.. Wir im Sport - Ausgabe 01 2026
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Pilates ist ein alter Hut. Mit Betonung auf alt: Die Sportart wurde in den 1920er von Joseph Pilates entwickelt und hat es in den 1980er Jahren mit Nachdruck in die Breite geschafft. Physiotherapeut*innen, Krankengymnast*innen, Masseur*innen, medizinische Bademeister*innen, Sport- und Bewegungstherapeut*innen, Ergotherapeut*innen und Reha-Trainer*innen nutzen heutzutage völlig selbstverständlich das ganzheitliche Körpertraining zu Präventions- und Rehazwecken.

Jetzt haben Sie ein Bild im Kopf, von älteren Herr­schaften, die gemächlich-konzentriert ihre Übungen durchführen. Cool ist das nicht, oder? Aber Achtung! Jetzt wird es hip: Seit einem Jahr nämlich erlebt Pilates ein Comeback. Befeuert durch Influencer*innen schüt­telt der Sport allen Muff ab und ist instagramfähig ge­worden. Der „Pilates Glow“ – schlanke Körper, straffe Haltung, perfektes Licht – schwappt von den Sozialen Medien in die Realität über, angeblich schwören Stars wie Ed Sheeran und Cristiano Ronaldo auch darauf. Sportvereine überall im Land berichten von einem sprunghaft angestiegenen Interesse, die Zahl der Kurse hat sich mancherorts vervielfacht. Damit ist das ehrwürdige Pila­tes ein gutes Beispiel dafür, wie Trendsportarten in die Welt kommen, eine Hoch-Zeit haben und dann entwe­der verglühen oder sich in der Breite verstetigen.


Rise and fall (vielleicht)


Trendsportarten entstehen meist draußen in der Welt. In Parks, auf den Straßen, in der Natur, als innovative, unnormierte und informelle Bewegungspraktiken. Eine Trendsportart ist ein Bewegungsangebot, das es in genau dieser Form im etablierten Sport noch nicht gibt. Regeln existieren erst mal nicht, sie werden in der Gruppe ausverhandelt. Trendsportarten transportieren ein Gefühl von Freiheit, Szene und Selbstinszenierung – und sie müssen attraktiv genug sein, um sich herumzusprechen. Sie müssen teilbar sein. Instagrammable.

In die Breite kommen Trends dann, wenn sie räumlich flexibel, niedrigschwellig und leicht organisierbar sind. Ein Ping in die WhatsApp-Gruppe: „Heute Abend 19 Uhr, Stadtpark, Tischtennisplatte, bringt mal Tennisbälle und kalte Getränke mit“ – das könnte die Geburtsstunde von „Plattenball“ sein. Wenn die Gruppe davon gute Bilder macht und die Posts als „TableStrike“ auf Insta trenden, kann daraus das nächste Ding werden …

Damit aus dem Hype eine dauerhafte Sportart wird, braucht es allerdings mehr als Social Media-Aufmerksamkeit. Trends müssen sich weiterentwickeln, gut erlernbar sein, ein Regelwerk entwickeln und sich in bestehende Strukturen „einpassen“ – etwa über geeignete Sportstätten, Materialzugang und erste formelle Organisationen. Im nächsten Schritt entscheidet der Markt mit: Kommt es zu Angeboten, Serienproduktion und breiter Verfügbarkeit, steigt die Chance, dass aus Szene ein Standard wird.

Und warum verschwinden Trends wieder? Weil viele an ihren ursprünglichen Stärken scheitern: Wenn ein Sport zu exklusiv bleibt, zu teuer wird, zu viel Koordination verlangt oder seine Coolness verliert, verpufft er von einer neuen Bewegung zur kurzlebigen Mode. Oder umgekehrt: Der Trend verstetigt sich, verliert aber dadurch seine hippe Basis, die ihn groß gemacht hat. Als Breaking 2024 olympisch war, zeigte sich die Szene besorgt über die Kommerzialisierung und den Verlust ihrer Kultur – und über das starre Regelwerk des IOC. Vielleicht gut, dass das nur einmalig war.

Welche Sportart wird zum Sport-Trend 2026? Das Internet tippt auf Hyrox in einer park- und strandtauglichen Variante. Aber wahrscheinlich kommt es ganz anders – denn nicht jede gute Idee wird zum Trend. Auf welche krassen Sportarten können Vereine in diesem Sommer also setzen?

