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Wir im Sport Ausgabe 04 2026 Ausgabe 04 2026 der Wir im Sport mit dem Schwerpunkt fehlender Übungsleiter, einem Bericht über Basketball und viel #Sportehrenamt Interview Julia Wiatr // Foto © LSB NRW / Andrea Bowinkelmann

Das ist ein Flow-Zustand


Der Kanusport begeistert mit Tempo, Technik und spannenden Wettkämpfen auf dem Wasser. Doch sehr häufig wird der Sport nur von einer kleinen Öffentlichkeit wahrgenommen. Für Nachwuchsathletin Nova Müller völlig zu Unrecht. Im Gespräch mit dem Landessportbund NRW erzählt die 17-jährige Duisburgerin, was sie an ihrem Sport fasziniert und warum er mehr Aufmerksamkeit verdient hat.

Nova erklär doch mal, wie du dich fühlst, wenn du während eines Wettkampfs im Kanu sitzt.

Beim Cross ist das ein bisschen wie eine Achterbahn, wenn man gerade am höchsten Punkt ist und nicht weiß, wann es genau weitergeht. Dann gibt es ein Signal und die Rampe klappt runter. Genau darauf wartet man ja die ganze Zeit und ist richtig angespannt. Und dann fällt man einfach und das würde ich mit einer Achterbahn oder einem Free Fall Tower vergleichen. Beim Kanuslalom würde ich sagen, das ist eher so ein Flow-Zustand. Wenn man Pech hat, kommt man nicht in diesen Zustand. Ich glaube, das ist wie beim Tanzen oder Singen, da hat man auch diesen Flow-Zustand, wenn man was macht und darin aufgeht.


Wann hast du denn das erste Mal in einem Kanu gesessen?

So richtig mit 8 Jahren. Das war in einer Ferienbetreuung, da haben wir angefangen und sind ein bisschen auf dem See rumgefahren. Da wusste ich noch nicht, dass Kanuslalom eigentlich Wildwassersport ist. Aber da auf dem See habe ich das erste Mal im Boot gesessen.


Was macht den Sport so besonders für dich?

Der macht mir erst mal richtig dolle Spaß. Die Leute sind toll und es macht Spaß zu trainieren. Ich habe eine tolle Trainingsgruppe und so bin ich natürlich bei dem Sport geblieben. Aber vor allem kombiniert er viele Aspekte. Man hat zum einen die Technik, man braucht aber auch Kraft und Ausdauer. Das finde ich schön, dass man nicht so was Eintöniges hat.

Dann nimm uns doch mal mit in eine typische Trainingswoche.

Wir haben meistens immer den gleichen Trainingsplan. Montags fangen wir mit Krafttraining an, und dann wird direkt eine Seeeinheit drangehangen. Meistens fahren wir eine Ausdauereinheit, so eine Stunde bis 90 Minuten auf dem See in einem moderaten, gerade anstrengenden Tempo. Dienstags ist mein trainingsfreier Tag. Am Mittwoch variiert der Trainingsplan meistens. Da machen wir wieder eine Seeeinheit, dann Stabi oder Laufen. Manchmal fahren wir abends noch zur Erft, um bei mehr Strömung zu trainieren. Donnerstags stehen Krafttraining und eine Seeeinheit auf dem Plan. Und freitags gibt es eine Lauf- und Seeeinheit. Am Wochenende fahren wir manchmal, gerade im Sommer, noch an eine minikleine Wildwasserstrecke in NRW, zum Beispiel an die Erft. Oder wir fahren nach Hohenlimburg.


Das klingt nach einer sehr vollen Woche. Wie schaffst du es trotzdem Sport, Schule, und Freund*innen unter einen Hut zu bekommen?

Es kommt immer darauf an. In der Schule hat man manchmal entspanntere Wochen, aber wenn ich wirklich viel lernen und Hausaufgaben machen muss, dann gehe ich morgens in die Schule, komme nach Hause, mache Hausaufgaben und esse kurz etwas, bevor ich zum Training gehe. Wenn ich danach nach Hause komme, erledige ich die restlichen Hausaufgaben oder lerne. Den trainingsfreien Tag nutze ich meistens, um mich zu verabreden.


