„Wir sind NRW-weit in respektabler Position“, beschreibt Ralf Meuter vom TTC Buschhoven das sportliche und soziale Standing seines Vereins. 100 Mitglieder, eine Mädchenquote von 50 Prozent, eine rege und zukunftsgewandte Jugendarbeit. Der Erfolg ist das Resultat von pfiffiger Vereinsarbeit, außergewöhnlichen Ideen, mutigen Wegen und langem Atem – und der Finanzierung mit Hilfe von Fördermitteln.
Als der TTC Buschhoven vor zehn Jahren die Jugendarbeit neu aufbaute, gab er sich den Slogan „Tischtennis und mehr“. Das „mehr“ umfasst beispielsweise Angebote, die speziell Mädchen ansprechen: Schlittschuhlaufen, lange Tischtennisnacht in der Halle oder 3D-Minigolf. Programme wie „1000x1000“ halfen ihm, Ideen umzusetzen, die ohne Anschubfinanzierung deutlich schwerer zu realisieren gewesen wären.
Für Ralf Meuter gehört das Nutzen von Fördermöglichkeiten zum Vorstandsalltag, als Werkzeug für die Vereinsentwicklung. Dass man dazu das Kleingedruckte in den Richtlinien lesen und verstehen muss, gibt er zu. „Förderrichtlinien sind nicht immer einfach, aber man kann sich reinfuchsen“, sagt er. „Auch mit Unterstützung der netten Menschen beim LSB.“ ḕ
Viele Möglichkeiten,
viele Wege
Die netten Menschen beim LSB sind insbesondere Birte Feyerabend und ihr sechsköpfiges Team im Ressort Förderprogramme. Hier laufen die Fäden zusammen: Das Team betreut die Antragstellenden bei Fragen zum Förderportal, bearbeitet Anträge und beantwortet Fragen von Vereinen.
„Der zentrale Einstieg in die Förderlandschaft des Landessportbundes NRW ist die Homepage unter Service
Förderprogramme“, sagt Birte Feyerabend. Dort finden Vereine aktuelle Fördermöglichkeiten, Richtlinien, Fristen und Antragsverfahren. Die Bandbreite reicht von der Sportstättenförderung über die Qualifizierung von Übungsleitungen bis hin zu Programmen für Nachwuchsarbeit, Inklusion, Integration oder Gesundheit. Ein Großteil der Verfahren läuft inzwischen digital. Vereine können Anträge stellen, Unterlagen hochladen sowie Verwendungsnachweise, Sachberichte und Belege online einreichen. Künftig soll ein KI-gestützter Förder-Scout dabei helfen, passende Programme für konkrete Vorhaben zu finden.
1000x1000
Fördert Projekte in festgelegten Themenschwerpunkten, darunter beispielsweise Mädchen und Frauen im Sport, Integration oder soziale Teilhabe. Das Programm ist regelmäßig stark nachgefragt und die verfügbaren Mittel oft schnell ausgeschöpft.
Förderung der Übungsarbeit
Unterstützt Vereine bei ihrer kontinuierlichen sportlichen Arbeit. Obwohl das Programm seit vielen Jahren existiert, wird es nach Einschätzung des LSB noch nicht von allen antragsberechtigten Vereinen genutzt.
Startchance Bewegung
Fördert Bewegungsangebote von Sportvereinen für Kinder und Jugendliche an den Start Chancen Schulen in NRW.
Für Birte Feyerabend beginnt jede erfolgreiche Förderung mit der Frage: Was braucht der Verein eigentlich? Denn nach ihrer Erfahrung scheitern Anträge nur selten an Formularen oder Fristen. Viel häufiger werde ein Programm gewählt, das nicht zum Vorhaben passe. „Die Förderlandschaft ist so vielfältig, dass Vereine zunächst überhaupt wissen müssen, welche Programme existieren und zu ihrem Bedarf passen“, sagt sie. Deshalb rät sie Vereinen, zunächst ihre Ziele zu definieren und erst danach nach einer passenden Förderung zu suchen.
