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Interview Carolin Salm // Foto © LSB NRW / Andrea Bowinkelmann

Voller Liebe für den Sport:
Powerlifterin Helya über Stärke –
körperliche und mentale


Mit 21 Jahren steht sie voll hinter ihrem Sport Powerlifting und setzt sich dafür ein, dass Frauen stark werden! Die Sportlerin Helya Fathi verzeichnet schon viele Erfolge in ihrer sportlichen Karriere. Wie wichtig mentale Stärke im Powerlifting ist und wie sie selbst gelernt hat, so stark zu werden, erzählt sie uns im Interview.

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Wie bist du zum Powerlifting gekommen? Keine klassische Sportart.

Ja, voll. Ich habe super viele Sportarten ausprobiert; neun Jahre geturnt, vier Jahre Basketball und nebenbei noch Fußball und Handball. Im Endeffekt bin ich zum Powerlifting gekommen, weil ich mir selbst erlaubt habe, endlich mal wirklich stark sein zu dürfen. Denn als ich klein war, litt ich schon sehr unter diesen typischen Idealen und hatte das Gefühl, bestimmt aussehen zu müssen. Auch im Sport war das immer Thema. Und als ich ungefähr 16 Jahre alt war, wollte ich endlich mit dem Thema brechen und hab dann angefangen, mich im Gym anzumelden, um richtig, richtig stark zu werden. Und dann fing gefühlt die geilste Reise an.


Was hat dich dann so fasziniert an der Sportart?

Es ist komplett dein Ding, man macht bestimmte Dinge, um so stark zu werden und ist selbstständig, stark und lernt mit der Zeit die ganze Technik zu erlernen. Das ist so viel Detailarbeit und gleichzeitig viel mentale Stärke, die in den Sport reinspielt. Der mentale Part inspiriert mich am meisten, weil bei jedem Athlet, der in dem Sport so krasse Gewichte bewegt, viel hinter steckt. Das Mindset muss in eine wirklich reflektierende Richtung gehen, um Erfolge zu feiern und sie auch halten zu können.


Und wie motivierst du dich mental, wenn ein Training auch mal schwerfällt?

Die Option, das Training nicht zu machen gibt es gar nicht. Das kommt auch gar nicht in den Kopf rein. Der Sport ist halt mein Leben und meine Routine. Es wird alles rund um das Training geplant und das fühlt sich auch natürlich an. Ich bin schon in einem Maschinenmodus, aber im gesunden Sinne. Aber es ist auch OK, sich dann auch mal nicht OK im Training zu fühlen.

Sind dir als Frau im Powerlifting auch schon Vorurteile begegnet?

Klar, es gibt immer Vorurteile. Es gibt immer Menschen, die zu viel Meinung haben und zu viel reden, bin ich ganz ehrlich. Aber ich bin an einem Punkt angekommen, wenn vor allem ein Mann mir sagen will, wie jetzt gerade die Lage ist und wie Frauen sein sollten, mir das egal ist. Das ist nicht hörenswert. Als ich mit Social Media angefangen habe, bekam ich sehr viel Hate, aber im Endeffekt sind das einfach Menschen, die Neid empfinden.


Was würdest du deinem jüngeren Ich jetzt mitgeben, wie du es zu

diesem Punkt geschafft hast?

Das klingt so kalenderspruchmäßig, aber fake it until you make it. Auch wenn du dich unsicher fühlst, verhalte dich genauso, wie du eigentlich sein möchtest. Ich bin eine Person, die von außen immer selbstbewusst wirkt und habe mir im Kopf so oft vorgestellt, was für einen Helya mit welcher Energie auf die Plattform geht. Da spielt 0 Prozent Arroganz rein, sondern komplett nur Liebe. Früher habe ich mir eine 28-jährige Helya vorgestellt, die auf dem ersten Platz steht. Und das Ding ist, da komme ich immer mehr hin und fühle mich selbstsicherer. Ich habe wirklich auch im Training komplett diesen Maincharacter-Modus an, fühl die Musik und spreche mit mir und sag: 'Hey, du kannst das und alles gut und let's go.'