Und im Winter? Wie sieht da dein Training aus?

Wie im Sommer, nur in kälter. Wir machen zwar eher Grundlagenausdauer, also längere Einheiten auf dem See, die dann meistens 90 Minuten gehen, aber da haben wir einfach nur wärmere Sachen an. Manchmal müssen wir das Training vom See in die Halle verlagern, wenn der See eingefroren ist. Da haben wir Paddelergometer.

Du hast schon einige Medaillen und Wettkämpfe gewonnen und bist konntest dir dieses Jahr unter anderem den Vizeeuropameistertitel in Frankreich sichern. Wie fühlt es sich an mit 17 Jahren zu den erfolgreichsten Nachwuchsathletinnen im Kanusport zu zählen?

Natürlich bin ich stolz auf meine Erfolge, aber die spielen in meinem Alltag keine große Rolle. Da konzentriere ich mich eher auf meinen Fortschritt und mein Training und auch zukünftige Wettkämpfe. Aber die Erfolge helfen mir schon, wenn ich mal an mir zweifle.


Auf deinem Instagram-Account gibst du Einblicke in den Kanusport. Auch ins Cross, das 2024 sein Debüt bei den olympischen Spielen in Paris feierte. Erklär doch mal, wodrin sich Cross vom Slalom unterscheidet.

Beim Kanuslalom gibt es 18 bis 25 Tore und die darf man alle nicht berühren. Die sind auch sehr schwer, meistens aus Holz. Dann gibt es die Crosstore, das sind so sechs Tore pro Strecke. Das sind Luftschläuche, die mit Luft und unten mit Wasser gefüllt sind und die darf man berühren. Beim Cross gibt es das Time Trial und das Rennen gegen drei andere Athlet*innen. Da gibt es Regeln, dass man die anderen nicht mit dem Paddel berühren oder festhalten darf. Beim Slalom fährt man alleine. Das ganze Grundding ist anders, aber es geht in beiden Disziplinen darum, dass man am schnellsten runterkommt. Das heißt auch in der Zeit keine Fehler zu machen. Im Cross gibt es keine zwei oder 50 Sekunden Strafe, sondern man ist bei Fouls erstmal einfach auf dem letzten Platz.


Und kannst du sagen, was du lieber von den beiden Disziplinen machst?

Slalom. Manchmal macht mir Cross richtig Spaß, vor allem wenn ich gegen andere Leute fahre. Es kommt auch immer auf die Strecke an. Cross macht sehr viel Spaß, aber im Allgemeinen würde ich schon Slalom sagen.


Was würdest du dir generell für deinen Sport wünschen?

Ich würde mir für den Sport wünschen, dass er mehr an Popularität gewinnt, weil ich finde, das ist so ein schöner Sport. Da kann man schön zugucken. Vor allem auch beim Cross. Da gibt es immer Sachen, die unberechenbar sind, bei denen man nicht so direkt weiß, was jetzt passieren wird. Im Slalom ist es nochmal was anderes, wenn man Laie ist und zuguckt, dann erkennt man manchmal nicht die Unterschiede. Ich würde mir wünschen, dass sich das mehr Leute anschauen und auch vielleicht ein bisschen verstehen würden, was den Sport ausmacht. Es gibt so viele gute Sportarten, die untergehen neben so anderen Sportarten und das ist richtig schade.


Gibt es denn auch etwas, was du persönlich noch mit dem Sport erreichen möchtest? Von welchem Titel träumst du noch?

Da gibt es ganz viele. Titel generell zu gewinnen, finde ich cool, weil man dann einfach auch weiß, „Den Titel habe ich jetzt und den kann mir keiner mehr wegnehmen.“ Aber ich war zum Beispiel noch nie deutsche Meisterin. Und natürlich gibt es dann diese Wünsche, mal Weltmeisterin zu werden oder bei Olympia mitzufahren und da vielleicht auch sehr gut abzuschneiden.