Unterstützung gibt es dabei nicht nur digital. Echte Menschen helfen beim Navigieren durch die Förderlandschaft und bei Fragen zur Antragstellung. Der Prozess ist transparent – bis zum Schluss: „Wir lehnen Anträge nicht einfach ab“, sagt die Teamleiterin. „Wenn Fehler oder Unklarheiten vorliegen, gehen wir auf die Vereine zu und geben Hilfe zur Nachbesserung.“ ḕ
Zwischen Idee
und Antrag
Fördermittel eröffnen Chancen. Das bedeutet nicht, dass sie nebenbei beantragt werden können. Heiko Kraus hat Übung im Anträge stellen. Er organisiert das Programm FITNESS & FUN für Kinder in Kitas und Grundschulen und erreicht damit mehr als 500 Kinder. Förderungen spielen für diese Arbeit eine wichtige Rolle. Gleichzeitig verweist Kraus auf eine Herausforderung, die auch Ralf Meuter kennt: „Man braucht jemanden im Verein mit Verwaltungserfahrung.“
Förderprogramme müssen gefunden, Newsletter gelesen und Fristen im Blick behalten werden. Richtlinien wollen verstanden und Anträge sorgfältig vorbereitet werden. Wer tagsüber beruflich stark eingebunden ist, stößt dabei schnell an Grenzen. Kraus sieht deshalb vor allem kleinere Vereine vor einer organisatorischen Herausforderung. Aus seiner Sicht braucht es Menschen, die sich gezielt mit Fördermöglichkeiten beschäftigen und die notwendige Zeit investieren können.
Dass sich der Aufwand lohnen kann, hat sein Verein selbst erlebt. Als man begann, sich intensiver mit Fördermöglichkeiten auseinanderzusetzen, standen plötzlich mehr Materialien und zusätzliche Handlungsspielräume zur Verfügung.
Aber Heiko Kraus sieht speziell für seine Arbeit eine Einschränkung: „Viele Förderprogramme sind projektbezogen. Ich wünsche mir mehr Förderungen, die erfolgreiche und bereits etablierte Angebote nachhaltig absichern.“ Denn gerade bei Kooperationen mit Schulen und Kitas gehe es um Verlässlichkeit, weniger um immer wieder neue Angebote.
Orientierung
im Förderdschungel
Der Begriff „Förderdschungel“ fällt in Gesprächen mit Vereinen immer wieder. Ganz von der Hand weisen möchte ihn auch Birte Feyerabend nicht. Dafür sei die Förderlandschaft zu vielfältig. Neben Programmen von Land, Bund und Kommunen existieren Stiftungsförderungen, Sonderprogramme sowie zahlreiche Aktionen von Unternehmen, Banken oder Handelsketten.
Doch nicht jede Förderung lohnt sich für jeden Verein. Erfahrene Antragsteller wie Ralf Meuter empfehlen, den möglichen Nutzen immer gegen den erforderlichen Engagementaufwand abzuwägen. Ob Vereinswettbewerbe, Publikumsvotings oder Sammelaktionen wie Vereinsscheine: Entscheidend sei am Ende nicht, möglichst viele Fördermöglichkeiten mitzunehmen, sondern diejenigen auszuwählen, die zum Verein und seinen Zielen passen.
Für Vereine wie den TTC Buschhoven sind solche Programme eine Chance, Ideen umzusetzen, die andernfalls vielleicht auf der Wunschliste bleiben würden. Ralf Meuter rät deshalb, sich vor jeder Antragstellung drei Fragen zu stellen: Was wollen wir machen? Für wen wollen wir es machen? Und welchen Nutzen hat das Vorhaben für unseren Verein? Hinzu komme ein vierter Aspekt: die „Perspektive auf Realitätstreue“, wie Meuter es nennt. Vereine sollten nur Projekte beantragen, die sie mit ihren personellen und organisatorischen Möglichkeiten auch tatsächlich umsetzen können. Denn am Ende entscheidet nicht die Zahl der Förderprogramme über den Erfolg eines Vereins, sondern die Frage, welche Ideen sich daraus tatsächlich verwirklichen lassen.