Auf welchen Erfolg bist du besonders stolz?

Irgendwie haben alle ihre besonderen Merkmale und jede Medaille ist besonders. Aber letztes Jahr bin ich unerwartet Vize-Weltmeisterin geworden und das war richtig, richtig cool. Ich bin auf meine erste Weltmeisterschaft gegangen und ich habe auch davor gesagt, dass ich noch keine internationale Rolle spiele und ich mich für die freue, die auf dem Podium stehen werden. Dann kam ich von der Plattform runter und hörte, dass ich Vize-Weltmeisterin bin. Das war so unnormal. Ich bin gar nicht klargekommen.


Und wie kann man sich deinen Trainingsalltag vorstellen vor einem Wettkampf?

Wir haben die Disziplinen Kniebeuge, Bankdrücken und Kreuzheben und wir haben gewisse Primary Days, also Haupttage für die Disziplin. Sonntags fängt meine Trainingswoche mit Primary Deadlift an; mein Haupttag fürs Kreuzheben. Dann habe ich einen Tag, an dem ich eher Variationen hab und welche für‘s Bankdrücken und am nächsten Tag dann Primary Squat, den Haupttag fürs Kniebeugen. Ich trainiere fünfmal die Woche.


Und was ist das größte Gewicht, das du drücken oder heben kannst?

Kniebeuge 220 Kilo, im Bankdrücken habe ich Gold geholt mit 142,5 Kilo und Kreuzheben habe ich 200 Kilo gehoben. (lacht)


Stabile Gewichte! Was ist denn dann dein nächstes Ziel, was

du erreichen möchtest?

Mein größter Kindheitstraum - und das habe ich mit sieben gesagt - ist Weltmeisterin zu werden. Ich freue mich schon auf den Tag, das wird richtig gut. Das ist mein nächstes Ziel und da gehen ich mit ganz viel Liebe ran. Mit ganz viel Liebe auf die Plattform zu gehen und meine Stärke zu zeigen.


Und abschließend: Was wünscht du dir für die Zukunft

des Kraftsports, speziell des Powerliftings?

Einerseits denke ich, der Sport braucht nochmal mehr Aufmerksamkeit, 100 Prozent, aber das Beste, was in der Zukunft passieren kann, wäre, dass immer mehr Frauen ihre Meinung sagen. Das wird dadurch auch nochmal mehr gestärkt, weil Stärke und Krafttraining immer mehr Thema werden. Frauen wollen immer mehr stark werden, das führt überhaupt dazu, dass der Sport dann überhaupt mehr Aufmerksamkeit bekommt. Ich denke, das führt dazu, dass immer mehr Frauen Stärke vermitteln wollen und ihre Meinung sagen und gleichzeitig auch über die Umstände im Sport sprechen. Denn es gibt super viele Profisportlerinnen, die ihren Sport nicht so privilegiert ausüben können. Darüber muss mehr gesprochen werden.


Danke Helya für deine wertvollen Worte. Wir wünschen dir alles Gute für deine sportliche Zukunft und freuen uns mit dir auf den Tag, an dem du Weltmeisterin wirst.