Du betreibst den Sport seit fast 10 Jahren. Gibt es etwas, was du ohne den Sport nicht gelernt hättest?

Ich bin sehr perfektionistisch und der Sport hat mir irgendwann gezeigt, wenn man einfach macht und durchzieht und es nicht unbedingt perfekt ist, dass es am meisten was bringt. Diese Konstante bringt mehr als dieser Perfektionismus. Und auch, dass man nicht so hart zu sich selbst sein sollte.


Was würdest du deinem jüngeren Ich sagen, das jetzt gerade erst mit dem Sport anfängt?

Ich würde sagen, „Hab so viel Spaß wie möglich.“ Ich glaube, Spaß ist das Wichtigste, was ich mir selbst mit auf den Weg geben würde. Ich merke, wenn ich Spaß habe und mit Spaß trainiere, dann funktioniert das immer und dann geht das alles. Und wenn ich dann mal Fehler mache, ist das aber auch okay.

 

Videoporträt //Nova Müller

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Porträt: Nova Müller

Kanuslalom:

Verein: KSV Duisburg-Wedau

Trainer: David Krajnikinline GraphicLine

Erfolge 2026:

EM Silber (K1 Einzel)

EM Silber (C1 Einzel)

EM Silber (K1 Mannschaft)

EM Bronze (C1 Mannschaft)

WM Silber (K1 Mannschaft)

WM 4. Platz (K1 Einzel)

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Erfolge 2025:

EM Bronze (K1 Mannschaft)

WM 4. Platz (K1 Einzel)

DM Silber (Kajak Cross Individual)inline GraphicLine


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Eine Person tr gt einen Helm und Paddel und f hrt in einem Wildwasserfluss durch ein Tor bei einem Kanuslalom-Wettbewerb vor einer Zuschauergruppe. Beschreibung von KI generiert
Eine Person mit rotem Oberteil formt mit den H nden ein Herz vor einem Zelt bei blauem Himmel. Beschreibung von KI generiert Eine Person mit Helm f hrt auf einem Kajak durch bewegtes Wasser mit Schaum und Wellen. Beschreibung von KI generiert Eine Person mit Helm und Sportbekleidung sitzt auf einem Paddleboard auf einem Gew sser und h lt ein Paddel.   Beschreibung von KI generiert
Drei Personen umarmen sich herzlich im Freien bei sonnigem Wetter, eine tr gt einen Helm mit Deutschlandfarben und eine andere hat lange blonde Haare. Beschreibung von KI generiert
GraphicLine WestLotto Toptalente NRW

Nova Müller ist durch den Chef-
Bundestrainer Thomas Apel auf Grund ihrer guten Leistung bei der
U18 EM zur EM der Leistungsklasse (bei den ganz Großen) nominiert worden.

Ausgabe 04 2026 der Wir im Sport mit dem Schwerpunkt fehlender Übungsleiter, einem Bericht über Basketball und viel #Sportehrenamt Interview Julia Wiatr // Foto © LSB NRW / Andrea Bowinkelmann

Das ist ein Flow-Zustand


Der Kanusport begeistert mit Tempo, Technik und spannenden Wettkämpfen auf dem Wasser. Doch sehr häufig wird der Sport nur von einer kleinen Öffentlichkeit wahrgenommen. Für Nachwuchsathletin Nova Müller völlig zu Unrecht. Im Gespräch mit dem Landessportbund NRW erzählt die 17-jährige Duisburgerin, was sie an ihrem Sport fasziniert und warum er mehr Aufmerksamkeit verdient hat.

Nova erklär doch mal, wie du dich fühlst, wenn du

während eines Wettkampfs im Kanu sitzt.

Beim Cross ist das ein bisschen wie eine Achterbahn, wenn man gerade am höchsten Punkt ist und nicht weiß, wann es genau weitergeht. Dann gibt es ein Signal und die Rampe klappt runter. Genau darauf wartet man ja die ganze Zeit und ist richtig angespannt. Und dann fällt man einfach und das würde ich mit einer Achterbahn oder einem Free Fall Tower vergleichen. Beim Kanuslalom würde ich sagen, das ist eher so ein Flow-Zustand. Wenn man Pech hat, kommt man nicht in diesen Zustand. Ich glaube, das ist wie beim Tanzen oder Singen, da hat man auch diesen Flow-Zustand, wenn man was macht und darin aufgeht.