Thema Text Name // Foto Name Trendsportarten Text Nicole Jakobs // Fotos © LSB / Andrea Bowinkelmann
Trendsport abseits der blichen Wege: Trailrunning - Jugendliche l uft querfeldein durch den Wald
 
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Gekommen, um zu bleiben

Trendsport abseits der

üblichen Wege: Trailrunning

Pilates ist ein alter Hut. Mit Betonung auf alt: Die Sportart wurde in den 1920er von Joseph Pilates entwickelt und hat es in den 1980er Jahren mit Nachdruck in die Breite geschafft. Physiotherapeut*innen, Krankengymnast*innen, Masseur*innen, medizinische Bademeister*innen, Sport- und Bewegungstherapeut*innen, Ergotherapeut*innen und Reha-Trainer*innen nutzen heutzutage völlig selbstverständlich das ganzheitliche Körpertraining zu Präventions- und Rehazwecken.

Jetzt haben Sie ein Bild im Kopf, von älteren Herr­schaften, die gemächlich-konzentriert ihre Übungen durchführen. Cool ist das nicht, oder? Aber Achtung! Jetzt wird es hip: Seit einem Jahr nämlich erlebt Pilates ein Comeback. Befeuert durch Influencer*innen schüt­telt der Sport allen Muff ab und ist instagramfähig ge­worden. Der „Pilates Glow“ – schlanke Körper, straffe Haltung, perfektes Licht – schwappt von den Sozialen Medien in die Realität über, angeblich schwören Stars wie Ed Sheeran und Cristiano Ronaldo auch darauf. Sportvereine überall im Land berichten von einem sprunghaft angestiegenen Interesse, die Zahl der Kurse hat sich mancherorts vervielfacht. Damit ist das ehrwürdige Pila­tes ein gutes Beispiel dafür, wie Trendsportarten in die Welt kommen, eine Hoch-Zeit haben und dann entwe­der verglühen oder sich in der Breite verstetigen.


Rise and fall (vielleicht)


Trendsportarten entstehen meist draußen in der Welt. In Parks, auf den Straßen, in der Natur, als innovative, unnormierte und informelle Bewegungspraktiken. Eine Trendsportart ist ein Bewegungsangebot, das es in genau dieser Form im etablierten Sport noch nicht gibt. Regeln existieren erst mal nicht, sie werden in der Gruppe ausverhandelt. Trendsportarten transportieren ein Gefühl von Freiheit, Szene und Selbstinszenierung – und sie müssen attraktiv genug sein, um sich herumzusprechen. Sie müssen teilbar sein. Instagrammable.

In die Breite kommen Trends dann, wenn sie räumlich flexibel, niedrigschwellig und leicht organisierbar sind. Ein Ping in die WhatsApp-Gruppe: „Heute Abend 19 Uhr, Stadtpark, Tischtennisplatte, bringt mal Tennisbälle und kalte Getränke mit“ – das könnte die Geburtsstunde von „Plattenball“ sein. Wenn die Gruppe davon gute Bilder macht und die Posts als „TableStrike“ auf Insta trenden, kann daraus das nächste Ding werden …

Damit aus dem Hype eine dauerhafte Sportart wird, braucht es allerdings mehr als Social Media-Aufmerksamkeit. Trends müssen sich weiterentwickeln, gut erlernbar sein, ein Regelwerk entwickeln und sich in bestehende Strukturen „einpassen“ – etwa über geeignete Sportstätten, Materialzugang und erste formelle Organisationen. Im nächsten Schritt entscheidet der Markt mit: Kommt es zu Angeboten, Serienproduktion und breiter Verfügbarkeit, steigt die Chance, dass aus Szene ein Standard wird.

Und warum verschwinden Trends wieder? Weil viele an ihren ursprünglichen Stärken scheitern: Wenn ein Sport zu exklusiv bleibt, zu teuer wird, zu viel Koordination verlangt oder seine Coolness verliert, verpufft er von einer neuen Bewegung zur kurzlebigen Mode. Oder umgekehrt: Der Trend verstetigt sich, verliert aber dadurch seine hippe Basis, die ihn groß gemacht hat. Als Breaking 2024 olympisch war, zeigte sich die Szene besorgt über die Kommerzialisierung und den Verlust ihrer Kultur – und über das starre Regelwerk des IOC. Vielleicht gut, dass das nur einmalig war.


Welche Sportart wird zum Sport-Trend 2026? Das Internet tippt auf Hyrox in einer park- und strandtauglichen Variante. Aber wahrscheinlich kommt es ganz anders – denn nicht jede gute Idee wird zum Trend. Auf welche krassen Sportarten können Vereine in diesem Sommer also setzen?