 

Videoporträt // Helya Fathi

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Porträt: Helya Fathi

Powerlifting:

Verein: Kraftsport Colonia

Trainer: Titus Korteinline GraphicLine

Erfolge 2026:

Vize Weltmeisterin Junioren

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Erfolge 2025:

Vize Weltmeisterin Junioren

Vize Europameisterin Junioren

Vize deutsche Meisterin "Offene Klasse"

Europarekord Bankdrücken

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Erfolge 2024:

Vize deutsche Meisterin "Offene Klasse" ab 24 / Juniorin

Deutsche Meisterin Junioren

Deutscher Rekord im Bankdrücken gebrochen

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Erfolge 2023:

Deutsche Meisterin

Landesmeisterin Schleswig Holzestein

Landesmeisterin Bankdrücken

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inline Polygon hellyaaalifts

Eine Person in Sportkleidung bereitet sich in einem Fitnessstudio durch das Auftragen von Chalk auf das Gewichtheben vor. Beschreibung von KI generiert
Eine Person mit Helm und Sportbekleidung sitzt auf einem Paddleboard auf einem Gew sser und h lt ein Paddel.   Beschreibung von KI generiert WestLotto Toptalente NRW Der Hitzesommer 2026 und was der Sport daraus lernen kann. Mehr Erfolg durch Kooperation von Sportvereinen, 250.00 Euro zusätzlich für die ÜL-Offensive und Buddy-Klettern Powerlifting: Helya Fathi beim IPF Sub Junior & Junior World Powerlifting 2026 in Sun City / South Africa Verein: Kra... Group
Eine l chelnde Person mit kurzen nassen Haaren tr gt ein schwarzes Shirt mit Aufn hern und steht vor einem unscharfen Hintergrund mit einem Bildschirm. Beschreibung von KI generiert
Foto © IPF Sub Junior & Junior World Powerlifting 2026 in Sun City / South Africa
Interview Carolin Salm // Foto © LSB NRW / Andrea Bowinkelmann

Voller Liebe für den Sport:

Powerlifterin Helya über Stärke – körperliche und mentale


Mit 21 Jahren steht sie voll hinter ihrem Sport Powerlifting und setzt sich dafür ein, dass Frauen stark werden! Die Sportlerin Helya Fathi verzeichnet schon viele Erfolge in ihrer sportlichen Karriere. Wie wichtig mentale Stärke im Powerlifting ist und wie sie selbst gelernt hat, so stark zu werden, erzählt sie uns im Interview.

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Wie bist du zum Powerlifting gekommen? Keine klassische Sportart.

Ja, voll. Ich habe super viele Sportarten ausprobiert; neun Jahre geturnt, vier Jahre Basketball und nebenbei noch Fußball und Handball. Im Endeffekt bin ich zum Powerlifting gekommen, weil ich mir selbst erlaubt habe, endlich mal wirklich stark sein zu dürfen. Denn als ich klein war, litt ich schon sehr unter diesen typischen Idealen und hatte das Gefühl, bestimmt aussehen zu müssen. Auch im Sport war das immer Thema. Und als ich ungefähr 16 Jahre alt war, wollte ich endlich mit dem Thema brechen und hab dann angefangen, mich im Gym anzumelden, um richtig, richtig stark zu werden. Und dann fing gefühlt die geilste Reise an.


Was hat dich dann so fasziniert an der Sportart?

Es ist komplett dein Ding, man macht bestimmte Dinge, um so stark zu werden und ist selbstständig, stark und lernt mit der Zeit die ganze Technik zu erlernen. Das ist so viel Detailarbeit und gleichzeitig viel mentale Stärke, die in den Sport reinspielt. Der mentale Part inspiriert mich am meisten, weil bei jedem Athlet, der in dem Sport so krasse Gewichte bewegt, viel hinter steckt. Das Mindset muss in eine wirklich reflektierende Richtung gehen, um Erfolge zu feiern und sie auch halten zu können.


Und wie motivierst du dich mental, wenn ein Training auch mal schwerfällt?

Die Option, das Training nicht zu machen gibt es gar nicht. Das kommt auch gar nicht in den Kopf rein. Der Sport ist halt mein Leben und meine Routine. Es wird alles rund um das Training geplant und das fühlt sich auch natürlich an. Ich bin schon in einem Maschinenmodus, aber im gesunden Sinne. Aber es ist auch OK, sich dann auch mal nicht OK im Training zu fühlen.

