV
Herongen. Die Spieler der C- und B-Jungen
wissen, wie es ist, mit der Weltlage konfrontiert zu werden. Sie finden aber auch eine gesunden Weg, damit umzugehen.
Mein Leben mit Schule, Sport und Ehrenamt füllt mich so aus, dass ich versuche, mich nicht sehr auf die aktuellen Probleme einzulassen. Von Social Media wird man ja teilweise überflutet, da weiß man ja gar nicht, wohin mit all dem.
Emma Overkamp (17)
Jugendwartin bei TV Westfalia Epe

Vorteil Sportverein
Vereinssport erfüllt gleichzeitig mehrere zentrale Bedürfnisse junger Menschen:

Gemeinschaft und Zugehörigkeit: Schafft stabile soziale Räume durch regelmäßige Begegnungen, gemeinsame Ziele und verlässliche Strukturen

Mentale Gesundheit und Prävention: Bewegung, soziale Einbindung und positive Erlebnisse wirken stabilisierend und vorbeugend

Selbstwirksamkeit und Beteiligung: Vielfältige Möglichkeiten für Engagement und Verantwortungsübernahme ermöglichen direkte Erfolgserlebnisse

Fördert zentrale Zukunftskompetenzen wie Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen und Zuverlässigkeit

„Sport bietet mit seinen
Angeboten Antworten auf viele
gesellschaftliche Probleme“
In Herford tut man jedenfalls das Beste, um Jugendliche im Land zu halten, ohne dass das eine erklärte Absicht gewesen wäre. Man leistet einfach gute Arbeit.„NextGen Heroes“ und „NextGen Stipendium“ nennen sich u.a. Projektteile ihrer „Vereinshelden“-Initiative. Sie haben es in sich. Der Verein hat den Etat für Fortbildungen verdoppelt, viele Qualifizierungen sind vollfinanziert und bieten so optimale Einstiegsmöglichkeiten sich weiterzuentwickeln. Auch Maximilian hat bereits davon profitiert. Er ist angetan von diesen Förderungen: „Mir gefällt, dass dadurch auch Jugendliche aus finanziell schwächeren Familien Angebote wahrnehmen können.“ Laura Hantke, stellvertretende
Vorsitzende der Sportjugend NRW, unterstreicht: „Sport kann mit seinen Angeboten Antworten auf viele gesellschaftliche Probleme bieten.“ Dennoch würden bestimmte Gruppen oft nicht genügend erreicht. „Um sie besser zu erreichen, braucht es zum einen mehr gegenseitige Offenheit und Beteiligung,“ ermuntert sie, „andererseits stärkere politische Unterstützung und ein größeres gesellschaftliches Bewusstsein für die Bedeutung des Sports.“
Eines Sports, der für Vielfalt, Toleranz und demokratische Mitmenschlichkeit steht. Denn auch das ist ein Ergebnis der Jugendstudie: Es gibt eine deutliche Verschiebung hin zu den politischen Rändern. Studienautorin Nina Kolleck warnt: „Der Protest der Jugend ist nicht laut, aber unter der Oberfläche braut sich etwas zusammen, was langfristig Wirtschaft, Regionen und soziale Sicherungssysteme gefährden kann.“ Vielleicht auch den Sport? Für Michael Fröhlke, Jugendtrainer der Abteilung Badminton des TSV Viktoria in Mülheim, ist das derzeit keine Frage: „Wenn ich jetzt schätzen müsste, würde ich sagen, irgendwie widerlegt meine Jugendgruppe die ganze Studie.“