Text Name // Foto Name Trendsportarten Text Nicole Jakobs // Fotos © LSB / Andrea Bowinkelmann
 
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Pilates ist ein alter Hut. Mit Betonung auf alt: Die Sportart wurde in den 1920er von Joseph Pilates entwickelt und hat es in den 1980er Jahren mit Nachdruck in die Breite geschafft. Physiotherapeut*innen, Krankengymnast*innen, Masseur*innen, medizinische Bademeister*innen, Sport- und Bewegungstherapeut*innen, Ergotherapeut*innen und Reha-Trainer*innen nutzen heutzutage völlig selbstverständlich das ganzheitliche Körpertraining zu Präventions- und Rehazwecken.

Jetzt haben Sie ein Bild im Kopf, von älteren Herr­schaften, die gemächlich-konzentriert ihre Übungen durchführen. Cool ist das nicht, oder? Aber Achtung! Jetzt wird es hip: Seit einem Jahr nämlich erlebt Pilates ein Comeback. Befeuert durch Influencer*innen schüt­telt der Sport allen Muff ab und ist instagramfähig ge­worden. Der „Pilates Glow“ – schlanke Körper, straffe Haltung, perfektes Licht – schwappt von den Sozialen Medien in die Realität über, angeblich schwören Stars wie Ed Sheeran und Cristiano Ronaldo auch darauf. Sportvereine überall im Land berichten von einem sprunghaft angestiegenen Interesse, die Zahl der Kurse hat sich mancherorts vervielfacht. Damit ist das ehrwürdige Pila­tes ein gutes Beispiel dafür, wie Trendsportarten in die Welt kommen, eine Hoch-Zeit haben und dann entwe­der verglühen oder sich in der Breite verstetigen.


Rise and fall (vielleicht)


Trendsportarten entstehen meist draußen in der Welt. In Parks, auf den Straßen, in der Natur, als innovative, unnormierte und informelle Bewegungspraktiken. Eine Trendsportart ist ein Bewegungsangebot, das es in genau dieser Form im etablierten Sport noch nicht gibt. Regeln existieren erst mal nicht, sie werden in der Gruppe ausverhandelt. Trendsportarten transportieren ein Gefühl von Freiheit, Szene und Selbstinszenierung – und sie müssen attraktiv genug sein, um sich herumzusprechen. Sie müssen teilbar sein. Instagrammable.

In die Breite kommen Trends dann, wenn sie räumlich flexibel, niedrigschwellig und leicht organisierbar sind. Ein Ping in die WhatsApp-Gruppe: „Heute Abend 19 Uhr, Stadtpark, Tischtennisplatte, bringt mal Tennisbälle und kalte Getränke mit“ – das könnte die Geburtsstunde von „Plattenball“ sein. Wenn die Gruppe davon gute Bilder macht und die Posts als „TableStrike“ auf Insta trenden, kann daraus das nächste Ding werden …

Damit aus dem Hype eine dauerhafte Sportart wird, braucht es allerdings mehr als Social Media-Aufmerksamkeit. Trends müssen sich weiterentwickeln, gut erlernbar sein, ein Regelwerk entwickeln und sich in bestehende Strukturen „einpassen“ – etwa über geeignete Sportstätten, Materialzugang und erste formelle Organisationen. Im nächsten Schritt entscheidet der Markt mit: Kommt es zu Angeboten, Serienproduktion und breiter Verfügbarkeit, steigt die Chance, dass aus Szene ein Standard wird.

Und warum verschwinden Trends wieder? Weil viele an ihren ursprünglichen Stärken scheitern: Wenn ein Sport zu exklusiv bleibt, zu teuer wird, zu viel Koordination verlangt oder seine Coolness verliert, verpufft er von einer neuen Bewegung zur kurzlebigen Mode. Oder umgekehrt: Der Trend verstetigt sich, verliert aber dadurch seine hippe Basis, die ihn groß gemacht hat. Als Breaking 2024 olympisch war, zeigte sich die Szene besorgt über die Kommerzialisierung und den Verlust ihrer Kultur – und über das starre Regelwerk des IOC. Vielleicht gut, dass das nur einmalig war.


Welche Sportart wird zum Sport-Trend 2026?
Das Internet
tippt auf Hyrox in einer park- und
strandtauglichen Variante. Aber wahrscheinlich kommt es ganz anders – denn nicht jede gute Idee wird zum Trend. Auf welche krassen Sportarten können Vereine in diesem Sommer also setzen?

Trendsportarten Text Nicole Jakobs // Fotos © LSB / Andrea Bowinkelmann