Sind dir als Frau im Powerlifting auch schon Vorurteile begegnet?

Klar, es gibt immer Vorurteile. Es gibt immer Menschen, die zu viel Meinung haben und zu viel reden, bin ich ganz ehrlich. Aber ich bin an einem Punkt angekommen, wenn vor allem ein Mann mir sagen will, wie jetzt gerade die Lage ist und wie Frauen sein sollten, mir das egal ist. Das ist nicht hörenswert. Als ich mit Social Media angefangen habe, bekam ich sehr viel Hate, aber im Endeffekt sind das einfach Menschen, die Neid empfinden.


Was würdest du deinem jüngeren Ich jetzt mitgeben, wie du es zu

diesem Punkt geschafft hast?

Das klingt so kalenderspruchmäßig, aber fake it until you make it. Auch wenn du dich unsicher fühlst, verhalte dich genauso, wie du eigentlich sein möchtest. Ich bin eine Person, die von außen immer selbstbewusst wirkt und habe mir im Kopf so oft vorgestellt, was für einen Helya mit welcher Energie auf die Plattform geht. Da spielt 0 Prozent Arroganz rein, sondern komplett nur Liebe. Früher habe ich mir eine 28-jährige Helya vorgestellt, die auf dem ersten Platz steht. Und das Ding ist, da komme ich immer mehr hin und fühle mich selbstsicherer. Ich habe wirklich auch im Training komplett diesen Maincharacter-Modus an, fühl die Musik und spreche mit mir und sag: 'Hey, du kannst das und alles gut und let's go.'


Auf welchen Erfolg bist du besonders stolz?

Irgendwie haben alle ihre besonderen Merkmale und jede Medaille ist besonders. Aber letztes Jahr bin ich unerwartet Vize-Weltmeisterin geworden und das war richtig, richtig cool. Ich bin auf meine erste Weltmeisterschaft gegangen und ich habe auch davor gesagt, dass ich noch keine internationale Rolle spiele und ich mich für die freue, die auf dem Podium stehen werden. Dann kam ich von der Plattform runter und hörte, dass ich Vize-Weltmeisterin bin. Das war so unnormal. Ich bin gar nicht klargekommen.


Und wie kann man sich deinen Trainingsalltag vorstellen vor einem Wettkampf?

Wir haben die Disziplinen Kniebeuge, Bankdrücken und Kreuzheben und wir haben gewisse Primary Days, also Haupttage für die Disziplin. Sonntags fängt meine Trainingswoche mit Primary Deadlift an; mein Haupttag fürs Kreuzheben. Dann habe ich einen Tag, an dem ich eher Variationen hab und welche für‘s Bankdrücken und am nächsten Tag dann Primary Squat, den Haupttag fürs Kniebeugen. Ich trainiere fünfmal die Woche.


Und was ist das größte Gewicht, das du drücken oder heben kannst?

Kniebeuge 220 Kilo, im Bankdrücken habe ich Gold geholt mit 142,5 Kilo und Kreuzheben habe ich 200 Kilo gehoben. (lacht)


Stabile Gewichte! Was ist denn dann dein nächstes Ziel, was du erreichen möchtest?

Mein größter Kindheitstraum - und das habe ich mit sieben gesagt - ist Weltmeisterin zu werden. Ich freue mich schon auf den Tag, das wird richtig gut. Das ist mein nächstes Ziel und da gehen ich mit ganz viel Liebe ran. Mit ganz viel Liebe auf die Plattform zu gehen und meine Stärke zu zeigen.


Und abschließend: Was wünscht du dir für die Zukunft des Kraftsports, speziell des Powerliftings?

