.. Wir im Sport - Ausgabe 01 2026
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Group Group Group Group GraphicLine GraphicLine GraphicLine GraphicLine Discogolf - Zwei Frauen springen hoch und versuchen die Frisbee zu fangen GraphicLine Ninja Sport. Eine Frau h ngelt sich einem Hinderniss enttlang AcroYoga: Eine Frau balanciert auf dem R cken liegend miit ausgestrecktem Bein eine zweite Frau. GraphicLine Text Nicole Jakobs // Fotos © LSB / Andrea Bowinkelmann

Partnerschaftliche Sportart,

die Akrobatik und therapeutische

Elemente verbindet: AcroYoga

Crossboccia – Trendsport (auch) für Senior*innen


Crossboccia ist eine moderne, urbane Abwandlung von Boccia/Boule, bei der nicht mit harten Kugeln, sondern mit weichen, knautschigen Stoffbällen gespielt wird. Deshalb kann man es auf nahezu jedem Untergrund spielen – draußen, drinnen, auf Treppen, Mauern oder sogar dreidimensional im Raum. Geeignet ist Crossboccia für wirklich fast alle: Kinder, Familien, Senior*innen und auch Menschen mit körperlichen oder kognitiven Einschränkungen (notfalls werden die Regeln angepasst). Der Sport ist niedrigschwellig, bringt Menschen mit Spaß in Bewegung und trainiert nebenbei Zielgenauigkeit, Koordination und Konzentration.

Benötigt wird nur ein Crossboccia-Ballset bestehend aus Spielbällen plus Zielball.

Rainer Kowalke, Übungsleiter beim TuS Friedrichsdorf: „Unser Verein bietet Crossboccia in einer Senioreneinrichtung an. Die Teilnehmenden sind zwischen 70 und 100 Jahre alt. Wir spielen es mit sechs Personen, natürlich im Sitzen. Das ist für mich eine erfüllende Aufgabe, zu sehen, wie viel Spaß die Menschen haben und wie sie sich verbessern! Für einen Verein – als Beschäftigung für Kinder oder als Idee im Breitensport – ist Crossboccia gut machbar: Die Ballsets sind preiswert, die Regeln einfach bzw. können an die Gruppe angepasst werden.“


Crossboccia: Zwei ltere Frauen spielen Botticia. Die Frau im Vordergrund wirft eine Kugel

Roundnet
das Netz ist rund


Roundnet kann als Mix aus Squash und Beachvolleyball bezeichnet werden: Zwei Zweier-Teams schlagen einen Ball auf ein rundes Netz, sodass er zurückspringt und weitergespielt werden kann. Die Regeln sind simpel, der Sport ist schnell gelernt und trainiert Koordination sowie Ballgefühl. Man braucht vor allem Reaktionsfähigkeit, Schnelligkeit und Fairplay.

Als Ausstattung reicht ein Roundnet-Set (Netz + Ball), das schon ab ca. 30 Euro erhältlich ist, plus ein ebener Untergrund wie Wiese, Sand oder Asphalt.

Lukas Schmandra, Vorsitzender 1. Roundnet Club Köln: „Roundnet ist unter anderem im Sportartenkanon des adh (Allgemeiner Deutscher Hochschulsportverband) angekommen. In Deutschland gibt es deutlich über 50 Vereine und freie Communities, seit 2021 existiert ein deutscher Fachverband, und es werden Europa- und Weltmeisterschaften abgehalten. Jenseits der organisierten Angebote wird immer noch informell auf der Wiese und im Park gespielt. Für die Verbreitung des Sports spielt Social Media eine wichtige Rolle. Unser Altersschnitt im Verein liegt bei Ende 20.

Einem Verein, der Roundnet in sein Angebot aufnehmen möchte, würde ich zu einer Kooperation mit einem Roundnet-Verein oder einer freien Community aus der Nähe raten. Das Investment in Personal, Material und Wissen ist damit gering, und durch bspw. geteilte Hallenzeiten profitieren beide Seiten.“



Discgolf – leicht zu
spielen, schwer zu meistern


Beim Discgolf wird eine Frisbee-ähnliche Scheibe auf einem Kurs in Metallkörbe mit Ketten geworfen. Jede Bahn zählt die Anzahl der Würfe. Geeignet ist Discgolf für annähernd alle Alters- und Fitnesslevel, weil sowohl locker-spazierengehend als auch sportlich-ambitioniert mit Technik und Tempo gespielt werden kann.