Das Geld fällt einem nicht zu
Übungsleiter-Offensive
Unterstützt Vereine bei der Qualifizierung von Übungsleitungen. Gefördert werden anerkannte Aus- und Fortbildungsangebote bestimmter Anbieter. Das Programm ist auf Grund der hohen Nachfrage „geschlossen“.
Moderne Sportstätte NRW
Das neue Sportstättenprogramm umfasst bis 2036 insgesamt 600 Millionen Euro. Gefördert werden unter anderem Modernisierung, Sanierung, energetische Maßnahmen und Barrierefreiheit. Für vereinseigene Sportstätten stehen 200 Millionen Euro zur Verfügung.
Kibaz
Das Kinderbewegungsabzeichen unterstützt Vereine dabei, frühzeitig Freude an Bewegung zu vermitteln und Kinder für den Sport zu begeistern.
Förderprogramme gibt es viele. Die Herausforderung besteht darin, die passende Förderung für die eigenen Ziele zu finden.
Zwei Vereine zeigen, wie Fördermittel neue Angebote ermöglichen können, wo die Fallstricke liegen und weshalb sich der Aufwand oft lohnt.
Gut recherchiert
ist halb gefördert
01.
02.
03.
04.
05.
Kommunen
06.
Bundesprogramme und
Stiftungen (z.B. Aktion Mensch)
„Wir sind NRW-weit in respektabler Position“, beschreibt Ralf Meuter vom TTC Buschhoven das sportliche und soziale Standing seines Vereins. 100 Mitglieder, eine Mädchenquote von 50 Prozent, eine rege und zukunftsgewandte Jugendarbeit. Der Erfolg ist das Resultat von pfiffiger Vereinsarbeit, außergewöhnlichen Ideen, mutigen Wegen und langem Atem – und der Finanzierung mit Hilfe von Fördermitteln.
Als der TTC Buschhoven vor zehn Jahren die Jugendarbeit neu aufbaute, gab er sich den Slogan „Tischtennis und mehr“. Das „mehr“ umfasst beispielsweise Angebote, die speziell Mädchen ansprechen: Schlittschuhlaufen, lange Tischtennisnacht in der Halle oder 3D-Minigolf. Programme wie „1000x1000“ halfen ihm, Ideen umzusetzen, die ohne Anschubfinanzierung deutlich schwerer zu realisieren gewesen wären.
Für Ralf Meuter gehört das Nutzen von Fördermöglichkeiten zum Vorstandsalltag, als Werkzeug für die Vereinsentwicklung. Dass man dazu das Kleingedruckte in den Richtlinien lesen und verstehen muss, gibt er zu. „Förderrichtlinien sind nicht immer einfach, aber man kann sich reinfuchsen“, sagt er. „Auch mit Unterstützung der netten Menschen beim LSB.“ ḕ
Viele Möglichkeiten,
viele Wege
Die netten Menschen beim LSB sind insbesondere Birte Feyerabend und ihr sechsköpfiges Team im Ressort Förderprogramme. Hier laufen die Fäden zusammen: Das Team betreut die Antragstellenden bei Fragen zum Förderportal, bearbeitet Anträge und beantwortet Fragen von Vereinen.
„Der zentrale Einstieg in die Förderlandschaft des Landessportbundes NRW ist die Homepage unter Service
Förderprogramme“, sagt Birte Feyerabend. Dort finden Vereine aktuelle Fördermöglichkeiten, Richtlinien, Fristen und Antragsverfahren. Die Bandbreite reicht von der Sportstättenförderung über die Qualifizierung von Übungsleitungen bis hin zu Programmen für Nachwuchsarbeit, Inklusion, Integration oder Gesundheit. Ein Großteil der Verfahren läuft inzwischen digital. Vereine können Anträge stellen, Unterlagen hochladen sowie Verwendungsnachweise, Sachberichte und Belege online einreichen. Künftig soll ein KI-gestützter Förder-Scout dabei helfen, passende Programme für konkrete Vorhaben zu finden.