Wann hast du denn das erste Mal in einem

Kanu gesessen?

So richtig mit 8 Jahren. Das war in einer Ferienbetreuung, da haben wir angefangen und sind ein bisschen auf dem See rumgefahren. Da wusste ich noch nicht, dass Kanuslalom eigentlich Wildwassersport ist. Aber da auf dem See habe ich das erste Mal im Boot gesessen.


Was macht den Sport so besonders für dich?

Der macht mir erst mal richtig dolle Spaß. Die Leute sind toll und es macht Spaß zu trainieren. Ich habe eine tolle Trainingsgruppe und so bin ich natürlich bei dem Sport geblieben. Aber vor allem kombiniert er viele Aspekte. Man hat zum einen die Technik, man braucht aber auch Kraft und Ausdauer. Das finde ich schön, dass man nicht so was Eintöniges hat.

Dann nimm uns doch mal mit in eine

typische Trainingswoche.

Wir haben meistens immer den gleichen Trainingsplan. Montags fangen wir mit Krafttraining an, und dann wird direkt eine Seeeinheit drangehangen. Meistens fahren wir eine Ausdauereinheit, so eine Stunde bis 90 Minuten auf dem See in einem moderaten, gerade anstrengenden Tempo. Dienstags ist mein trainingsfreier Tag. Am Mittwoch variiert der Trainingsplan meistens. Da machen wir wieder eine Seeeinheit, dann Stabi oder Laufen. Manchmal fahren wir abends noch zur Erft, um bei mehr Strömung zu trainieren. Donnerstags stehen Krafttraining und eine Seeeinheit auf dem Plan. Und freitags gibt es eine Lauf- und Seeeinheit. Am Wochenende fahren wir manchmal, gerade im Sommer, noch an eine minikleine Wildwasserstrecke in NRW, zum Beispiel an die Erft. Oder wir fahren nach Hohenlimburg.


Das klingt nach einer sehr vollen Woche. Wie schaffst du es trotzdem Sport, Schule, und Freund*innen unter einen Hut zu bekommen?

Es kommt immer darauf an. In der Schule hat man manchmal entspanntere Wochen, aber wenn ich wirklich viel lernen und Hausaufgaben machen muss, dann gehe ich morgens in die Schule, komme nach Hause, mache Hausaufgaben und esse kurz etwas, bevor ich zum Training gehe. Wenn ich danach nach Hause komme, erledige ich die restlichen Hausaufgaben oder lerne. Den trainingsfreien Tag nutze ich meistens, um mich zu verabreden.


Und im Winter? Wie sieht da dein Training aus?

Wie im Sommer, nur in kälter. Wir machen zwar eher Grundlagenausdauer, also längere Einheiten auf dem See, die dann meistens 90 Minuten gehen, aber da haben wir einfach nur wärmere Sachen an. Manchmal müssen wir das Training vom See in die Halle verlagern, wenn der See eingefroren ist. Da haben wir Paddelergometer.


Du hast schon einige Medaillen und Wettkämpfe gewonnen und bist konntest dir dieses Jahr unter anderem den Vizeeuropameistertitel in Frankreich sichern. Wie fühlt es sich an mit 17 Jahren zu den erfolgreichsten Nachwuchsathletinnen im Kanusport zu zählen?

Natürlich bin ich stolz auf meine Erfolge, aber die spielen in meinem Alltag keine große Rolle. Da konzentriere ich mich eher auf meinen Fortschritt und mein Training und auch zukünftige Wettkämpfe. Aber die Erfolge helfen mir schon, wenn ich mal an mir zweifle.


Auf deinem Instagram-Account gibst du Einblicke in den Kanusport. Auch ins Cross, das 2024 sein Debüt bei den olympischen Spielen in Paris feierte. Erklär doch mal, wodrin sich Cross vom Slalom unterscheidet.