Einerseits denke ich, der Sport braucht nochmal mehr Aufmerksamkeit, 100 Prozent, aber das Beste, was in der Zukunft passieren kann, wäre, dass immer mehr Frauen ihre Meinung sagen. Das wird dadurch auch nochmal mehr gestärkt, weil Stärke und Krafttraining immer mehr Thema werden. Frauen wollen immer mehr stark werden, das führt überhaupt dazu, dass der Sport dann überhaupt mehr Aufmerksamkeit bekommt. Ich denke, das führt dazu, dass immer mehr Frauen Stärke vermitteln wollen und ihre Meinung sagen und gleichzeitig auch über die Umstände im Sport sprechen. Denn es gibt super viele Profisportlerinnen, die ihren Sport nicht so privilegiert ausüben können. Darüber muss mehr gesprochen werden.


Danke Helya für deine wertvollen Worte. Wir wünschen dir alles Gute für deine sportliche Zukunft und freuen uns mit dir auf den Tag, an dem du Weltmeisterin wirst.

 

Videoporträt // Helya Fathi

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Porträt: Helya Fathi

Powerlifting:

Verein: Kraftsport Colonia

Trainer: Titus Korteinline GraphicLine

Erfolge 2026:

Vize Weltmeisterin Junioren

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Erfolge 2025:

Vize Weltmeisterin Junioren

Vize Europameisterin Junioren

Vize deutsche Meisterin "Offene Klasse"

Europarekord Bankdrücken

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Erfolge 2024:

Vize deutsche Meisterin "Offene Klasse" ab 24 / Juniorin

Deutsche Meisterin Junioren

Deutscher Rekord im Bankdrücken gebrochen

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Erfolge 2023:

Deutsche Meisterin

Landesmeisterin Schleswig Holzestein

Landesmeisterin Bankdrücken

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WestLotto Toptalente NRW Der Hitzesommer 2026 und was der Sport daraus lernen kann. Mehr Erfolg durch Kooperation von Sportvereinen, 250.00 Euro zusätzlich für die ÜL-Offensive und Buddy-Klettern Powerlifting: Helya Fathi beim IPF Sub Junior & Junior World Powerlifting 2026 in Sun City / South Africa Verein: Kra... Group
Eine Person in Sportkleidung bereitet sich in einem Fitnessstudio durch das Auftragen von Chalk auf das Gewichtheben vor. Beschreibung von KI generiert
Eine Person mit Helm und Sportbekleidung sitzt auf einem Paddleboard auf einem Gew sser und h lt ein Paddel.   Beschreibung von KI generiert
Eine l chelnde Person mit kurzen nassen Haaren tr gt ein schwarzes Shirt mit Aufn hern und steht vor einem unscharfen Hintergrund mit einem Bildschirm. Beschreibung von KI generiert
Foto © IPF Sub Junior & Junior World Powerlifting 2026 in Sun City / South Africa
Interview Carolin Salm // Foto © LSB NRW / Andrea Bowinkelmann

Voller Liebe für den Sport:
Powerlifterin Helya über Stärke –
körperliche und mentale


Mit 21 Jahren steht sie voll hinter ihrem Sport Powerlifting und setzt sich dafür ein, dass Frauen stark werden! Die Sportlerin Helya Fathi verzeichnet schon viele Erfolge in ihrer sportlichen Karriere. Wie wichtig mentale
Stärke im Powerlifting ist und wie sie selbst gelernt hat, so stark zu werden, erzählt sie uns im Interview.

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Wie bist du zum Powerlifting gekommen? Keine klassische Sportart.

Ja, voll. Ich habe super viele Sportarten ausprobiert; neun Jahre geturnt, vier Jahre Basketball und nebenbei noch Fußball und Handball. Im Endeffekt bin ich zum Powerlifting gekommen, weil ich mir selbst erlaubt habe, endlich mal wirklich stark sein zu dürfen. Denn als ich klein war, litt ich schon sehr unter diesen typischen Idealen und hatte das Gefühl, bestimmt aussehen zu müssen. Auch im Sport war das immer Thema. Und als ich ungefähr 16 Jahre alt war, wollte ich endlich mit dem Thema brechen und hab dann angefangen, mich im Gym anzumelden, um richtig, richtig stark zu werden. Und dann fing gefühlt die geilste Reise an.