Für Birte Feyerabend beginnt jede erfolgreiche Förderung mit der Frage: Was braucht der Verein eigentlich? Denn nach ihrer Erfahrung scheitern Anträge nur selten an Formularen oder Fristen. Viel häufiger werde ein Programm gewählt, das nicht zum Vorhaben passe. „Die Förderlandschaft ist so vielfältig, dass Vereine zunächst überhaupt wissen müssen, welche Programme existieren und zu ihrem Bedarf passen“, sagt sie. Deshalb rät sie Vereinen, zunächst ihre Ziele zu definieren und erst danach nach einer passenden Förderung zu suchen.
Unterstützung gibt es dabei nicht nur digital. Echte Menschen helfen beim Navigieren durch die Förderlandschaft und bei Fragen zur Antragstellung. Der Prozess ist transparent – bis zum Schluss: „Wir lehnen Anträge nicht einfach ab“, sagt die Teamleiterin. „Wenn Fehler oder Unklarheiten vorliegen, gehen wir auf die Vereine zu und geben Hilfe zur Nachbesserung.“ ḕ
Zwischen Idee
und Antrag
Fördermittel eröffnen Chancen. Das bedeutet nicht, dass sie nebenbei beantragt werden können. Heiko Kraus hat Übung im Anträge stellen. Er organisiert das Programm FITNESS & FUN für Kinder in Kitas und Grundschulen und erreicht damit mehr als 500 Kinder. Förderungen spielen für diese Arbeit eine wichtige Rolle. Gleichzeitig verweist Kraus auf eine Herausforderung, die auch Ralf Meuter kennt: „Man braucht jemanden im Verein mit Verwaltungserfahrung.“
Förderprogramme müssen gefunden, Newsletter gelesen und Fristen im Blick behalten werden. Richtlinien wollen verstanden und Anträge sorgfältig vorbereitet werden. Wer tagsüber beruflich stark eingebunden ist, stößt dabei schnell an Grenzen. Kraus sieht deshalb vor allem kleinere Vereine vor einer organisatorischen Herausforderung. Aus seiner Sicht braucht es Menschen, die sich gezielt mit Fördermöglichkeiten beschäftigen und die notwendige Zeit investieren können.
Dass sich der Aufwand lohnen kann, hat sein Verein selbst erlebt. Als man begann, sich intensiver mit Fördermöglichkeiten auseinanderzusetzen, standen plötzlich mehr Materialien und zusätzliche Handlungsspielräume zur Verfügung.
Aber Heiko Kraus sieht speziell für seine Arbeit eine Einschränkung: „Viele Förderprogramme sind projektbezogen. Ich wünsche mir mehr Förderungen, die erfolgreiche und bereits etablierte Angebote nachhaltig absichern.“ Denn gerade bei Kooperationen mit Schulen und Kitas gehe es um Verlässlichkeit, weniger um immer wieder neue Angebote.
Förderprogramme die
Vereine kennen sollten
1000x1000
Fördert Projekte in festgelegten Themenschwerpunkten, darunter beispielsweise Mädchen und Frauen im Sport, Integration oder soziale Teilhabe. Das Programm ist regelmäßig stark nachgefragt und die verfügbaren Mittel oft schnell ausgeschöpft.
Förderung der Übungsarbeit
Unterstützt Vereine bei ihrer kontinuierlichen sportlichen Arbeit. Obwohl das Programm seit vielen Jahren existiert, wird es nach Einschätzung des LSB noch nicht von allen antragsberechtigten Vereinen genutzt.
Startchance Bewegung
Fördert Bewegungsangebote von Sportvereinen für Kinder und Jugendliche an den Start Chancen Schulen in NRW.
Orientierung
im Förderdschungel
Der Begriff „Förderdschungel“ fällt in Gesprächen mit Vereinen immer wieder. Ganz von der Hand weisen möchte ihn auch Birte Feyerabend nicht. Dafür sei die Förderlandschaft zu vielfältig. Neben Programmen von Land, Bund und Kommunen existieren Stiftungsförderungen, Sonderprogramme sowie zahlreiche Aktionen von Unternehmen, Banken oder Handelsketten.