Für den Einstieg reicht eine Scheibe (am besten eine so genannte Midrange oder ein Putter), später unterschiedliche Discs für kurze, mittlere und weite Würfe. Einsteigersets gibt es für wenig Geld im Sportfachhandel. Achtung: Werfende müssen immer darauf achten, dass die Flugbahn frei ist und notfalls warten! Benedikt Pöpsel, Disc Golf Syndikat: „Wir haben uns als Verein eintragen lassen, weil wir so mehr politischen Einfluss haben, einen Anspruch auf Hallenzeiten, Versicherungsschutz und hoffentlich Unterstützung für unsere Discgolf-Sportstätten. Der Sport findet draußen statt, im Park, aber auch im Wald. Er ist ziemlich technisch, deshalb für alle gleichermaßen erlernbar. Vereine, die ihre Mitglieder in den Sport reinschnuppern lassen wollen, brauchen nicht mal einen Discgolf-Parcours: Für den absoluten Anfang reichen einfache Kunststoff-Discs der Kinder und ein Eimer oder ein Laternenpfahl, auf den zielgenau geworfen wird. Der nächste Schritt wären mobile Körbe, die überall aufstellbar sind.“



Trailrunning – der erste
Sport der Menschheit


Trailrunning ist Laufen in der Natur abseits der üblichen Wege, also auf Pfaden und unbefestigten Untergründen wie Wald-, Schotter- oder Geröllwegen – oft mit Höhenmetern und wechselndem Terrain. Geeignet ist es für Freizeitläufer*innen mit Grundfitness und Lauferfahrung, Einsteigende starten am besten mit kurzen Strecken in der Natur. Trailrunning ist muskulär und orthopädisch anspruchsvoll und konzentrationsintensiv.

An Equipment reichen grundsätzlich Laufsachen, sinnvoll sind aber Trailrunning-Schuhe mit gutem Grip, dazu je nach Strecke und Wetter Handy, Getränk und ggf. Sonnenschutz oder Stirnlampe.

Daniel Böcker, Vorstand Trailrunning Squad: „Einfach loslaufen ist keine gute Idee, denn Trailrunning ist kein schlichter Waldlauf, sondern ein anspruchsvolles Laufen im Gelände. Wir sind ein eigenständiger Sport, werden in Deutschland aber noch nicht so wahrgenommen. Daher haben wir Trailrunning Squad gegründet – bewusst als Community in ganz NRW. Läufer*innen, die vom Straßensport kommen, können in den Sport reinschnuppern und an Einsteigerläufen teilnehmen, den Community Trailruns. Ansonsten können sich auch Laufgruppen bilden, die beispielsweise die Halden im Ruhrgebiet hochlaufen.“


Ninja Sport
Grüße von Spiderman


Beim Ninja Sport wird ein Parcours aus Hindernissen (Obstacles) hangelnd, kletternd und springend möglichst sauber und schnell überwunden. Es ist nah am Parkour-Sport, aber deutlich turnlastiger und stärker auf Kraft- und Hangel-Elemente ausgelegt. Ursprünglich wurde der Boom durch TV-Formate wie „Sasuke“/„Ninja Warrior“ ausgelöst – inzwischen gibt es eine lebendige Community und Angebote in vielen Vereinen.

Geeignet ist Ninja Sport für fast alle, weil Hindernisse und Schwierigkeitsgrade stark variieren – vom Anfänger bis zum sehr Trainierten. Für den Einstieg reichen fester Halt in guten Sportschuhen. Ursula Espeter, Geschäftsführerin von TABALiNGO Sport & Kultur integrativ: „Der Sport existiert auch jenseits der TV-Shows, aber natürlich zieht die Medienpräsenz die Leute erst mal an. Die Nachfrage ist immens! Wir betreuen aktuell rund 140 Kinder und Jugendliche und haben lange Wartelisten. Ninja holt die Kinder ganz vielschichtig und multisportlich ab – zum Beispiel profitieren ADHS-Betroffene sehr, weil ihre Energie so hoch ist. Unsere Hindernisse bauen wir mit unseren Möglichkeiten selbst und kaufen außerdem Obstacles.