Was hat dich dann so fasziniert an der Sportart?

Es ist komplett dein Ding, man macht bestimmte Dinge, um so stark zu werden und ist selbstständig, stark und lernt mit der Zeit die ganze Technik zu erlernen. Das ist so viel Detailarbeit und gleichzeitig viel mentale Stärke, die in den Sport reinspielt. Der mentale Part inspiriert mich am meisten, weil bei jedem Athlet, der in dem Sport so krasse Gewichte bewegt, viel hinter steckt. Das Mindset muss in eine wirklich reflektierende Richtung gehen, um Erfolge zu feiern und sie auch halten zu können.


Und wie motivierst du dich mental, wenn ein Training auch mal schwerfällt?

Die Option, das Training nicht zu machen gibt es gar nicht. Das kommt auch gar nicht in den Kopf rein. Der Sport ist halt mein Leben und meine Routine. Es wird alles rund um das Training geplant und das fühlt sich auch natürlich an. Ich bin schon in einem Maschinenmodus, aber im gesunden Sinne. Aber es ist auch OK, sich dann auch mal nicht OK im Training zu fühlen.


Sind dir als Frau im Powerlifting auch schon Vorurteile begegnet?

Klar, es gibt immer Vorurteile. Es gibt immer Menschen, die zu viel Meinung haben und zu viel reden, bin ich ganz ehrlich. Aber ich bin an einem Punkt angekommen, wenn vor allem ein Mann mir sagen will, wie jetzt gerade die Lage ist und wie Frauen sein sollten, mir das egal ist. Das ist nicht hörenswert. Als ich mit Social Media angefangen habe, bekam ich sehr viel Hate, aber im Endeffekt sind das einfach Menschen, die Neid empfinden.


Was würdest du deinem jüngeren Ich jetzt mitgeben, wie du es zu

diesem Punkt geschafft hast?

Das klingt so kalenderspruchmäßig, aber fake it until you make it. Auch wenn du dich unsicher fühlst, verhalte dich genauso, wie du eigentlich sein möchtest. Ich bin eine Person, die von außen immer selbstbewusst wirkt und habe mir im Kopf so oft vorgestellt, was für einen Helya mit welcher Energie auf die Plattform geht. Da spielt 0 Prozent Arroganz rein, sondern komplett nur Liebe. Früher habe ich mir eine 28-jährige Helya vorgestellt, die auf dem ersten Platz steht. Und das Ding ist, da komme ich immer mehr hin und fühle mich selbstsicherer. Ich habe wirklich auch im Training komplett diesen Maincharacter-Modus an, fühl die Musik und spreche mit mir und sag: 'Hey, du kannst das und alles gut und let's go.'


Auf welchen Erfolg bist du besonders stolz?

Irgendwie haben alle ihre besonderen Merkmale und jede Medaille ist besonders. Aber letztes Jahr bin ich unerwartet Vize-Weltmeisterin geworden und das war richtig, richtig cool. Ich bin auf meine erste Weltmeisterschaft gegangen und ich habe auch davor gesagt, dass ich noch keine internationale Rolle spiele und ich mich für die freue, die auf dem Podium stehen werden. Dann kam ich von der Plattform runter und hörte, dass ich Vize-Weltmeisterin bin. Das war so unnormal. Ich bin gar nicht klargekommen.


Und wie kann man sich deinen Trainingsalltag vorstellen vor einem Wettkampf?

Wir haben die Disziplinen Kniebeuge, Bankdrücken und Kreuzheben und wir haben gewisse Primary Days, also Haupttage für die Disziplin. Sonntags fängt meine Trainingswoche mit Primary Deadlift an; mein Haupttag fürs Kreuzheben. Dann habe ich einen Tag, an dem ich eher Variationen hab und welche für‘s Bankdrücken und am nächsten Tag dann Primary Squat, den Haupttag fürs Kniebeugen. Ich trainiere fünfmal die Woche.