Doch nicht jede Förderung lohnt sich für jeden Verein. Erfahrene Antragsteller wie Ralf Meuter empfehlen, den möglichen Nutzen immer gegen den erforderlichen Engagementaufwand abzuwägen. Ob Vereinswettbewerbe, Publikumsvotings oder Sammelaktionen wie Vereinsscheine: Entscheidend sei am Ende nicht, möglichst viele Fördermöglichkeiten mitzunehmen, sondern diejenigen auszuwählen, die zum Verein und seinen Zielen passen.
Für Vereine wie den TTC Buschhoven sind solche Programme eine Chance, Ideen umzusetzen, die andernfalls vielleicht auf der Wunschliste bleiben würden. Ralf Meuter rät deshalb, sich vor jeder Antragstellung drei Fragen zu stellen: Was wollen wir machen? Für wen wollen wir es machen? Und welchen Nutzen hat das Vorhaben für unseren Verein? Hinzu komme ein vierter Aspekt: die „Perspektive auf Realitätstreue“, wie Meuter es nennt. Vereine sollten nur Projekte beantragen, die sie mit ihren personellen und organisatorischen Möglichkeiten auch tatsächlich umsetzen können. Denn am Ende entscheidet nicht die Zahl der Förderprogramme über den Erfolg eines Vereins, sondern die Frage, welche Ideen sich daraus tatsächlich verwirklichen lassen.
Das Geld fällt
einem nicht zu
Übungsleiter-Offensive
Unterstützt Vereine bei der Qualifizierung von Übungsleitungen. Gefördert werden anerkannte Aus- und Fortbildungsangebote bestimmter Anbieter. Das Programm ist auf Grund der hohen Nachfrage „geschlossen“.
Moderne Sportstätte NRW
Das neue Sportstättenprogramm umfasst bis 2036 insgesamt 600 Millionen Euro. Gefördert werden unter anderem Modernisierung, Sanierung, energetische Maßnahmen und Barrierefreiheit. Für vereinseigene Sportstätten stehen 200 Millionen Euro zur Verfügung.
Kibaz
Das Kinderbewegungsabzeichen unterstützt Vereine dabei, frühzeitig Freude an Bewegung zu vermitteln und Kinder für den Sport zu begeistern.
Förderportal des
Landessportbundes NRW foerderportal.lsb-nrw.de/startseite
Förderprogramme gibt es viele. Die Herausforderung besteht darin, die passende Förderung für die eigenen Ziele zu finden. Zwei Vereine zeigen, wie Fördermittel neue Angebote ermöglichen können, wo die Fallstricke liegen und weshalb sich der Aufwand oft lohnt.
Gut recherchiert
ist halb gefördert
01.
02.
03.
04.
05.
Kommunen
06.
Bundesprogramme und
Stiftungen (z.B. Aktion Mensch)
„Wir sind NRW-weit in respektabler Position“, beschreibt Ralf Meuter vom TTC Buschhoven das sportliche und soziale Standing seines Vereins. 100 Mitglieder, eine Mädchenquote von 50 Prozent, eine rege und zukunftsgewandte Jugendarbeit. Der Erfolg ist das Resultat von pfiffiger Vereinsarbeit, außergewöhnlichen Ideen, mutigen Wegen und langem Atem – und der Finanzierung mit Hilfe von Fördermitteln.
Als der TTC Buschhoven vor zehn Jahren die Jugendarbeit neu aufbaute, gab er sich den Slogan „Tischtennis und mehr“. Das „mehr“ umfasst beispielsweise Angebote, die speziell Mädchen ansprechen: Schlittschuhlaufen, lange Tischtennisnacht in der Halle oder 3D-Minigolf. Programme wie „1000x1000“ halfen ihm, Ideen umzusetzen, die ohne Anschubfinanzierung deutlich schwerer zu realisieren gewesen wären.