Ich sehe für viele Vereine eine Adaptierbarkeit. Aber besonders Turnvereine können Ninja sinnvoll in ihr Angebot aufnehmen, etwa zur Bindung solcher Mitglieder, die für Turnen nicht so geeignet sind. Und: Das verwandte Obstacle Course Racing (OCR) wird als Teil des Modernen Fünfkampfes 2028 olympisch – und irgendwo müssen die Athlet*innen das ja lernen!“


WirimSport stellt Trendsportarten vor – teilweise sind sie noch neu, teilweise schon kanonisch und in der organisierten Breite angekommen. Teilweise richten sie sich an junge, social media-affine Menschen, teilweise an Ältere. Was Trend ist, bestimmen die Sportlerinnen und Sportler selbst.



AcroYoga – Ein Sport auf (mit) Vertrauensbasis


AcroYoga ist eine partnerschaftliche Sportart, die Yoga, Akrobatik und therapeutische Elemente (angelehnt an Thai-Massage) miteinander verbindet. Eine Person ist die Base: Sie trägt die fliegende Person (Flyer oder Bird). Eine dritte Person (Spotter, nicht obligatorisch), sichert. Geeignet ist AcroYoga für fast alle, die Lust auf körperliche Herausforderung, Vertrauen und Teamarbeit haben – Vorerfahrung ist hilfreich, aber nicht zwingend. Als Equipment reicht bequeme, am besten eng anliegende Kleidung und eine rutschfeste Yogamatte.

Nicola Weinzettl, Koordinatorin für den Bereich Gesundheit und Entspannung im Hochschulsport der Ruhr-Uni Bochum: „Der Hype flaut momentan etwas ab, aber ich sehe das saisonal. Denn grundsätzlich ist die Bochumer AcroYoga-Bubble recht groß und engagiert, und auf Festivals ist AcroYoga fester Bestandteil. AcroYoga ist für viele Menschen geeignet, kommt aber nicht an normales Yoga heran, das noch mehr Menschen in ihrem jeweiligen sportlichen Status Quo abholt. Ich würde AcroYoga solchen Vereinen empfehlen, die bereits Yoga anbieten und ausgebildete Übungsleitungen haben. Dann ist das Investment, diesen Sport zusätzlich aufzunehmen, gering.“



Text Name // Foto Name Trendsportarten vorgestellt
Group Group Group Group GraphicLine GraphicLine GraphicLine GraphicLine Discogolf - Zwei Frauen springen hoch und versuchen die Frisbee zu fangen GraphicLine Ninja Sport. Eine Frau h ngelt sich einem Hinderniss enttlang AcroYoga: Eine Frau balanciert auf dem R cken liegend miit ausgestrecktem Bein eine zweite Frau. GraphicLine Text Nicole Jakobs // Fotos © LSB / Andrea Bowinkelmann

Partnerschaftliche Sportart,

die Akrobatik und therapeutische

Elemente verbindet: AcroYoga

Crossboccia – Trendsport (auch) für Senior*innen


Crossboccia ist eine moderne, urbane Abwandlung von Boccia/Boule, bei der nicht mit harten Kugeln, sondern mit weichen, knautschigen Stoffbällen gespielt wird. Deshalb kann man es auf nahezu jedem Untergrund spielen – draußen, drinnen, auf Treppen, Mauern oder sogar dreidimensional im Raum. Geeignet ist Crossboccia für wirklich fast alle: Kinder, Familien, Senior*innen und auch Menschen mit körperlichen oder kognitiven Einschränkungen (notfalls werden die Regeln angepasst). Der Sport ist niedrigschwellig, bringt Menschen mit Spaß in Bewegung und trainiert nebenbei Zielgenauigkeit, Koordination und Konzentration.