Es ist kein alltägliches Erlebnis, dem Deutschen Bundespräsidenten die Hand zu schütteln und einen Plausch mit ihm zu halten. Zu diesem „erlauchten“ Kreis zählen nun auch Mitglieder der TG Herford. Zu Recht. Der höchste Repräsentant unseres Staates verlieh den Herfordern nämlich Anfang des Jahres höchstpersönlich den „Goldenen Stern des Sports“ und „adelte“ sie so quasi zu Staatsgästen. Die Geste ist angemessen angesichts der Initiative der TG. „Vereinsheld 2025 – unsere Zukunft ist Ehrenamt“: So lautete das innovative Projekt, das durch kostenlose Qualifizierungsangebote, eine „Heldenakademie“ und monatliche Treffen das Ehrenamt für junge Menschen attraktiv macht. Einer Jugend, die sich laut der Jugendstudie 2026 im Dauerkrisenmodus erlebt, bietet der Sportverein damit echte Perspektiven. Das ist bitter nötig, denn Studienleiter Simon Schnetzer stellt fest: „Die Ergebnisse der Trendstudie zeigen auf dramatische Weise, wie sehr die Belastungen der letzten Jahre den jungen Menschen zusetzen – in Form von Stress, Erschöpfung und wachsender Perspektivlosigkeit.“
TG-Mitglied Maximilian „Maxi“ Schulze kennt die Sorgen seiner Generation. „Stress gibt es in vielen Bereichen“, konstatiert der 20-Jährige, „das bekomme ich aus meinem Umfeld mit.“ Die größte Belastung sei die Zukunftsunsicherheit, bemerkt er: „Wie ist das mit der Rente, die ganzen Kriege? Die Welt spannt sich immer mehr an und man muss ja trotzdem alles andere im Griff haben.“ Zumindest Maximilian hat seine nahe Zukunft im Griff. Er ist in einer Berufsausbildung und
engagiert sich in seinem Verein im Jugendvorstand. „Das ist ein guter Ausgleich zum Alltag. Ich bin dann unter
Leuten, die dasselbe teilen, wo man sich wohlfühlt“, sagt er. Zudem betreut er Kinder bei Aktionen und Ferienspielen. „Es macht mich glücklich, ihren Spaß zu sehen bei den Sachen, die wir vorbereitet haben.“
Mentaler Stress präge die Lebenslage vieler junger Menschen, so die Studie. Der Anteil jener, die angeben, psychologische Unterstützung zu benötigen, erreiche mit 29 Prozent sogar einen neuen Höchstwert. Fast jeder vierte Jugendliche habe Schulden, jeder fünfte erwägt Deutschland zu verlassen. Dieser Bestandsaufnahme stellt Katja van Steenwijk, eine interessante Beobachtung gegenüber. Sie ist Jugendwartin des Anrather Tischtennis-Klub Rot-Weiß, mit 240 Mitgliedern einer der größten Tischtennisvereine in NRW. „Die Jugendlichen suchen Gemeinschaft, vor allem seit Corona, und wollen, dass auch im Verein was gemacht wird“, erzählt sie. Die Folge: „Die Mitgliederzahl ist gestiegen und unsere außersportlichen Angebote werden extrem gut angenommen, mit deutlich mehr Teilnehmenden als früher.“ Besonders freut van Steenwijk: „Von unseren Jugendlichen höre ich dabei, dass man sich nirgendwo so beteiligen könne wie hier.“
Es gibt immer eine Chance
Hannah Stein, die 15-Jährige ist bereits Sporthelferin und will weitere Kursangebote der TG Herford nutzen
Studienergebnisse
„Jugend in Deutschland 2026“
(repräsentative Befragung von 2.012 14- bis 29-Jährigen Anfang 2026)
Weitere Infos:
Seine Jugendgruppe widerlege die ganze Studie
irgendwie, sagt Trainer Michael Fröhlke vom
TSV Viktoria. Kein Wunder, wer im Sportverein aktiv
ist, wie hier beim Badminton, findet dort einen
guten Ausgleich zu den beschriebenen Problemen.
„Vereinsheld 2025
unsere Zukunft ist Ehrenamt“
Initiative der TG Herford zur
Förderung jungen Engagements