Für Ralf Meuter gehört das Nutzen von Fördermöglichkeiten zum Vorstandsalltag, als Werkzeug für die Vereinsentwicklung. Dass man dazu das Kleingedruckte in den Richtlinien lesen und verstehen muss, gibt er zu. „Förderrichtlinien sind nicht immer einfach, aber man kann sich reinfuchsen“, sagt er. „Auch mit Unterstützung der netten Menschen beim LSB.“ ḕ
Viele Möglichkeiten,
viele Wege
Die netten Menschen beim LSB sind insbesondere Birte Feyerabend und ihr sechsköpfiges Team im Ressort Förderprogramme. Hier laufen die Fäden zusammen: Das Team betreut die Antragstellenden bei Fragen zum Förderportal, bearbeitet Anträge und beantwortet Fragen von Vereinen.
„Der zentrale Einstieg in die Förderlandschaft des Landessportbundes NRW ist die Homepage unter Service
Förderprogramme“, sagt Birte Feyerabend. Dort finden Vereine aktuelle Fördermöglichkeiten, Richtlinien, Fristen und Antragsverfahren. Die Bandbreite reicht von der Sportstättenförderung über die Qualifizierung von Übungsleitungen bis hin zu Programmen für Nachwuchsarbeit, Inklusion, Integration oder Gesundheit. Ein Großteil der Verfahren läuft inzwischen digital. Vereine können Anträge stellen, Unterlagen hochladen sowie Verwendungsnachweise, Sachberichte und Belege online einreichen. Künftig soll ein KI-gestützter Förder-Scout dabei helfen, passende Programme für konkrete Vorhaben zu finden.
Für Birte Feyerabend beginnt jede erfolgreiche Förderung mit der Frage: Was braucht der Verein eigentlich? Denn nach ihrer Erfahrung scheitern Anträge nur selten an Formularen oder Fristen. Viel häufiger werde ein Programm gewählt, das nicht zum Vorhaben passe. „Die Förderlandschaft ist so vielfältig, dass Vereine zunächst überhaupt wissen müssen, welche Programme existieren und zu ihrem Bedarf passen“, sagt sie. Deshalb rät sie Vereinen, zunächst ihre Ziele zu definieren und erst danach nach einer passenden Förderung zu suchen.
Unterstützung gibt es dabei nicht nur digital. Echte Menschen helfen beim Navigieren durch die Förderlandschaft und bei Fragen zur Antragstellung. Der Prozess ist transparent – bis zum Schluss: „Wir lehnen Anträge nicht einfach ab“, sagt die Teamleiterin. „Wenn Fehler oder Unklarheiten vorliegen, gehen wir auf die Vereine zu und geben Hilfe zur Nachbesserung.“ ḕ
1000x1000
Fördert Projekte in festgelegten Themenschwerpunkten, darunter beispielsweise Mädchen und Frauen im Sport, Integration oder soziale Teilhabe. Das Programm ist regelmäßig stark nachgefragt und die verfügbaren Mittel oft schnell ausgeschöpft.
Förderung der Übungsarbeit
Unterstützt Vereine bei ihrer kontinuierlichen sportlichen Arbeit. Obwohl das Programm seit vielen Jahren existiert, wird es nach Einschätzung des LSB noch nicht von allen antragsberechtigten Vereinen genutzt.
Startchance Bewegung
Fördert Bewegungsangebote von Sportvereinen für Kinder und Jugendliche an den Start Chancen Schulen in NRW.
Zwischen Idee
und Antrag
Fördermittel eröffnen Chancen. Das bedeutet nicht, dass sie nebenbei beantragt werden können. Heiko Kraus hat Übung im Anträge stellen. Er organisiert das Programm FITNESS & FUN für Kinder in Kitas und Grundschulen und erreicht damit mehr als 500 Kinder. Förderungen spielen für diese Arbeit eine wichtige Rolle. Gleichzeitig verweist Kraus auf eine Herausforderung, die auch Ralf Meuter kennt: „Man braucht jemanden im Verein mit Verwaltungserfahrung.“
Förderprogramme müssen gefunden, Newsletter gelesen und Fristen im Blick behalten werden. Richtlinien wollen verstanden und Anträge sorgfältig vorbereitet werden. Wer tagsüber beruflich stark eingebunden ist, stößt dabei schnell an Grenzen. Kraus sieht deshalb vor allem kleinere Vereine vor einer organisatorischen Herausforderung. Aus seiner Sicht braucht es Menschen, die sich gezielt mit Fördermöglichkeiten beschäftigen und die notwendige Zeit investieren können.