Benötigt wird nur ein Crossboccia-Ballset bestehend aus Spielbällen plus Zielball.

Rainer Kowalke, Übungsleiter beim TuS Friedrichsdorf: „Unser Verein bietet Crossboccia in einer Senioreneinrichtung an. Die Teilnehmenden sind zwischen 70 und 100 Jahre alt. Wir spielen es mit sechs Personen, natürlich im Sitzen. Das ist für mich eine erfüllende Aufgabe, zu sehen, wie viel Spaß die Menschen haben und wie sie sich verbessern! Für einen Verein – als Beschäftigung für Kinder oder als Idee im Breitensport – ist Crossboccia gut machbar: Die Ballsets sind preiswert, die Regeln einfach bzw. können an die Gruppe angepasst werden.“


Crossboccia: Zwei ltere Frauen spielen Botticia. Die Frau im Vordergrund wirft eine Kugel

Roundnet
das Netz ist rund


Roundnet kann als Mix aus Squash und Beachvolleyball bezeichnet werden: Zwei Zweier-Teams schlagen einen Ball auf ein rundes Netz, sodass er zurückspringt und weitergespielt werden kann. Die Regeln sind simpel, der Sport ist schnell gelernt und trainiert Koordination sowie Ballgefühl. Man braucht vor allem Reaktionsfähigkeit, Schnelligkeit und Fairplay.

Als Ausstattung reicht ein Roundnet-Set (Netz + Ball), das schon ab ca. 30 Euro erhältlich ist, plus ein ebener Untergrund wie Wiese, Sand oder Asphalt.

Lukas Schmandra, Vorsitzender 1. Roundnet Club Köln: „Roundnet ist unter anderem im Sportartenkanon des adh (Allgemeiner Deutscher Hochschulsportverband) angekommen. In Deutschland gibt es deutlich über 50 Vereine und freie Communities, seit 2021 existiert ein deutscher Fachverband, und es werden Europa- und Weltmeisterschaften abgehalten. Jenseits der organisierten Angebote wird immer noch informell auf der Wiese und im Park gespielt. Für die Verbreitung des Sports spielt Social Media eine wichtige Rolle. Unser Altersschnitt im Verein liegt bei Ende 20.

Einem Verein, der Roundnet in sein Angebot aufnehmen möchte, würde ich zu einer Kooperation mit einem Roundnet-Verein oder einer freien Community aus der Nähe raten. Das Investment in Personal, Material und Wissen ist damit gering, und durch bspw. geteilte Hallenzeiten profitieren beide Seiten.“



Discgolf – leicht zu
spielen, schwer zu meistern


Beim Discgolf wird eine Frisbee-ähnliche Scheibe auf einem Kurs in Metallkörbe mit Ketten geworfen. Jede Bahn zählt die Anzahl der Würfe. Geeignet ist Discgolf für annähernd alle Alters- und Fitnesslevel, weil sowohl locker-spazierengehend als auch sportlich-ambitioniert mit Technik und Tempo gespielt werden kann.

Für den Einstieg reicht eine Scheibe (am besten eine so genannte Midrange oder ein Putter), später unterschiedliche Discs für kurze, mittlere und weite Würfe. Einsteigersets gibt es für wenig Geld im Sportfachhandel. Achtung: Werfende müssen immer darauf achten, dass die Flugbahn frei ist und notfalls warten! Benedikt Pöpsel, Disc Golf Syndikat: „Wir haben uns als Verein eintragen lassen, weil wir so mehr politischen Einfluss haben, einen Anspruch auf Hallenzeiten, Versicherungsschutz und hoffentlich Unterstützung für unsere Discgolf-Sportstätten. Der Sport findet draußen statt, im Park, aber auch im Wald. Er ist ziemlich technisch, deshalb für alle gleichermaßen erlernbar. Vereine, die ihre Mitglieder in den Sport reinschnuppern lassen wollen, brauchen nicht mal einen Discgolf-Parcours: Für den absoluten Anfang reichen einfache Kunststoff-Discs der Kinder und ein Eimer oder ein Laternenpfahl, auf den zielgenau geworfen wird. Der nächste Schritt wären mobile Körbe, die überall aufstellbar sind.“