Beim Kanuslalom gibt es 18 bis 25 Tore und die darf man alle nicht berühren. Die sind auch sehr schwer, meistens aus Holz. Dann gibt es die Crosstore, das sind so sechs Tore pro Strecke. Das sind Luftschläuche, die mit Luft und unten mit Wasser gefüllt sind und die darf man berühren. Beim Cross gibt es das Time Trial und das Rennen gegen drei andere Athlet*innen. Da gibt es Regeln, dass man die anderen nicht mit dem Paddel berühren oder festhalten darf. Beim Slalom fährt man alleine. Das ganze Grundding ist anders, aber es geht in beiden Disziplinen darum, dass man am schnellsten runterkommt. Das heißt auch in der Zeit keine Fehler zu machen. Im Cross gibt es keine zwei oder 50 Sekunden Strafe, sondern man ist bei Fouls erstmal einfach auf dem letzten Platz.


Und kannst du sagen, was du lieber von den beiden Disziplinen machst?

Slalom. Manchmal macht mir Cross richtig Spaß, vor allem wenn ich gegen andere Leute fahre. Es kommt auch immer auf die Strecke an. Cross macht sehr viel Spaß, aber im Allgemeinen würde ich schon Slalom sagen.


Was würdest du dir generell für deinen Sport wünschen?

Ich würde mir für den Sport wünschen, dass er mehr an Popularität gewinnt, weil ich finde, das ist so ein schöner Sport. Da kann man schön zugucken. Vor allem auch beim Cross. Da gibt es immer Sachen, die unberechenbar sind, bei denen man nicht so direkt weiß, was jetzt passieren wird. Im Slalom ist es nochmal was anderes, wenn man Laie ist und zuguckt, dann erkennt man manchmal nicht die Unterschiede. Ich würde mir wünschen, dass sich das mehr Leute anschauen und auch vielleicht ein bisschen verstehen würden, was den Sport ausmacht. Es gibt so viele gute Sportarten, die untergehen neben so anderen Sportarten und das ist richtig schade.


Gibt es denn auch etwas, was du persönlich noch mit dem Sport erreichen möchtest? Von welchem Titel träumst du noch?

Da gibt es ganz viele. Titel generell zu gewinnen, finde ich cool, weil man dann einfach auch weiß, „Den Titel habe ich jetzt und den kann mir keiner mehr wegnehmen.“ Aber ich war zum Beispiel noch nie deutsche Meisterin. Und natürlich gibt es dann diese Wünsche, mal Weltmeisterin zu werden oder bei Olympia mitzufahren und da vielleicht auch sehr gut abzuschneiden.


Du betreibst den Sport seit fast 10 Jahren. Gibt es etwas, was du ohne den Sport nicht gelernt hättest?

Ich bin sehr perfektionistisch und der Sport hat mir irgendwann gezeigt, wenn man einfach macht und durchzieht und es nicht unbedingt perfekt ist, dass es am meisten was bringt. Diese Konstante bringt mehr als dieser Perfektionismus. Und auch, dass man nicht so hart zu sich selbst sein sollte.


Was würdest du deinem jüngeren Ich sagen, das jetzt gerade erst mit dem Sport anfängt?

Ich würde sagen, „Hab so viel Spaß wie möglich.“ Ich glaube, Spaß ist das Wichtigste, was ich mir selbst mit auf den Weg geben würde. Ich merke, wenn ich Spaß habe und mit Spaß trainiere, dann funktioniert das immer und dann geht das alles. Und wenn ich dann mal Fehler mache, ist das aber auch okay.