Dass sich der Aufwand lohnen kann, hat sein Verein selbst erlebt. Als man begann, sich intensiver mit Fördermöglichkeiten auseinanderzusetzen, standen plötzlich mehr Materialien und zusätzliche Handlungsspielräume zur Verfügung.
Aber Heiko Kraus sieht speziell für seine Arbeit eine Einschränkung: „Viele Förderprogramme sind projektbezogen. Ich wünsche mir mehr Förderungen, die erfolgreiche und bereits etablierte Angebote nachhaltig absichern.“ Denn gerade bei Kooperationen mit Schulen und Kitas gehe es um Verlässlichkeit, weniger um immer wieder neue Angebote.
Orientierung
im Förderdschungel
Der Begriff „Förderdschungel“ fällt in Gesprächen mit Vereinen immer wieder. Ganz von der Hand weisen möchte ihn auch Birte Feyerabend nicht. Dafür sei die Förderlandschaft zu vielfältig. Neben Programmen von Land, Bund und Kommunen existieren Stiftungsförderungen, Sonderprogramme sowie zahlreiche Aktionen von Unternehmen, Banken oder Handelsketten.
Doch nicht jede Förderung lohnt sich für jeden Verein. Erfahrene Antragsteller wie Ralf Meuter empfehlen, den möglichen Nutzen immer gegen den erforderlichen Engagementaufwand abzuwägen. Ob Vereinswettbewerbe, Publikumsvotings oder Sammelaktionen wie Vereinsscheine: Entscheidend sei am Ende nicht, möglichst viele Fördermöglichkeiten mitzunehmen, sondern diejenigen auszuwählen, die zum Verein und seinen Zielen passen.
Für Vereine wie den TTC Buschhoven sind solche Programme eine Chance, Ideen umzusetzen, die andernfalls vielleicht auf der Wunschliste bleiben würden. Ralf Meuter rät deshalb, sich vor jeder Antragstellung drei Fragen zu stellen: Was wollen wir machen? Für wen wollen wir es machen? Und welchen Nutzen hat das Vorhaben für unseren Verein? Hinzu komme ein vierter Aspekt: die „Perspektive auf Realitätstreue“, wie Meuter es nennt. Vereine sollten nur Projekte beantragen, die sie mit ihren personellen und organisatorischen Möglichkeiten auch tatsächlich umsetzen können. Denn am Ende entscheidet nicht die Zahl der Förderprogramme über den Erfolg eines Vereins, sondern die Frage, welche Ideen sich daraus tatsächlich verwirklichen lassen.
Das Geld fällt
einem nicht zu
Übungsleiter-Offensive
Unterstützt Vereine bei der Qualifizierung von Übungsleitungen. Gefördert werden anerkannte Aus- und Fortbildungsangebote bestimmter Anbieter. Das Programm ist auf Grund der hohen Nachfrage „geschlossen“.
Moderne Sportstätte NRW
Das neue Sportstättenprogramm umfasst bis 2036 insgesamt 600 Millionen Euro. Gefördert werden unter anderem Modernisierung, Sanierung, energetische Maßnahmen und Barrierefreiheit. Für vereinseigene Sportstätten stehen 200 Millionen Euro zur Verfügung.
Kibaz
Das Kinderbewegungsabzeichen unterstützt Vereine dabei, frühzeitig Freude an Bewegung zu vermitteln und Kinder für den Sport zu begeistern.
Förderprogramme gibt es viele. Die Herausforderung besteht darin, die passende Förderung für die eigenen Ziele zu finden.
Zwei Vereine zeigen, wie Fördermittel neue Angebote ermöglichen können, wo die Fallstricke liegen und weshalb sich der Aufwand oft lohnt.
Gut recherchiert
ist halb gefördert
01.
02.
03.
04.
05.
Kommunen
06.
Bundesprogramme und
Stiftungen (z.B. Aktion Mensch)