Trailrunning – der erste
Sport der Menschheit


Trailrunning ist Laufen in der Natur abseits der üblichen Wege, also auf Pfaden und unbefestigten Untergründen wie Wald-, Schotter- oder Geröllwegen – oft mit Höhenmetern und wechselndem Terrain. Geeignet ist es für Freizeitläufer*innen mit Grundfitness und Lauferfahrung, Einsteigende starten am besten mit kurzen Strecken in der Natur. Trailrunning ist muskulär und orthopädisch anspruchsvoll und konzentrationsintensiv.

An Equipment reichen grundsätzlich Laufsachen, sinnvoll sind aber Trailrunning-Schuhe mit gutem Grip, dazu je nach Strecke und Wetter Handy, Getränk und ggf. Sonnenschutz oder Stirnlampe.

Daniel Böcker, Vorstand Trailrunning Squad: „Einfach loslaufen ist keine gute Idee, denn Trailrunning ist kein schlichter Waldlauf, sondern ein anspruchsvolles Laufen im Gelände. Wir sind ein eigenständiger Sport, werden in Deutschland aber noch nicht so wahrgenommen. Daher haben wir Trailrunning Squad gegründet – bewusst als Community in ganz NRW. Läufer*innen, die vom Straßensport kommen, können in den Sport reinschnuppern und an Einsteigerläufen teilnehmen, den Community Trailruns. Ansonsten können sich auch Laufgruppen bilden, die beispielsweise die Halden im Ruhrgebiet hochlaufen.“


Ninja Sport
Grüße von Spiderman


Beim Ninja Sport wird ein Parcours aus Hindernissen (Obstacles) hangelnd, kletternd und springend möglichst sauber und schnell überwunden. Es ist nah am Parkour-Sport, aber deutlich turnlastiger und stärker auf Kraft- und Hangel-Elemente ausgelegt. Ursprünglich wurde der Boom durch TV-Formate wie „Sasuke“/„Ninja Warrior“ ausgelöst – inzwischen gibt es eine lebendige Community und Angebote in vielen Vereinen.

Geeignet ist Ninja Sport für fast alle, weil Hindernisse und Schwierigkeitsgrade stark variieren – vom Anfänger bis zum sehr Trainierten. Für den Einstieg reichen fester Halt in guten Sportschuhen. Ursula Espeter, Geschäftsführerin von TABALiNGO Sport & Kultur integrativ: „Der Sport existiert auch jenseits der TV-Shows, aber natürlich zieht die Medienpräsenz die Leute erst mal an. Die Nachfrage ist immens! Wir betreuen aktuell rund 140 Kinder und Jugendliche und haben lange Wartelisten. Ninja holt die Kinder ganz vielschichtig und multisportlich ab – zum Beispiel profitieren ADHS-Betroffene sehr, weil ihre Energie so hoch ist. Unsere Hindernisse bauen wir mit unseren Möglichkeiten selbst und kaufen außerdem Obstacles.

Ich sehe für viele Vereine eine Adaptierbarkeit. Aber besonders Turnvereine können Ninja sinnvoll in ihr Angebot aufnehmen, etwa zur Bindung solcher Mitglieder, die für Turnen nicht so geeignet sind. Und: Das verwandte Obstacle Course Racing (OCR) wird als Teil des Modernen Fünfkampfes 2028 olympisch – und irgendwo müssen die Athlet*innen das ja lernen!“

WirimSport stellt Trendsportarten vor – teilweise sind sie noch neu, teilweise schon kanonisch und in der organisierten Breite angekommen. Teilweise richten sie sich an junge, social media-affine Menschen, teilweise an Ältere. Was Trend ist, bestimmen die Sportlerinnen und Sportler selbst.