 

Videoporträt //Nova Müller

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Porträt: Nova Müller

Kanuslalom:

Verein: KSV Duisburg-Wedau

Trainer: David Krajnikinline GraphicLine

Erfolge 2026:

EM Silber (K1 Einzel)

EM Silber (C1 Einzel)

EM Silber (K1 Mannschaft)

EM Bronze (C1 Mannschaft)

WM Silber (K1 Mannschaft)

WM 4. Platz (K1 Einzel)

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Erfolge 2025:

EM Bronze (K1 Mannschaft)

WM 4. Platz (K1 Einzel)

DM Silber (Kajak Cross Individual)inline GraphicLine


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Eine Person tr gt einen Helm und Paddel und f hrt in einem Wildwasserfluss durch ein Tor bei einem Kanuslalom-Wettbewerb vor einer Zuschauergruppe. Beschreibung von KI generiert
Eine Person mit rotem Oberteil formt mit den H nden ein Herz vor einem Zelt bei blauem Himmel. Beschreibung von KI generiert Eine Person mit Helm f hrt auf einem Kajak durch bewegtes Wasser mit Schaum und Wellen. Beschreibung von KI generiert Eine Person mit Helm und Sportbekleidung sitzt auf einem Paddleboard auf einem Gew sser und h lt ein Paddel. Beschreibung von KI generiert
Drei Personen umarmen sich herzlich im Freien bei sonnigem Wetter, eine tr gt einen Helm mit Deutschlandfarben und eine andere hat lange blonde Haare. Beschreibung von KI generiert
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Nova Müller ist durch den Chef-
Bundestrainer Thomas Apel auf Grund ihrer guten Leistung bei der
U18 EM zur EM der Leistungsklasse (bei den ganz Großen) nominiert worden.

Ausgabe 04 2026 der Wir im Sport mit dem Schwerpunkt fehlender Übungsleiter, einem Bericht über Basketball und viel #Sportehrenamt Interview Julia Wiatr // Foto © LSB NRW / Andrea Bowinkelmann

Das ist ein Flow-Zustand


Der Kanusport begeistert mit Tempo, Technik und spannenden Wettkämpfen auf dem Wasser. Doch sehr häufig wird der Sport nur von einer kleinen Öffentlichkeit wahrgenommen. Für Nachwuchsathletin Nova Müller völlig zu Unrecht. Im Gespräch mit dem Landessportbund NRW erzählt die 17-jährige Duisburgerin, was sie an ihrem Sport fasziniert und warum er mehr Aufmerksamkeit verdient hat.

Nova erklär doch mal, wie du dich fühlst, wenn du während eines Wettkampfs im Kanu sitzt.

Beim Cross ist das ein bisschen wie eine Achterbahn, wenn man gerade am höchsten Punkt ist und nicht weiß, wann es genau weitergeht. Dann gibt es ein Signal und die Rampe klappt runter. Genau darauf wartet man ja die ganze Zeit und ist richtig angespannt. Und dann fällt man einfach und das würde ich mit einer Achterbahn oder einem Free Fall Tower vergleichen. Beim Kanuslalom würde ich sagen, das ist eher so ein Flow-Zustand. Wenn man Pech hat, kommt man nicht in diesen Zustand. Ich glaube, das ist wie beim Tanzen oder Singen, da hat man auch diesen Flow-Zustand, wenn man was macht und darin aufgeht.


Wann hast du denn das erste Mal in einem Kanu gesessen?

So richtig mit 8 Jahren. Das war in einer Ferienbetreuung, da haben wir angefangen und sind ein bisschen auf dem See rumgefahren. Da wusste ich noch nicht, dass Kanuslalom eigentlich Wildwassersport ist. Aber da auf dem See habe ich das erste Mal im Boot gesessen.


Was macht den Sport so besonders für dich?

Der macht mir erst mal richtig dolle Spaß. Die Leute sind toll und es macht Spaß zu trainieren. Ich habe eine tolle Trainingsgruppe und so bin ich natürlich bei dem Sport geblieben. Aber vor allem kombiniert er viele Aspekte. Man hat zum einen die Technik, man braucht aber auch Kraft und Ausdauer. Das finde ich schön, dass man nicht so was Eintöniges hat.

Dann nimm uns doch mal mit in eine typische Trainingswoche.

