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Die politische Polarisierung ist einmal mehr offenkundig geworden. Was bedeutet das für unsere Demokratie?


Die Polarisierung ist Ausdruck tiefer Unzufriedenheit. Junge Menschen merken sehr genau, dass nicht alles gut läuft. Deshalb brauchen sie echte Beteiligung. Sie müssen erleben können, dass ihre Stimme zählt und sie gesellschaftliche Prozesse mitgestalten können. Demokratie bedeutet eben auch Veränderung. Hier wird der Sportverein bedeutend. Er ist ein Ort, wo sie kritische Punkte nicht nur irgendwie verbalisieren können, sondern wo sie tatsächlich mitbestimmen und etwas bewegen können. So entstehen wichtige Erfahrungen von Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit und Verantwortung. Entscheidend ist, dass Beteiligung wirklich ernst gemeint und nicht nur symbolisch ist. Sonst wirkt alles abgekoppelt, und es bleibt nur der Pessimismus.


Die Studie spricht auch von steigenden psychischen Belastungen. Kann Sport hier stabilisierend wirken?


Davon bin ich überzeugt. Sport schafft authentische Erfahrungen des gemeinsamen körperlichen Handelns. Menschen unmittelbar treten in echten Kontakt miteinander und erleben Gemeinschaft. Und er ist ein Ort fernab permanenter digitaler Reize. Gerade die digitale Kommunikationskultur wird von Jugendlichen ja als belastend erlebt. Die Jugendstudie zeigt deutlich: Junge Menschen wünschen sich Gemeinschaft, Beteiligung und reale Begegnungen. Sportvereine können genau das bieten.


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Die Jugendstudie 2026 zeigt zum Teil
bestürzende Ergebnisse …


Die Resultate waren jedoch nicht überraschend, die Themen waren alle benannt. Das Überraschendste war vielleicht der Wunsch vieler Befragten, am liebsten Deutschland zu verlassen. Aus meiner Sicht spiegelt sich darin weniger ein konkreter Auswanderungsplan, als eher die skeptische, pessimistische Einschätzung einer ungewissen Zukunft, deren Probleme man entkommen möchte.


Group

Interview mit
Prof. Christian Gaum,

Fakultät für Sportwissenschaft,
Uni Bochum

„Sportvereine schaffen

Räume, die junge

Menschen heute

dringend brauchen“

Refugium Sportverein / Interview
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Die politische Polarisierung ist einmal mehr offenkundig geworden. Was bedeutet das für unsere Demokratie?


Die Polarisierung ist Ausdruck tiefer Unzufriedenheit. Junge Menschen merken sehr genau, dass nicht alles gut läuft. Deshalb brauchen sie echte Beteiligung. Sie müssen erleben können, dass ihre Stimme zählt und sie gesellschaftliche Prozesse mitgestalten können. Demokratie bedeutet eben auch Veränderung. Hier wird der Sportverein bedeutend. Er ist ein Ort, wo sie kritische Punkte nicht nur irgendwie verbalisieren können, sondern wo sie tatsächlich mitbestimmen und etwas bewegen können. So entstehen wichtige Erfahrungen von Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit und Verantwortung. Entscheidend ist, dass Beteiligung wirklich ernst gemeint und nicht nur symbolisch ist. Sonst wirkt alles abgekoppelt, und es bleibt nur der Pessimismus.


Die Studie spricht auch von steigenden psychischen Belastungen. Kann Sport hier stabilisierend wirken?


Davon bin ich überzeugt. Sport schafft authentische Erfahrungen des gemeinsamen körperlichen Handelns. Menschen unmittelbar treten in echten Kontakt miteinander und erleben Gemeinschaft. Und er ist ein Ort fernab permanenter digitaler Reize. Gerade die digitale Kommunikationskultur wird von Jugendlichen ja als belastend erlebt. Die Jugendstudie zeigt deutlich: Junge Menschen wünschen sich Gemeinschaft, Beteiligung und reale Begegnungen. Sportvereine können genau das bieten.


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Die Jugendstudie 2026 zeigt zum Teil bestürzende Ergebnisse …


Die Resultate waren jedoch nicht überraschend, die Themen waren alle benannt. Das Überraschendste war vielleicht der Wunsch vieler Befragten, am liebsten Deutschland zu verlassen. Aus meiner Sicht spiegelt sich darin weniger ein konkreter Auswanderungsplan, als eher die skeptische, pessimistische Einschätzung einer ungewissen Zukunft, deren Probleme man entkommen möchte.


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Interview mit
Prof. Christian Gaum,

Fakultät für

Sportwissenschaft,
Uni Bochum

„Sportvereine schaffen

Räume, die junge

Menschen heute

dringend brauchen“

Refugium Sportverein / Interview
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Die Jugendstudie 2026 zeigt zum Teil
bestürzende Ergebnisse …


Die Resultate waren jedoch nicht überraschend, die Themen waren alle benannt. Das Überraschendste war vielleicht der Wunsch vieler Befragten, am liebsten Deutschland zu verlassen. Aus meiner Sicht spiegelt sich darin weniger ein konkreter Auswanderungsplan, als eher die skeptische, pessimistische Einschätzung einer ungewissen Zukunft, deren Probleme man entkommen möchte.


Die politische Polarisierung ist einmal mehr offenkundig geworden. Was bedeutet das für unsere Demokratie?


Die Polarisierung ist Ausdruck tiefer Unzufriedenheit. Junge Menschen merken sehr genau, dass nicht alles gut läuft. Deshalb brauchen sie echte Beteiligung. Sie müssen erleben können, dass ihre Stimme zählt und sie gesellschaftliche Prozesse mitgestalten können. Demokratie bedeutet eben auch Veränderung. Hier wird der Sportverein bedeutend. Er ist ein Ort, wo sie kritische Punkte nicht nur irgendwie verbalisieren können, sondern wo sie tatsächlich mitbestimmen und etwas bewegen können. So entstehen wichtige Erfahrungen von Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit und Verantwortung. Entscheidend ist, dass Beteiligung wirklich ernst gemeint und nicht nur symbolisch ist. Sonst wirkt alles abgekoppelt, und es bleibt nur der Pessimismus.


Die Studie spricht auch von steigenden psychischen Belastungen. Kann Sport hier stabilisierend wirken?


Davon bin ich überzeugt. Sport schafft authentische Erfahrungen des gemeinsamen körperlichen Handelns. Menschen unmittelbar treten in echten Kontakt miteinander und erleben Gemeinschaft. Und er ist ein Ort fernab permanenter digitaler Reize. Gerade die digitale Kommunikationskultur wird von Jugendlichen ja als belastend erlebt. Die Jugendstudie zeigt deutlich: Junge Menschen wünschen sich Gemeinschaft, Beteiligung und reale Begegnungen. Sportvereine können genau das bieten.


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Prof. Christian Gaum,

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Uni Bochum

„Sportvereine schaffen

Räume, die junge

Menschen heute

dringend brauchen“

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