AcroYoga – Ein Sport auf (mit) Vertrauensbasis


AcroYoga ist eine partnerschaftliche Sportart, die Yoga, Akrobatik und therapeutische Elemente (angelehnt an Thai-Massage) miteinander verbindet. Eine Person ist die Base: Sie trägt die fliegende Person (Flyer oder Bird). Eine dritte Person (Spotter, nicht obligatorisch), sichert. Geeignet ist AcroYoga für fast alle, die Lust auf körperliche Herausforderung, Vertrauen und Teamarbeit haben – Vorerfahrung ist hilfreich, aber nicht zwingend. Als Equipment reicht bequeme, am besten eng anliegende Kleidung und eine rutschfeste Yogamatte.

Nicola Weinzettl, Koordinatorin für den Bereich Gesundheit und Entspannung im Hochschulsport der Ruhr-Uni Bochum: „Der Hype flaut momentan etwas ab, aber ich sehe das saisonal. Denn grundsätzlich ist die Bochumer AcroYoga-Bubble recht groß und engagiert, und auf Festivals ist AcroYoga fester Bestandteil. AcroYoga ist für viele Menschen geeignet, kommt aber nicht an normales Yoga heran, das noch mehr Menschen in ihrem jeweiligen sportlichen Status Quo abholt. Ich würde AcroYoga solchen Vereinen empfehlen, die bereits Yoga anbieten und ausgebildete Übungsleitungen haben. Dann ist das Investment, diesen Sport zusätzlich aufzunehmen, gering.“



Text Name // Foto Name Trendsportarten vorgestellt
Group Group Group GraphicLine Trendsportarten Trendsportarten Trendsportarten Group Discogolf - Zwei Frauen springen hoch und versuchen die Frisbee zu fangen Ninja Sport. Eine Frau h ngelt sich einem Hinderniss enttlang AcroYoga: Eine Frau balanciert auf dem R cken liegend miit ausgestrecktem Bein eine zweite Frau. Text Nicole Jakobs // Fotos © LSB / Andrea Bowinkelmann Group Group


Crossboccia – Trendsport (auch) für Senior*innen


Crossboccia ist eine moderne, urbane Abwandlung von Boccia/Boule, bei der nicht mit harten Kugeln, sondern mit weichen, knautschigen Stoffbällen gespielt wird. Deshalb kann man es auf nahezu jedem Untergrund spielen – draußen, drinnen, auf Treppen, Mauern oder sogar dreidimensional im Raum. Geeignet ist Crossboccia für wirklich fast alle: Kinder, Familien, Senior*innen und auch Menschen mit körperlichen oder kognitiven Einschränkungen (notfalls werden die Regeln angepasst). Der Sport ist niedrigschwellig, bringt Menschen mit Spaß in Bewegung und trainiert nebenbei Zielgenauigkeit, Koordination und Konzentration.

Benötigt wird nur ein Crossboccia-Ballset bestehend aus Spielbällen plus Zielball.

Rainer Kowalke, Übungsleiter beim TuS Friedrichsdorf: „Unser Verein bietet Crossboccia in einer Senioreneinrichtung an. Die Teilnehmenden sind zwischen 70 und 100 Jahre alt. Wir spielen es mit sechs Personen, natürlich im Sitzen. Das ist für mich eine erfüllende Aufgabe, zu sehen, wie viel Spaß die Menschen haben und wie sie sich verbessern! Für einen Verein – als Beschäftigung für Kinder oder als Idee im Breitensport – ist Crossboccia gut machbar: Die Ballsets sind preiswert, die Regeln einfach bzw. können an die Gruppe angepasst werden.“

Crossboccia: Zwei ltere Frauen spielen Botticia. Die Frau im Vordergrund wirft eine Kugel


Roundnet
das Netz ist rund


Roundnet kann als Mix aus Squash und Beachvolleyball bezeichnet werden: Zwei Zweier-Teams schlagen einen Ball auf ein rundes Netz, sodass er zurückspringt und weitergespielt werden kann. Die Regeln sind simpel, der Sport ist schnell gelernt und trainiert Koordination sowie Ballgefühl. Man braucht vor allem Reaktionsfähigkeit, Schnelligkeit und Fairplay.