Wir haben meistens immer den gleichen Trainingsplan. Montags fangen wir mit Krafttraining an, und dann wird direkt eine Seeeinheit drangehangen. Meistens fahren wir eine Ausdauereinheit, so eine Stunde bis 90 Minuten auf dem See in einem moderaten, gerade anstrengenden Tempo. Dienstags ist mein trainingsfreier Tag. Am Mittwoch variiert der Trainingsplan meistens. Da machen wir wieder eine Seeeinheit, dann Stabi oder Laufen. Manchmal fahren wir abends noch zur Erft, um bei mehr Strömung zu trainieren. Donnerstags stehen Krafttraining und eine Seeeinheit auf dem Plan. Und freitags gibt es eine Lauf- und Seeeinheit. Am Wochenende fahren wir manchmal, gerade im Sommer, noch an eine minikleine Wildwasserstrecke in NRW, zum Beispiel an die Erft. Oder wir fahren nach Hohenlimburg.


Das klingt nach einer sehr vollen Woche. Wie schaffst du es trotzdem Sport, Schule, und Freund*innen unter einen Hut zu bekommen?

Es kommt immer darauf an. In der Schule hat man manchmal entspanntere Wochen, aber wenn ich wirklich viel lernen und Hausaufgaben machen muss, dann gehe ich morgens in die Schule, komme nach Hause, mache Hausaufgaben und esse kurz etwas, bevor ich zum Training gehe. Wenn ich danach nach Hause komme, erledige ich die restlichen Hausaufgaben oder lerne. Den trainingsfreien Tag nutze ich meistens, um mich zu verabreden.


Und im Winter? Wie sieht da dein Training aus?

Wie im Sommer, nur in kälter. Wir machen zwar eher Grundlagenausdauer, also längere Einheiten auf dem See, die dann meistens 90 Minuten gehen, aber da haben wir einfach nur wärmere Sachen an. Manchmal müssen wir das Training vom See in die Halle verlagern, wenn der See eingefroren ist. Da haben wir Paddelergometer.

Du hast schon einige Medaillen und Wettkämpfe gewonnen und bist konntest dir dieses Jahr unter anderem den Vizeeuropameistertitel in Frankreich sichern. Wie fühlt es sich an mit 17 Jahren zu den erfolgreichsten Nachwuchsathletinnen im Kanusport zu zählen?

Natürlich bin ich stolz auf meine Erfolge, aber die spielen in meinem Alltag keine große Rolle. Da konzentriere ich mich eher auf meinen Fortschritt und mein Training und auch zukünftige Wettkämpfe. Aber die Erfolge helfen mir schon, wenn ich mal an mir zweifle.


Auf deinem Instagram-Account gibst du Einblicke in den Kanusport. Auch ins Cross, das 2024 sein Debüt bei den olympischen Spielen in Paris feierte. Erklär doch mal, wodrin sich Cross vom Slalom unterscheidet.

Beim Kanuslalom gibt es 18 bis 25 Tore und die darf man alle nicht berühren. Die sind auch sehr schwer, meistens aus Holz. Dann gibt es die Crosstore, das sind so sechs Tore pro Strecke. Das sind Luftschläuche, die mit Luft und unten mit Wasser gefüllt sind und die darf man berühren. Beim Cross gibt es das Time Trial und das Rennen gegen drei andere Athlet*innen. Da gibt es Regeln, dass man die anderen nicht mit dem Paddel berühren oder festhalten darf. Beim Slalom fährt man alleine. Das ganze Grundding ist anders, aber es geht in beiden Disziplinen darum, dass man am schnellsten runterkommt. Das heißt auch in der Zeit keine Fehler zu machen. Im Cross gibt es keine zwei oder 50 Sekunden Strafe, sondern man ist bei Fouls erstmal einfach auf dem letzten Platz.


Und kannst du sagen, was du lieber von den beiden Disziplinen machst?

Slalom. Manchmal macht mir Cross richtig Spaß, vor allem wenn ich gegen andere Leute fahre. Es kommt auch immer auf die Strecke an. Cross macht sehr viel Spaß, aber im Allgemeinen würde ich schon Slalom sagen.


Was würdest du dir generell für deinen Sport wünschen?