Heldenakademie
Etat für Fortbildungen wurde
verdoppelt, zum Beispiel zur Übungsleiter*in
und Sporthelfer*in, Zusatzqualifikation

Impulse für Helden
Kurz und Gut-Seminare
und Erste-Hilfe-Kurse

Helden +
Aufklärung über Aus- und
Fortbildungsetat und weitere Vorteile
des Ehrenamts

Nextgen Stipendium
Sprungbrett für 13- bis 18-jährige durch diverse
vollfinanzierte Qualifikationen und Zusatzlizenzen

Nextgen Heroes
Doppelte Mittel für Jugendgremien schafft
nachhaltige Strukturen und ganzjährige
Coachings für junges Engagement. Mitbestimmung junger Menschen im Verein wird gestärkt

Heldentreff
Monatliche Events in vielen Kategorien

tgherford.de/abteilungen/vereinsheld

„Die Welt spannt sich an“
Beteiligung und Gemeinschaft als Ausgleich zu psychischem Stress? Die Forschung trifft dazu eine klare Aussage: „Es zeigt sich, dass unter den Vereinsmitgliedern Stress, Ermüdungs- oder Sorgengefühle seltener erlebt werden und eine höhere Lebenszufriedenheit besteht als bei Nichtmitgliedern.“ So ein Ergebnis des MOVE FOR HEALTH-Forschungsprojekts unter Beteiligung der Deutschen Sportjugend dsj. Dennoch meint van Steenwijk: „Mein Eindruck ist, dass sich die Jugend heute mehr Gedanken über die Zukunft macht als früher.“ Sie sollte es wissen. Mit mehr als drei Jahrzehnten Erfahrung in ihrem Ehrenamt überblickt die Jugendwartin einen langen Zeitraum.
Wie unmittelbar junge Menschen mit der Weltlage konfrontiert werden, zeigt ein Beispiel des SV Herongen. Vor Beginn einer Fahrt zu einem Turnier in Barcelona wurde eine Fußball-Truppe C- und B-Jugendlicher vom Ausbruch des Irankriegs überrascht. „Natürlich haben wir uns Sorgen gemacht: Können wir reisen? Klappt das alles?“, erinnert sich Trainerin
Corinna Born an die Aufregung. „Letztlich wir haben uns davon nicht unterkriegen lassen, sind gefahren und die Jugendlichen haben das gut weggesteckt.“ Gemeinschaft gewinnt …
Auswandern als Lösung?
Apropos Barcelona: Ab in ein leichteres Leben im sonnigen Süden? Mitnichten. Neben Spanien gehören ausgerechnet „kühlere“ Gebiete wie Skandinavien oder Nachbarländer wie die Schweiz zu den Orten, wo die junge Generation bessere Lebensbedingungen vermutet. Für Maximilian von der TG Herford ist Auswandern indes keine Option: „Jedenfalls nicht, weil ich Deutschland schlecht finde, das tue ich nicht. Höchstens weil ich mal woanders leben will. Ich glaube, Social Media macht vieles kaputt, dieses ewige Schlechtreden und Propagieren“, merkt er kritisch an. Wie viele Jugendliche letztlich ernst machen mit ihren Auswanderungsplänen, bleibt abzuwarten. Sportwissenschaftler Prof. Christian Gaum, Uni Bochum, ist skeptisch. „Ich sehe darin eher die pessimistische Einschätzung einer ungewissen Zukunft, deren Probleme diese Jugendlichen entkommen möchten.“ (ḕ Siehe Interview)
„Sport bietet mit seinen
Angeboten Antworten auf viele
gesellschaftliche Probleme“
In Herford tut man jedenfalls das Beste, um Jugendliche im Land zu halten, ohne dass das eine erklärte Absicht gewesen wäre. Man leistet einfach gute Arbeit.„NextGen Heroes“ und „NextGen Stipendium“ nennen sich u.a. Projektteile ihrer „Vereinshelden“-Initiative. Sie haben es in sich. Der Verein hat den Etat für Fortbildungen verdoppelt, viele Qualifizierungen sind vollfinanziert und bieten so optimale Einstiegsmöglichkeiten sich weiterzuentwickeln. Auch Maximilian hat bereits davon profitiert. Er ist angetan von diesen Förderungen: „Mir gefällt, dass dadurch auch Jugendliche aus finanziell schwächeren Familien Angebote wahrnehmen können.“ Laura Hantke, stellvertretende
Vorsitzende der Sportjugend NRW, unterstreicht: „Sport kann mit seinen Angeboten Antworten auf viele gesellschaftliche Probleme bieten.“ Dennoch würden bestimmte Gruppen oft nicht genügend erreicht. „Um sie besser zu erreichen, braucht es zum einen mehr gegenseitige Offenheit und Beteiligung,“ ermuntert sie, „andererseits stärkere politische Unterstützung und ein größeres gesellschaftliches Bewusstsein für die Bedeutung des Sports.“
Eines Sports, der für Vielfalt, Toleranz und demokratische Mitmenschlichkeit steht. Denn auch das ist ein Ergebnis der Jugendstudie: Es gibt eine deutliche Verschiebung hin zu den politischen Rändern. Studienautorin Nina Kolleck warnt: „Der Protest der Jugend ist nicht laut, aber unter der Oberfläche braut sich etwas zusammen, was langfristig Wirtschaft, Regionen und soziale Sicherungssysteme gefährden kann.“ Vielleicht auch den Sport? Für Michael Fröhlke, Jugendtrainer der Abteilung Badminton des TSV Viktoria in Mülheim, ist das derzeit keine Frage: „Wenn ich jetzt schätzen müsste, würde ich sagen, irgendwie widerlegt meine Jugendgruppe die ganze Studie.“
Studie
Gemeinschaft gewinnt, weiß man bei SV Herongen.
Die Spieler der C- und B-Jungen wissen, wie es ist, mit der Weltlage konfrontiert zu werden. Sie finden aber auch eine gesunden Weg, damit umzugehen.
Mein Leben mit Schule, Sport und Ehrenamt füllt mich so aus, dass ich versuche, mich nicht sehr auf die aktuellen Probleme einzulassen. Von Social Media wird man ja teilweise überflutet, da weiß man ja gar nicht, wohin mit all dem.
Emma Overkamp (17)
Jugendwartin bei TV Westfalia Epe

Vorteil Sportverein
Vereinssport erfüllt gleichzeitig mehrere zentrale Bedürfnisse junger Menschen:

Gemeinschaft und Zugehörigkeit: Schafft stabile soziale Räume durch regelmäßige Begegnungen, gemeinsame Ziele und verlässliche Strukturen

Mentale Gesundheit und Prävention: Bewegung,
soziale Einbindung und positive Erlebnisse wirken stabilisierend und vorbeugend

Selbstwirksamkeit und Beteiligung: Vielfältige Möglichkeiten für Engagement und Verantwortungsübernahme ermöglichen direkte Erfolgserlebnisse

Fördert zentrale Zukunftskompetenzen
wie Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen
und Zuverlässigkeit