Als Ausstattung reicht ein Roundnet-Set (Netz + Ball), das schon ab ca. 30 Euro erhältlich ist, plus ein ebener Untergrund wie Wiese, Sand oder Asphalt.

Lukas Schmandra, Vorsitzender 1. Roundnet Club Köln: „Roundnet ist unter anderem im Sportartenkanon des adh (Allgemeiner Deutscher Hochschulsportverband) angekommen. In Deutschland gibt es deutlich über 50 Vereine und freie Communities, seit 2021 existiert ein deutscher Fachverband, und es werden Europa- und Weltmeisterschaften abgehalten. Jenseits der organisierten Angebote wird immer noch informell auf der Wiese und im Park gespielt. Für die Verbreitung des Sports spielt Social Media eine wichtige Rolle. Unser Altersschnitt im Verein liegt bei Ende 20.

Einem Verein, der Roundnet in sein Angebot aufnehmen möchte, würde ich zu einer Kooperation mit einem Roundnet-Verein oder einer freien Community aus der Nähe raten. Das Investment in Personal, Material und Wissen ist damit gering, und durch bspw. geteilte Hallenzeiten profitieren beide Seiten.“



Discgolf – leicht zu
spielen, schwer zu meistern


Beim Discgolf wird eine Frisbee-ähnliche Scheibe auf einem Kurs in Metallkörbe mit Ketten geworfen. Jede Bahn zählt die Anzahl der Würfe. Geeignet ist Discgolf für annähernd alle Alters- und Fitnesslevel, weil sowohl locker-spazierengehend als auch sportlich-ambitioniert mit Technik und Tempo gespielt werden kann.

Für den Einstieg reicht eine Scheibe (am besten eine so genannte Midrange oder ein Putter), später unterschiedliche Discs für kurze, mittlere und weite Würfe. Einsteigersets gibt es für wenig Geld im Sportfachhandel. Achtung: Werfende müssen immer darauf achten, dass die Flugbahn frei ist und notfalls warten! Benedikt Pöpsel, Disc Golf Syndikat: „Wir haben uns als Verein eintragen lassen, weil wir so mehr politischen Einfluss haben, einen Anspruch auf Hallenzeiten, Versicherungsschutz und hoffentlich Unterstützung für unsere Discgolf-Sportstätten. Der Sport findet draußen statt, im Park, aber auch im Wald. Er ist ziemlich technisch, deshalb für alle gleichermaßen erlernbar. Vereine, die ihre Mitglieder in den Sport reinschnuppern lassen wollen, brauchen nicht mal einen Discgolf-Parcours: Für den absoluten Anfang reichen einfache Kunststoff-Discs der Kinder und ein Eimer oder ein Laternenpfahl, auf den zielgenau geworfen wird. Der nächste Schritt wären mobile Körbe, die überall aufstellbar sind.“



Trailrunning – der erste
Sport der Menschheit


Trailrunning ist Laufen in der Natur abseits der üblichen Wege, also auf Pfaden und unbefestigten Untergründen wie Wald-, Schotter- oder Geröllwegen – oft mit Höhenmetern und wechselndem Terrain. Geeignet ist es für Freizeitläufer*innen mit Grundfitness und Lauferfahrung, Einsteigende starten am besten mit kurzen Strecken in der Natur. Trailrunning ist muskulär und orthopädisch anspruchsvoll und konzentrationsintensiv.

An Equipment reichen grundsätzlich Laufsachen, sinnvoll sind aber Trailrunning-Schuhe mit gutem Grip, dazu je nach Strecke und Wetter Handy, Getränk und ggf. Sonnenschutz oder Stirnlampe.