Ich würde mir für den Sport wünschen, dass er mehr an Popularität gewinnt, weil ich finde, das ist so ein schöner Sport. Da kann man schön zugucken. Vor allem auch beim Cross. Da gibt es immer Sachen, die unberechenbar sind, bei denen man nicht so direkt weiß, was jetzt passieren wird. Im Slalom ist es nochmal was anderes, wenn man Laie ist und zuguckt, dann erkennt man manchmal nicht die Unterschiede. Ich würde mir wünschen, dass sich das mehr Leute anschauen und auch vielleicht ein bisschen verstehen würden, was den Sport ausmacht. Es gibt so viele gute Sportarten, die untergehen neben so anderen Sportarten und das ist richtig schade.


Gibt es denn auch etwas, was du persönlich noch mit dem Sport erreichen möchtest? Von welchem Titel träumst du noch?

Da gibt es ganz viele. Titel generell zu gewinnen, finde ich cool, weil man dann einfach auch weiß, „Den Titel habe ich jetzt und den kann mir keiner mehr wegnehmen.“ Aber ich war zum Beispiel noch nie deutsche Meisterin. Und natürlich gibt es dann diese Wünsche, mal Weltmeisterin zu werden oder bei Olympia mitzufahren und da vielleicht auch sehr gut abzuschneiden.


Du betreibst den Sport seit fast 10 Jahren. Gibt es etwas, was du ohne den Sport nicht gelernt hättest?

Ich bin sehr perfektionistisch und der Sport hat mir irgendwann gezeigt, wenn man einfach macht und durchzieht und es nicht unbedingt perfekt ist, dass es am meisten was bringt. Diese Konstante bringt mehr als dieser Perfektionismus. Und auch, dass man nicht so hart zu sich selbst sein sollte.


Was würdest du deinem jüngeren Ich sagen, das jetzt gerade erst mit dem Sport anfängt?

Ich würde sagen, „Hab so viel Spaß wie möglich.“ Ich glaube, Spaß ist das Wichtigste, was ich mir selbst mit auf den Weg geben würde. Ich merke, wenn ich Spaß habe und mit Spaß trainiere, dann funktioniert das immer und dann geht das alles. Und wenn ich dann mal Fehler mache, ist das aber auch okay.

 

Videoporträt //Nova Müller

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Porträt: Nova Müller

Kanuslalom:

Verein: KSV Duisburg-Wedau

Trainer: David Krajnikinline GraphicLine

Erfolge 2026:

EM Silber (K1 Einzel)

EM Silber (C1 Einzel)

EM Silber (K1 Mannschaft)

EM Bronze (C1 Mannschaft)

WM Silber (K1 Mannschaft)

WM 4. Platz (K1 Einzel)

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Erfolge 2025:

EM Bronze (K1 Mannschaft)

WM 4. Platz (K1 Einzel)

DM Silber (Kajak Cross Individual)inline GraphicLine


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Eine Person tr gt einen Helm und Paddel und f hrt in einem Wildwasserfluss durch ein Tor bei einem Kanuslalom-Wettbewerb vor einer Zuschauergruppe. Beschreibung von KI generiert
Eine Person mit rotem Oberteil formt mit den H nden ein Herz vor einem Zelt bei blauem Himmel. Beschreibung von KI generiert Eine Person mit Helm f hrt auf einem Kajak durch bewegtes Wasser mit Schaum und Wellen. Beschreibung von KI generiert Eine Person mit Helm und Sportbekleidung sitzt auf einem Paddleboard auf einem Gew sser und h lt ein Paddel. Beschreibung von KI generiert
Drei Personen umarmen sich herzlich im Freien bei sonnigem Wetter, eine tr gt einen Helm mit Deutschlandfarben und eine andere hat lange blonde Haare. Beschreibung von KI generiert
GraphicLine WestLotto Toptalente NRW Wir im Sport Ausgabe 04 2026

Nova Müller ist durch den Chef-
Bundestrainer Thomas Apel auf Grund ihrer guten Leistung bei der
U18 EM zur EM der Leistungsklasse (bei den ganz Großen) nominiert worden.