Und was ist das größte Gewicht, das du drücken oder heben kannst?

Kniebeuge 220 Kilo, im Bankdrücken habe ich Gold geholt mit 142,5 Kilo und Kreuzheben habe ich 200 Kilo gehoben. (lacht)


Stabile Gewichte! Was ist denn dann dein nächstes Ziel, was

du erreichen möchtest?

Mein größter Kindheitstraum - und das habe ich mit sieben gesagt - ist Weltmeisterin zu werden. Ich freue mich schon auf den Tag, das wird richtig gut. Das ist mein nächstes Ziel und da gehen ich mit ganz viel Liebe ran. Mit ganz viel Liebe auf die Plattform zu gehen und meine Stärke zu zeigen.


Und abschließend: Was wünscht du dir für die Zukunft

des Kraftsports, speziell des Powerliftings?

Einerseits denke ich, der Sport braucht nochmal mehr Aufmerksamkeit, 100 Prozent, aber das Beste, was in der Zukunft passieren kann, wäre, dass immer mehr Frauen ihre Meinung sagen. Das wird dadurch auch nochmal mehr gestärkt, weil Stärke und Krafttraining immer mehr Thema werden. Frauen wollen immer mehr stark werden, das führt überhaupt dazu, dass der Sport dann überhaupt mehr Aufmerksamkeit bekommt. Ich denke, das führt dazu, dass immer mehr Frauen Stärke vermitteln wollen und ihre Meinung sagen und gleichzeitig auch über die Umstände im Sport sprechen. Denn es gibt super viele Profisportlerinnen, die ihren Sport nicht so privilegiert ausüben können. Darüber muss mehr gesprochen werden.


Danke Helya für deine wertvollen Worte. Wir wünschen dir alles Gute für deine sportliche Zukunft und freuen uns mit dir auf den Tag, an dem du Weltmeisterin wirst.

 

Videoporträt // Helya Fathi

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Porträt: Helya Fathi

Powerlifting:

Verein: Kraftsport Colonia

Trainer: Titus Korteinline GraphicLine

Erfolge 2026:

Vize Weltmeisterin Junioren

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Erfolge 2025:

Vize Weltmeisterin Junioren

Vize Europameisterin Junioren

Vize deutsche Meisterin "Offene Klasse"

Europarekord Bankdrücken

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Erfolge 2024:

Vize deutsche Meisterin "Offene Klasse" ab 24 / Juniorin

Deutsche Meisterin Junioren

Deutscher Rekord im Bankdrücken gebrochen

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Erfolge 2023:

Deutsche Meisterin

Landesmeisterin Schleswig Holzestein

Landesmeisterin Bankdrücken

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WestLotto Toptalente NRW Der Hitzesommer 2026 und was der Sport daraus lernen kann. Mehr Erfolg durch Kooperation von Sportvereinen, 250.00 Euro zusätzlich für die ÜL-Offensive und Buddy-Klettern Powerlifting: Helya Fathi beim IPF Sub Junior & Junior World Powerlifting 2026 in Sun City / South Africa Verein: Kra... Group
Eine Person in Sportkleidung bereitet sich in einem Fitnessstudio durch das Auftragen von Chalk auf das Gewichtheben vor. Beschreibung von KI generiert
Eine Person mit Helm und Sportbekleidung sitzt auf einem Paddleboard auf einem Gew sser und h lt ein Paddel.   Beschreibung von KI generiert
Eine l chelnde Person mit kurzen nassen Haaren tr gt ein schwarzes Shirt mit Aufn hern und steht vor einem unscharfen Hintergrund mit einem Bildschirm. Beschreibung von KI generiert
Foto © IPF Sub Junior & Junior World Powerlifting 2026 in Sun City / South Africa