Daniel Böcker, Vorstand Trailrunning Squad: „Einfach loslaufen ist keine gute Idee, denn Trailrunning ist kein schlichter Waldlauf, sondern ein anspruchsvolles Laufen im Gelände. Wir sind ein eigenständiger Sport, werden in Deutschland aber noch nicht so wahrgenommen. Daher haben wir Trailrunning Squad gegründet – bewusst als Community in ganz NRW. Läufer*innen, die vom Straßensport kommen, können in den Sport reinschnuppern und an Einsteigerläufen teilnehmen, den Community Trailruns. Ansonsten können sich auch Laufgruppen bilden, die beispielsweise die Halden im Ruhrgebiet hochlaufen.“


Ninja Sport
Grüße von Spiderman


Beim Ninja Sport wird ein Parcours aus Hindernissen (Obstacles) hangelnd, kletternd und springend möglichst sauber und schnell überwunden. Es ist nah am Parkour-Sport, aber deutlich turnlastiger und stärker auf Kraft- und Hangel-Elemente ausgelegt. Ursprünglich wurde der Boom durch TV-Formate wie „Sasuke“/„Ninja Warrior“ ausgelöst – inzwischen gibt es eine lebendige Community und Angebote in vielen Vereinen.

Geeignet ist Ninja Sport für fast alle, weil Hindernisse und Schwierigkeitsgrade stark variieren – vom Anfänger bis zum sehr Trainierten. Für den Einstieg reichen fester Halt in guten Sportschuhen. Ursula Espeter, Geschäftsführerin von TABALiNGO Sport & Kultur integrativ: „Der Sport existiert auch jenseits der TV-Shows, aber natürlich zieht die Medienpräsenz die Leute erst mal an. Die Nachfrage ist immens! Wir betreuen aktuell rund 140 Kinder und Jugendliche und haben lange Wartelisten. Ninja holt die Kinder ganz vielschichtig und multisportlich ab – zum Beispiel profitieren ADHS-Betroffene sehr, weil ihre Energie so hoch ist. Unsere Hindernisse bauen wir mit unseren Möglichkeiten selbst und kaufen außerdem Obstacles.

Ich sehe für viele Vereine eine Adaptierbarkeit. Aber besonders Turnvereine können Ninja sinnvoll in ihr Angebot aufnehmen, etwa zur Bindung solcher Mitglieder, die für Turnen nicht so geeignet sind. Und: Das verwandte Obstacle Course Racing (OCR) wird als Teil des Modernen Fünfkampfes 2028 olympisch – und irgendwo müssen die Athlet*innen das ja lernen!“

WirimSport stellt Trendsportarten vor – teilweise sind sie noch neu, teilweise schon kanonisch und in der organisierten Breite angekommen. Teilweise richten sie sich an junge, social media-affine Menschen, teilweise an Ältere. Was Trend ist, bestimmen die Sportlerinnen und Sportler selbst.



AcroYoga – Ein Sport auf (mit) Vertrauensbasis


AcroYoga ist eine partnerschaftliche Sportart, die Yoga, Akrobatik und therapeutische Elemente (angelehnt an Thai-Massage) miteinander verbindet. Eine Person ist die Base: Sie trägt die fliegende Person (Flyer oder Bird). Eine dritte Person (Spotter, nicht obligatorisch), sichert. Geeignet ist AcroYoga für fast alle, die Lust auf körperliche Herausforderung, Vertrauen und Teamarbeit haben – Vorerfahrung ist hilfreich, aber nicht zwingend. Als Equipment reicht bequeme, am besten eng anliegende Kleidung und eine rutschfeste Yogamatte.

Nicola Weinzettl, Koordinatorin für den Bereich Gesundheit und Entspannung im Hochschulsport der Ruhr-Uni Bochum: „Der Hype flaut momentan etwas ab, aber ich sehe das saisonal. Denn grundsätzlich ist die Bochumer AcroYoga-Bubble recht groß und engagiert, und auf Festivals ist AcroYoga fester Bestandteil. AcroYoga ist für viele Menschen geeignet, kommt aber nicht an normales Yoga heran, das noch mehr Menschen in ihrem jeweiligen sportlichen Status Quo abholt. Ich würde AcroYoga solchen Vereinen empfehlen, die bereits Yoga anbieten und ausgebildete Übungsleitungen haben. Dann ist das Investment, diesen Sport zusätzlich aufzunehmen, gering.“


Trendsportarten

Partnerschaftliche Sportart,

die Akrobatik und therapeutische

Elemente verbindet: AcroYoga

Trendsportarten vorgestellt